Der Mitbegründer der Hamas, Mahmoud al-Zahar (rechts). Foto /Twitter/ PALDF
Der Mitbegründer der Hamas, Mahmoud al-Zahar (rechts). Foto /Twitter/ PALDF

Der Mitbegründer der Hamas, Mahmoud al-Zahar, stellte am Mittwoch klar, dass das neue politische Programm der Terrororganisation – das von einigen als Schritt in Richtung zur Annahme des Konzepts eines palästinensischen Staates in den Grenzen von 1967 interpretiert wurde – die Hamas nicht davon abhalten würde, das gesamte historische Palästina, einschliesslich Israel, „zu befreien“.

„Wenn wir Palästina trotz des Widerstands bis zu den Grenzen von 1967 befreien, dann werden wir den Rest von Palästina sowie die Gebiete von 1948 in einem Zug mit befreien – und zwar ohne jede Verhandlung“, sagte Zahar bei einer Konferenz in Gaza laut der mit der Hamas verbundene Nachrichtenseite Al-Resalah.

Zahar richtete sich dabei vermutlich an die unnachgiebigen Kritiker des neuen Hamas-Programms, wie etwa die palästinensische Terrororganisation Islamischer Dschihad.

„Als Gefährten unserer Brüder von Hamas im Kampf um die Befreiung sind wir wegen des Dokuments besorgt“, sagte am Samstag der stellvertretende Anführer des Islamischen Dschihad, Ziad al-Nakhala.

„Im Gegensatz zur Hamas lehnen wir die Akzeptanz eines Staates innerhalb der Grenzen von 1967 ab. Wir sind der Meinung, dies ist ein Zugeständnis, das unseren Zielen schadet“, sagte er in einer Stellungnahme auf der Internetseite des Islamischen Dschihad in Palästina.

„Weichen nicht von ursprünglichen Prinzipien ab“

Am Mittwoch betonte Zahar, die Hamas weiche nicht von ihren ursprünglichen Prinzipien ab und versicherte: „Auch wenn die Hamas eines Tages 99,9 % des Gebietes von Palästina befreit haben wird, wird sie den Rest dennoch nicht aufgeben.“ Weiter fügte er hinzu: „Wir werden weder in religiöser, moralischer noch nationaler Hinsicht auch nur einen einzigen Zentimeter palästinensischen Landes aufgeben.“

Die Hamas, die von Israel, den USA und der EU als terroristische Organisation eingestuft wird, verabschiedete ihre neue Charta am 1. Mai in einem Versuch, ihr Ansehen in der internationalen Gemeinschaft zu verbessern.

Das Dokument enthält jedoch etliche Widersprüche. Es akzeptiert zwar das Konzept eines palästinensischen Staats innerhalb der 1967 im Sechstage-Krieg von Israel eingenommenen Gebiete, wiederholt jedoch gleichzeitig die Notwendigkeit, Israel zu zerstören. Ausserdem werden die Gründung des Staats Israel als „illegal“ abgelehnt und ein palästinensischer Anspruch auf das gesamte Land Israel sowie ein sogenanntes „Rückkehrrecht für alle Nachkommen von Flüchtlingen“ geltend gemacht. Weiterhin behält sich die Charta das Recht auf „Widerstand und Dschihad zur Befreiung Palästinas“ vor.

Quellen: Times of Israel, Al-Resalah, Agenturen

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