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Griechenland zerschlägt Hamas-Terrorzelle – israelische Ziele im Visier

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Foto Screenhsot Video protothema.gr
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Lesezeit: 6 Minuten

Die islamistische Terrororganisation Hamas lagert ihre Operationen zunehmend nach Europa aus und reaktiviert dort Schläferzellen. Am 6. Juni 2026 verhafteten griechische Behörden einen Hamas-Terroristen in Agios Nikolaos, einem bekannten Ferienort auf der Insel Kreta. Der Verdächtige bereitete einen tödlichen Anschlag auf israelische Ziele vor – mit dem erklärten Ziel, «Hamas wieder auf die Landkarte zu bringen».

von Ioannis E. Kotoulas

Der verhaftete Terrorist gehört zu einer Terrorzelle mit mindestens sieben Mitgliedern, von denen fünf auf Zypern stationiert sind, einem weiteren EU-Mitgliedstaat im Mittelmeer. Die Zelle war aktiviert worden und bereitete Anschläge auf israelische Ziele vor. Das israelische Aussenministerium begrüsste die Zerschlagung der Terrorzelle und schrieb auf X: «Von Griechenland bis Zypern decken Behörden weiterhin Hamas-nahe Terroraktivitäten auf europäischem Boden auf.»

Der festgenommene Terrorist, ein 37-jähriger Palästinenser aus dem Gazastreifen, wurde nach einer erfolgreichen gemeinsamen Operation mit dem Codenamen «Odin» durch den griechischen Nachrichtendienst EYP und die Antiterroreinheit verhaftet. Nach der Befragung gab er zu, Mitglied der Hamas zu sein, Kontakte zu anderen Personen unterhalten und an Aktivitäten zur Vorbereitung eines Terroranschlags auf israelische Ziele mitgewirkt zu haben.

Am Montagmorgen wurde der Terrorist angeklagt – wegen vier Verbrechen: Gründung und Mitgliedschaft in der Hamas-Terrororganisation, Ausbildung in der Herstellung und im Einsatz von Sprengstoff zur Durchführung von Terrorakten, Reisen zur Überwachung von Terrorausbildungen sowie kriminelle Unterstützung für terroristische Zwecke. In seiner Athener Wohnung fanden die Behörden sämtliches notwendige Material zur Herstellung von Bomben.

Er wartete noch auf die Lieferung chemischer Substanzen, die er online bestellt hatte. Der Terrorist gab an, sein konkretes Ziel noch nicht zu kennen und auf Anweisungen seines Führungsoffiziers zu warten. Als mögliche Szenarien gelten ein Sprengstoffanschlag auf das israelische Kreuzfahrtschiff Crown Iris, das den Hafen von Agios Nikolaos regelmässig anläuft, sowie Anschläge auf israelische Ziele auf Zypern. Auch andere europäische Länder kämen als Ziele in Betracht, erklärte der griechische Minister für Bürgerschutz in einer öffentlichen Stellungnahme.

Getarnt als ganz normaler Arbeitnehmer

Der Hamas-Terrorist reiste im Juli 2023 als angeblicher Flüchtling aus dem Gazastreifen nach Griechenland ein. Er erhielt internationalen Schutzstatus und zog vorübergehend nach Deutschland, wo er sich lokalen Hamas-Netzwerken anschloss. Im Sommer 2025 kehrte er nach Griechenland zurück und pendelte während der Sommersaison zwischen Athen und Kreta.

Zuletzt arbeitete er unter dem Deckmantel eines Elektrikers in einem Luxushotel in Agios Nikolaos auf Kreta. Laut Einwohnern vor Ort hielt er ein niedriges Profil und wohnte zusammen mit drei weiteren Palästinensern in einer vom Hotel bezahlten Unterkunft. Dennoch begann die Terrorzelle ihren Terrorplan voranzutreiben.

