Matisyahu auf der Roten Bühne beim Summerjam Festival 2013, Fühlinger See, Köln. Foto © Emha / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-3.0-DE. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons
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Ein spanisches Musikfestival forderte von dem jüdisch-amerikanischen Reggae-Star Matisyahu den palästinensischen Staat zu befürworten. Nach der Weigerung des Sängers, sagten die Organisatoren seine bevorstehende Show ab. 

Das „Rototom Sunsplash Reggae Festival“ sagte die Show des ehemals chassidischen Rappers vom 22. August ab. Die Veranstalter erklärten, dass Matisyahu sich geweigert habe, ihrer Forderung nachzugeben, eine Erklärung oder eine Video-Botschaft abzugeben, die „das Recht der Palästinenser auf einen Staat“ unterstützt.

Die Veranstalter des Festivals wurden Berichten zufolge von massiven Druck der Boycott, Divestment and Sanktionen (BDS) Bewegung angetrieben. Künstler, die auf der Veranstaltung auftreten sollten, hätten gedroht ihre Auftritte abzusagen, wenn Matisyahu auftreten würde, da er „als Repräsentant Israels“ erkannt wurde.

Laut der spanischen Tageszeitung, El Pais stellten die Veranstalter Matisyahu vor ein Ultimatum und erklärten ihm, wenn er „eine solche Erklärung unterzeichnen würde [öffentlich seine Unterstützung für die Palästinenser zu erklären] könne er auftreten“.

Obwohl Matisyahu kein Israeli ist, besuchte er mehrmals den jüdischen Staat und trat dort auf. In einer Erklärung auf Facebook sagten die Rototom Veranstalter, dass dieser Schritt mit der „Sensibilität des Festivals für Palästina, seine Menschen und die Besetzung des der Gebiete durch Israel“ verbunden ist.

Foto Screenshot YoutubeAuf der Titelseite der in Valencia basierten Festival-Website befand sich bis vor wenigen Tagen ein über zwei Stunden lange dauerndes Video mit pro-palästinensische Aktivisten, die palästinensische Fahnen halten und die israelische Bombardierung des Gazastreifens anprangern.

Lokale BDS-Aktivisten begrüssten den Schritt und beschuldigten den jüdischen Rapper, ein „Zionist“ zu sein und auf seiner Facebook-Seite „einen Staat zu verteidigen, der Apartheid und ethnische Säuberung praktiziert“. Matisyahu wird durch den jamaikanischen Reggae-Künstler Etana ersetzt.

Matisyahu, der als Jude in West Chester, Pennsylvania aufgewachsen ist, schloss sich 2001 der Chabad-Bewegung an und trat 2004 als bärtiger, chassidischer Star in die Musikszene ein. 2011 trennten sich seine Wege vom orthodoxen Judentum, doch nach wie vor tritt er international auf und erklärt, dass seine Musik immer noch von jüdischen religiösen Quellen inspiriert wird.

2 KOMMENTARE

  1. Wenn die Verantwortlichen dieses Festivals wirklich einmal Rassisten, Antisemiten, Kriegstreiber und ähnliches Gesindel kennenlernen und diesen Aug in Aug gegenübertreten wollen, kann ich ihnen den kürzesten Weg dazu nennen: Einfach nur beim morgendlichen Zähneputzen in den Spiegel schauen.

    • Eine weitere Möglichkeit wäre der Besuch von beliebten Urlaubsländern, die Apartheid und ethnische Säuberungen praktizieren: Marokko, Türkei, Ägypten, …

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