Yasser Arafat und Mahmoud Abbas. Foto Al Jazeera English - P1020739, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17498659
Yasser Arafat und Mahmoud Abbas. Foto Al Jazeera English - P1020739, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17498659

Im Geiste der Pro-Nazi-Linie, die die palästinensische Nationalbewegung von Anfang an geprägt hat, setzt der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) seine Geschichtsverzerrung mit unverhohlenem Antisemitismus fort.

 

von Dr. Gustavo Perednik

Mahmud Abbas war und ist ein Holocaustleugner. Das ist nicht neu. Es ist wohlbekannt, dass er in seiner 1982 an der kommunistischen Universität Moskau verfertigten Doktorarbeit mit dem Titel „Die geheime Verbindung zwischen dem Nazismus und der zionistischen Führung“ Zahlen gefälscht und Holocaustleugner zitiert hat. Ein wichtiges Nebenprodukt seiner Arbeit war ein Buch, das er über dieses Thema veröffentlichte und das auf der Propaganda von Adolf Eichmann basierte. Das sind die Tatsachen.

Zu diesem immer schon vorhandenen Standpunkt hat Abbas in seiner Rede bei der Konferenz des Palästinensischen Nationalrats am Montag [den 30. April 2018] etliche Innovationen hinzugefügt. Eine Reihe von Aspekten seiner Rede verdient Beachtung, einige davon wollen wir im Folgenden erörtern.

Der erste Aspekt ist die politische Motivation der Rede. Politisch setzt Abu Mazen auf ein einziges Szenario: dass die Regierung von Donald Trump vorzeitig enden wird. Darum ist er völlig dagegen, Amerika zu involvieren und tut alles, um Verhandlungen mit Israel zu verhindern.

Zu diesem Zweck legt er Israel absichtlich Steine in den Weg, indem er eine extreme Haltung an den Tag legt, die jegliche Legitimität des jüdischen Staates in Abrede stellt. So behauptete er in seiner Rede etwa, der Zionismus sei ein europäisches Unternehmen, das nichts mit dem jüdischen Volk zu tun habe.

Antizionismus und Holocaustleugnung

Der zweite Aspekt von Abbas’ Rede belegt einmal mehr eine bekannte Tatsache: Antizionismus und Holocaustleugnung neigen dazu – in unterschiedlichem Masse und mit verschiedenen Betonungen – Hand in Hand zu gehen: Wenn die Juden nicht gelitten haben, dann verdienen sie keinen Staat, da es in Wirklichkeit kein Problem gibt, das einer Lösung bedürfte.

Drittens ist Abu Mazen kein kommunistischer Student oder sogar KGB-Agent mehr, sondern der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), die, zusammen mit den Ajatollahs im Iran eine der beiden Regimes bildet, für die die Leugnung des Holocaust zu den Richtlinien ihrer Politik gehört. Dies macht es für Israel noch schwieriger, zur Palästinensischen Autonomiebehörde irgendeinen Kontakt zu pflegen, was Abu Mazen, der auf den erhofften Abgang von Trump wartet, zupass kommt.

Zu alldem kommt die bittere Tatsache hinzu – die am schwierigsten zu verdauen ist –, dass die Palästinenser die Pro-Nazi-Linie, die ihren Weg von Anfang an geprägt hat, immer noch nicht abgelegt haben. Auch wenn dies aus Gründen der Political Correctness bestritten werden muss, ist die historische Wahrheit die, dass die arabisch-palästinensische Nationalbewegung als der Arm des Nationalsozialismus im Land Israel entstanden ist.

Das Cover von Abbas' Buch. Foto PD
Das Cover von Abbas‘ Buch. Foto PD

Die vielschichtigen Naziaktivitäten des Grossmuftis von Jerusalem, Amin al-Husseini, der als der Begründer des palästinensischen Kampfes gilt, sind wohlbekannt und belegt. Von seinen drei Erben wurde bzw. wird er bewundert: Ahmed Schukeiri, Jassir Arafat und Mahmud Abbas.

Den Juden den Holocaust nicht verzeihen

Eine der wichtigsten Umfragen, die in den letzten Jahren veröffentlicht worden sind, zeigt das beunruhigende Bild eines weltweiten anwachsenden Judenhasses: Mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung hegt antijüdische Vorurteile.

In der geografischen Platzierung steht Laos ganz unten in der Liste (0,2 Prozent sind Judenhasser gemäss der zugrunde liegenden Definition), der Meister des Hasses sind die Palästinensischen Autonomiegebiete. 93 Prozent der dortigen Bevölkerung hegen Hassgefühle. So stimmten etwa in einer von der ADL durchgeführten Umfrage 87 Prozent der Palästinenser der Aussage zu: „Die Leute hassen die Juden wegen deren Verhalten“ und 91 Prozent fanden: „Juden haben in der Geschäftswelt zuviel Einfluss.“

Tatsächlich ist der Hauptaspekt im Zusammenhang mit Abbas’ jüngsten Äusserungen der trotzige Judenhass der Palästinenser, der von der Propaganda ihrer Führer angefacht wird. Eine der auffälligsten Manifestationen ist natürlich die Holocaustleugnung.