Griechischen Medien zufolge wurde er im Oktober 2025 zusammen mit vier weiteren Palästinensern von der griechischen Polizei befragt – wegen der Teilnahme an einer anti-israelischen Demonstration im Hafen von Agios Nikolaos anlässlich der Ankunft des israelischen Kreuzfahrtschiffes Crown Iris. Die fünf Personen wurden freigelassen, da keine Beweise gegen sie gefunden wurden. Dann begannen neue Geheimdienstinformationen einzutreffen, die zur Zerschlagung der Terrorzelle und zur Verhaftung führten.

Hamas‘ internationales Netzwerk formiert sich neu

Die griechischen Behörden stellten den Hamas-Operativen unter Überwachung, insbesondere nachdem der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) Hinweise auf seinen Aufenthalt in Deutschland geliefert hatte, wo er Hamas-Mitglieder getroffen hatte. Dann führten Geheimdienstinformationen aus Zypern – wo kurz zuvor eine Hamas-Zelle zerschlagen worden war – zu seiner Identifizierung und Verhaftung.

Ende Mai hatten zypriotische Sicherheitsbehörden auf Hinweis des israelischen Geheimdienstes vier Palästinenser festgenommen, nachdem glaubwürdige Informationen über deren Aktivitäten vorlagen und Material zur Herstellung von Sprengstoff sichergestellt wurde. Einer der Terroristen, 38 Jahre alt, war über den türkisch besetzten Nordteil der Insel in die Republik Zypern eingereist. Im Zuge der Ermittlungen identifizierten die Behörden eine Telefonnummer als Schlüsselelement im Terrornetzwerk – die Spur führte nach Kreta.

Die Zypern-Zelle

Die auf Zypern ansässige Gruppe koordinierte mit Hamas-Operativen einen geplanten Anschlag auf israelische Soldaten in der Militärbasis Anatot bei Jerusalem. Die Terrorzelle erhielt Geld über ein internationales Netzwerk. Mindestens zwei weitere Mitglieder befinden sich noch auf freiem Fuss in Griechenland und Zypern.

«Hamas-Netzwerke auf Zypern fungieren als flexible Knotenpunkte für logistische Unterstützung und Operationssteuerung und nutzen die geografische Nähe der Insel zum Libanon und zu Israel. Hamas nutzt Zypern für den Waffentransport, digitale Kommunikation und die Vorbereitung von Anschlägen. Zypriotische Behörden, die eng mit Griechenland, Israel und deutschen Geheimdiensten zusammenarbeiten, haben sich bei der Zerschlagung von Terrornetzwerken als wirksam erwiesen, zumal eine grosse Zahl von Israelis auf Zypern lebt. Der Art und Weise, wie Hamas-Netzwerke die türkische Besatzung des Nordteils von Zypern nutzen, um in die EU einzudringen, muss grössere Aufmerksamkeit gewidmet werden», sagte Marios Poullados, Nachrichtendirektor des zypriotischen Medienunternehmens Sigma Live.

Die Malaysia-Verbindung

Der Führungsoffizier und Ausbildungsleiter der Terrorzelle ist ein hochrangiger Hamas-Funktionär mit Wohnsitz in Malaysia, der von griechischen Geheimdiensten vollständig identifiziert worden ist. Laut griechischen Behörden stand der in Malaysia ansässige Führungsoffizier in ständigem Kontakt mit der in Griechenland und Zypern operierenden Terrorzelle.

Mindestens drei Mitglieder der Terrorzelle erhielten Ausbildung in einem Hamas-Lager in Malaysia – im Bau von Sprengstoffbomben aus handelsüblichen Materialien. Der in Griechenland verhaftete Terrorist besuchte Malaysia zweimal, zuletzt im August 2025, wo er sich mindestens zehn Tage aufhielt. In diesem Zeitraum erhielt die Terrorzelle ihre Ausbildung, und der operative Plan für die Aktivierung der Griechenland-Zypern-Zelle wurde abgeschlossen.

