Die Heuchler die Israels neue Regierung kritisieren

Nach fünf Wahlen in weniger als vier Jahren scheint es, dass Israel endlich eine stabile Regierung gewählt hat, die von Benjamin Netanjahu, dem dienstältesten Ministerpräsidenten des Landes, geführt werden soll.

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Der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde Mahmoud Abbas nimmt am 1. November 2022 am Arabischen Gipfel in Algerien teil. Foto IMAGO / APAimages
Der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde Mahmoud Abbas nimmt am 1. November 2022 am Arabischen Gipfel in Algerien teil. Foto IMAGO / APAimages
Lesezeit: 3 Minuten

Es sollte niemanden überraschen, dass die Israelis Netanjahu wiedergewählt haben, denn der jüdische Staat hat nie einen besseren Führer gehabt. Zu seinen Errungenschaften gehören wirtschaftlicher Wohlstand, Friedensabkommen mit vier arabischen Ländern und die Stärkung von Israels Image als „Start-Up Nation“. Ich wünschte, jeder würde meine Begeisterung für Netanjahus Rückkehr an die Macht teilen, aber das tut nicht jeder.

von Jason Shvili 

Netanjahu hat noch nicht einmal offiziell mit den Verhandlungen zur Bildung einer Regierung begonnen, und schon geraten einige in Panik. Sie befürchten, dass Israel weniger pluralistisch und tolerant wird und sich immer weiter von der so genannten „Zwei-Staaten-Lösung“ im israelisch-palästinensischen Konflikt entfernen wird.

Ein Teil dieser Angst ist darauf zurückzuführen, dass in Netanjahus neuer Regierung wahrscheinlich Politiker aus religiösen zionistischen Parteien vertreten sein werden, vor allem Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich. Diesen beiden Personen und ihrer Partei wird oft vorgeworfen, sie seien unter anderem anti-arabisch, anti-LGBTQ und friedensfeindlich. Ein grosser Teil der Kritik gegenüber den religiösen zionistischen Parteien kommt jedoch von ziemlich heuchlerischen Kreisen.

So hat die Palästinensische Autonomiebehörde beispielsweise keine Zeit damit verschwendet, die Ergebnisse der jüngsten Wahlen zu kritisieren und zu behaupten, sie seien Ausdruck einer zunehmend intoleranten und rassistischen israelischen Gesellschaft. Dabei handelt es sich jedoch um dieselbe Behörde, die es versäumt, religiöse Minderheiten in ihrem Zuständigkeitsbereich zu schützen, wie der jüngste Angriff mehrerer muslimischer Männer auf eine Kirche in der von der Behörde kontrollierten Stadt Beit Sahur zeigt.

Es ist kein Zufall, dass seit der Gründung der Palästinensischen Autonomiebehörde im Jahr 1994 im Rahmen des Osloer Abkommens die christliche Bevölkerung in den von der Palästinensischen Autonomiebehörde beherrschten Gebieten stark zurückgegangen ist. Dies ist auf die unerbittliche Verfolgung der Christen durch die muslimische Mehrheit zurückzuführen.

Die Palästinensische Autonomiebehörde besitzt auch die Unverfrorenheit, israelische Politiker des Rassismus zu bezichtigen, während sie weiterhin fordert, dass alle Juden aus einem künftigen palästinensischen Staat vertrieben werden sollten. Wenn das kein Rassismus ist, was ist es dann?

Die neue israelische Regierung unter Netanjahu wird sicherlich nicht gegen den Frieden sein. Es wird eine Regierung sein, die die gegenwärtige Realität anerkennt, in der eine Zweistaatenlösung keine Lösung für irgendetwas ist, sondern eher das Rezept für eine Katastrophe.

Wenn jemand friedensfeindlich ist, dann ist es die palästinensische Führung, die in keiner Weise für Frieden und Koexistenz mit Israel eintritt. Stattdessen propagieren palästinensische Schulbücher die Ermordung von Juden, und die palästinensischen Medien werden mit Bildern überschwemmt, die den Terrorismus verherrlichen. Kein Wunder, dass die Palästinenser jedes Mal, wenn ein Jude von palästinensischen Terroristen ermordet wird, mit dem Verteilen von Süssigkeiten feiern.

In der Tat zeigt die Geschichte, dass rechtsgerichtete Politiker wie Netanjahu in der Regel gut für den Frieden sind. Vergessen wir nicht, dass es eine rechtsgerichtete Regierung unter Premierminister Menachem Begin war, die den Frieden mit Ägypten ermöglichte. Vierzig Jahre später schloss Netanjahu Normalisierungsabkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Sudan und Marokko. Durch seine Bemühungen hat sich die Zahl der arabischen Staaten, die volle diplomatische Beziehungen zu Israel unterhalten, mehr als verdoppelt.

Ich habe keinen Zweifel daran, dass Netanjahu bis zum Ende seiner bevorstehenden Amtszeit als Premierminister Friedensabkommen mit Saudi-Arabien und anderen arabischen und muslimischen Staaten erreicht haben wird. Im Gegensatz dazu hat uns die Linke die Osloer Abkommen beschert, die zu ausuferndem Terrorismus und dem Tod von Hunderten von Israelis führten.

Die Rückkehr Netanjahus und seiner rechtsgerichteten Partner an die Macht sollte ein Grund für Optimismus sein, nicht für Angst. Die einzigen, die die neue Regierung fürchten sollten, sind Israels Feinde.

Jason Shvili ist ein unabhängiger Autor aus Toronto, Kanada, der sich auf israelische und nahöstliche Politik spezialisiert hat. Auf Englisch zuerst erschienen bei Jewish News Syndicate. Übersetzung Audiatur-Online.

2 Kommentare

  1. Godel Rosenberg hat leider Recht, das kann statistisch überprüft werden. Und leider, leider gehört die israelische Linke immer weniger zum Alltag. Der Autor lebt hier nicht, ich hingegen schon, und ich fürchte um Israels Demokratie und den Geist der Gründungsväter.

  2. Im Gegensatz zum Artikel über die israelischen Parlamentswahlen vom 02.November 2022 von Godel Rosenberg, ist obiger Bericht von Jason Shvili ein tatsächlicher Lichtblick, sowie eine Genugtuung! Eine unter vielen überheblichen und zweifelhaften Aussagen von Herrn Rosenberg lautete, ich zitiere:“ Der Wähler hat entschieden und das sind in der Mehrheit die Strasse und die Shuks, die stark frequentierten lautstarken Märkte.“ Mit solchen Aussagen diffamiert Rosenberg rechte und traditionelle, sowie orthodoxe israelische Bürger auf eine unwürdige Art und Weise. Diese Sichtweise des politisch linken, elitären Lagers, dazu zähle ich auch G. Rosenberg, gehört in Israel längst zum Alltag! Seit Menachem Begin 1977 mit dem Likud die Wahlen gewann, besitzen linke Parteien in Israel bis heute keine mehrheitliche Wählerschaft (Elektorat) mehr und das nagt extrem am Selbstverständnis dieser Leute…

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