Wenn man von Holocaustleugnung spricht, meint man damit für gewöhnlich auch Phänomene, die kein Leugnen im engen Wortsinn sind. Der korrekte Begriff wäre also eigentlich „Holocaustverzerrung“, ein Terminus, der 1989 im Englischen von der Wissenschaftlerin Lucy Davidovitch in einer Debatte mit dem marxistischen Historiker Arno J. Mayer von der Princeton University geprägt wurde.

Von den Dutzenden historischen Verzerrungen des Holocaust, die es gibt, ist die Leugnung die bekannteste, weshalb Parallelphänomene unter diesem Begriff subsumiert werden. Doch es gibt viele andere Beispiele:

Reduktion: Die Behauptung, dass die Zahl der jüdischen Opfer des Holocaust überhöht werde bzw. in den Worten von Jean-Marie Le Pen: „Der Holocaust war nur ein winziges Detail in diesem Krieg.“

Das Ausradieren der Opfer: Die jüdische Identität der Opfer wird verwischt, wie etwa in der sowjetischen Propaganda. Während des kommunistischen Regimes wurde in Auschwitz ein langer Film gedreht, in dem das Wort „Jude“ nicht vorkommt. Der Film leugnet den Mord nicht wirklich, doch führt die Opfer einfach nur als Polen, Ungarn, Tschechen usw. auf.

Ein jüngeres Beispiel sind die Worte der früheren europäischen Aussenbeauftragten, Catherine Ashton, die vor vier Jahren am Holocaustgedenktag die „Bürger“ betrauerte, die vernichtet worden seien. Juden erwähnte sie überhaupt nicht.

Andere Beispiele für Verzerrungen sind die Herabsetzung des Holocaust, das Verlagern von Verantwortung, das Verwässern von Schuld usw. Dr. Manfred Gerstenfeld hat darüber ein instruktives Buch geschrieben, in dem er die verschiedenen Abstufungen beschreibt, die es in diesem Feld gibt.

Abu Mazen weist Schuld neu zu

Eine der gravierendsten Verzerrungen des Holocaust besteht darin, den Opfern die Schuld zu geben. Das ist die Position, die Abu Mazen in seiner jetzt schon berüchtigten Rede eingenommen hat.

Der Vorsitzende der PA stellte den Holocaust als die Folge des „antisozialen Verhaltens der Juden“ dar, das sich etwa beim Geldverleih gezeigt habe.

Laut Abbas gab es den Holocaust tatsächlich, doch insgesamt sei die Auslöschung eine Bestrafung für das antisoziale Verhalten der Juden gewesen. Diese Worte sind fast die Kopie einer Äusserung des deutschen antisemitischen Historikers Heinrich von Treitschke, der Ende des 19. Jahrhunderts sagte, antijüdische Ausschreitungen seien „die natürliche Reaktion des Volkes“.

Mit anderen Worten: Abbas ignoriert die tausend Jahre europäischen Judenhasses, ganz zu schweigen vom gegenwärtigen. Laut ihm gibt es nur Juden, die gegen die Menschheit arbeiten, woraufhin die Menschheit wütend auf ihre Verbrechen reagiert. Der Holocaust wäre also eigentlich ein Ereignis, bei dem Millionen von Juden, ein Drittel des jüdischen Volkes, furchtbares Leid über sich selbst gebracht hätten.

In unserer heutigen Zeit, wird Abu Mazen sagen, gibt es keinen palästinensischen Terrorismus, sondern „eine natürliche Wutreaktion“.

Abu Mazen und den Judenhassern im Allgemeinen kommt die Möglichkeit, dass ein Jude oder ein Israeli angegriffen wird, gar nicht in den Sinn – sie sind für sie die ewigen Aggressoren, allein durch ihre blosse Existenz, und müssen zwingend verschwinden.

Bei solchen Führern ist es keine Überraschung, dass die Palästinenser weltweit die Meister des Hasses sind.

Erwähnenswert dabei ist, dass Abu Mazen als einer der Moderaten unter ihnen angesehen wird.

Dr. Gustavo Perednik ist ein Wissenschaftler auf den Gebieten der jüdischen Philosophie und des Antisemitismus und hat in beiden Fachgebieten zahlreiche Bücher veröffentlicht. Auf Englisch zuerst erschienen bei MiDA.

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