Malaysia, ein muslimisches Mehrheitsland, unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu Israel und ist zu einem sicheren Rückzugsort für Hamas geworden. Die Verbindungen zwischen Hamas und Malaysia reichen mindestens bis in die 2010er Jahre zurück: Israels Inlandsgeheimdienst Shin Bet hatte damals enthüllt, dass eine Hamas-Terrorzelle in Malaysia eine fortgeschrittene Ausbildung erhalten hatte. Im Jahr 2010 entsandte Hamas 15 Männer für ein einwöchiges Gleitschirmflug-Training in das asiatische Land – Hamas setzte Gleitschirme ein, um am 7. Oktober 2023 in Israel einzudringen und das Massaker zu begehen.

Ende 2024 gab es eine neue Welle von Hamas-Terroristen, die nach Malaysia reisten, nachdem die Hamas-Führung aufgefordert worden war, Katar zu verlassen. Noch im April dieses Jahres besuchte eine Hamas-Delegation mit führenden Mitgliedern Malaysia und traf sich mit lokalen Beamten.

Eine neue Vorgehensweise der Hamas?

Die Zerschlagung der Hamas-Zelle in Griechenland und Zypern zeigt, dass Hamas ihre Vorgehensweise ändert und Israelis im Ausland ins Visier nimmt. Hamas konnte ihre transnationalen Netzwerke aufrechterhalten – begünstigt durch laxe europäische Asyl- und Migrationsgesetzgebung sowie durch die Nutzung von Nachbarländern wie der Türkei als sichere Häfen und Transitrouten.

«Die Neutralisierung einer Hamas-nahen Operationszelle in Griechenland und Zypern legt eine ausgefeilte, asymmetrische Kampagne offen, die sich wirksam von einem lokalen regionalen Konflikt zu direkter Gewaltanwendung innerhalb Europas ausgeweitet hat. Die Zelle wurde durch eine reaktive, mehrstufige Geheimdienstkette neutralisiert, die von US-amerikanischen und israelischen Diensten initiiert wurde und zunächst die miteinander verbundenen Netzwerkknoten auf Zypern systematisch zerschlug, bevor die Datenspur schliesslich zu den griechischen Sicherheitsdiensten führte. Ohne ihre primäre Finanzierung und mit eliminierter Kernführung fehlt Hamas die unabhängige Infrastruktur, um globale operative Programme wie die in diesem Fall nach Malaysia zurückverfolgten spezialisierten Ausbildungsvorhaben aufrechtzuerhalten», sagte Alexandros Niklan, Sicherheitsanalyst bei Geopolitics and Daily News.

Was sich abzeichnet, ist ein transnationales Netzwerk, das Malaysia, die Türkei und Pakistan umfasst. Die drei Länder haben gemeinsam einen globalen islamischen Fernsehsender gegründet, der anti-israelische Rhetorik verbreitet.

Malaysia fungiert als Operationsbasis für Hamas-Mitglieder. Pakistans Geheimdienst ISI unterhält ebenfalls eine aktive Präsenz in Malaysia und nutzt das Land als Basis zur Unterstützung kaschmirischer Dschihad-Gruppen in Indien sowie zur Koordination mit Hamas. Die Türkei bleibt ein wichtiger Unterstützer der Hamas und erleichtert gleichzeitig die ungehinderte Einreise von Terroristen in die EU durch ihre Besatzung des Nordteils der Republik Zypern – wie auch in diesem Fall geschehen.

Eine sich ausweitende Front

Während Israel in seinem Kampf gegen das islamistische Regime des Iran und die Terrornetzwerke von Hamas und Hisbollah engagiert ist, nehmen die Bemühungen zur Zerschlagung islamistischer Terrornetzwerke in der gesamten Region zu. Die Gefahr, dass Hamas ihre Operationen in EU-Länder verlagert, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. In diesem Zusammenhang bleibt die Koordination der EU-Geheimdienste und Sicherheitsbehörden eine Priorität – wie der erfolgreiche Fall der Zerschlagung der Hamas-Terrorzelle durch Griechenland und Zypern zeigt.

Ioannis E. Kotoulas ist Lehrbeauftragter für Geopolitik an der Universität von Athen und leitender Mitarbeiter am Investigative Project on Terrorism (IPT). Übersetzung Audiatur-Online.

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