Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) berichtet ausführlich über jede Spuckattacke gegen Christen in Israel – und ignoriert tausende antichristliche Hassverbrechen in Europa. Eine Bestandsaufnahme.
37 antichristliche Hassverbrechen in einem einzigen Monat. 13 Brandstiftungen und brandbezogene Angriffe – der höchste Monatswert des Jahres. Stahlkugeln auf Gottesdienstbesucher. Eine Nonne überfallen, das Kreuz vom Hals gerissen. Eine enthauptete Marien-Statue. Satanische Graffiti auf Kapellen. Ein christliches Cafe, das nach 26 Attacken in zweieinhalb Jahren schliessen musste. Aufrufe, Kirchen niederzubrennen.
Das sind keine Schlagzeilen aus dem Nahen Osten. Das sind die dokumentierten Fakten aus dem Mai 2026 – in Europa. In Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Österreich, Irland. Erfasst von der Wiener Beobachtungsstelle OIDAC Europe, die seit Jahren antichristliche Hassverbrechen auf dem eigenen Kontinent systematisch dokumentiert. Und Mai 2026 ist kein Ausreisser: Die Zahlen reihen sich in einen Trend ein, der seit Jahren eskaliert.
Bereits für das Jahr 2024 – dem letzten Jahr, für das vollständige Jahresdaten vorliegen – dokumentierte OIDAC 2’211 antichristliche Hassverbrechen in Europa, darunter 94 Brandanschläge, fast doppelt so viele wie im Vorjahr – und 274 Angriffe auf Personen. Die Länder mit den meisten Fällen: Frankreich mit 770, Grossbritannien mit 502, Deutschland mit 337 und Österreich mit 116. Deutschland führt die europäische Statistik bei Brandanschlägen auf Kirchen an – mit 33 Fällen allein in einem Jahr. Der Mai 2026 mit seinen 13 brandbezogenen Angriffen deutet darauf hin, dass sich die Lage seither nicht entspannt hat – im Gegenteil.
Linksextreme Attacken
Auf SRF gibt es so gut wie keine Berichte über antichristliche Hassverbrechen in Europa. Keine Reportagen oder Beiträge über die fast verdoppelte Zahl von Brandanschlägen auf Kirchen in Europa. Kein Wort über das christliche Cafe in Leipzig, das nach Jahren linksextremer Attacken – Vandalismus, Graffiti, Buttersäure – aufgeben musste. Kein Bericht über die Stahlkugeln, die im Mai 2026 in Hanau während einer Messe auf eine Kirche abgefeuert wurden, als sich rund 200 Gläubige im Inneren befanden.

Wenn SRF überhaupt über Christenverfolgung berichtet, dann über weit entfernte Länder. Einige wenige Beiträge behandeln die Lage im Irak und in Nigeria – Europa kommt praktisch nicht vor. Ein Beitrag von 2017 macht das Thema so breit, dass es fast unkenntlich wird: Wenn Europa überhaupt erwähnt wird, dann als Ort, an dem vor allem Muslime «Anfeindungen im gesellschaftlichen Bereich» erfahren – aber nicht Christen.
Nur wenn es um Israel geht
Ganz anders sieht es aus, wenn Israel ins Bild kommt. Dann entdeckt SRF plötzlich sein Herz für verfolgte Christen. Wie am 16. Februar 2026, ein umfassender Beitrag von Susanne Brunner: «Christen unter Druck im Heiligen Land.» Siedler-Angriffe auf Taybeh, die schrumpfende christliche Gemeinde in Gaza, ein Dorf, das seit 1948 nicht zurückkehren dürfe. Ausführlich, emotional, mit dem Zitat: «Nur mit Hoffnung können wir als Christen hier überleben.»
Oder am 30. März 2026 ein Beitrag, von Nicole Freudiger: «Kein Zutritt zur Grabeskirche – ein Affront für Christen weltweit.» Patriarch Pizzaballa wurde während der Karwoche vorübergehend der Zugang zur Grabeskirche verwehrt. Israel begründete dies mit Sicherheitsbedenken. Premierminister Netanjahu sorgte persönlich dafür, dass der Zugang gewährt wurde. Trotzdem: Grosser Artikel, internationale Empörung, «schwerwiegender Präzedenzfall seit Jahrhunderten».
In Israel lebt die christliche Minderheit allerdings trotz einiger weniger Probleme in einem demokratischen Rechtsstaat, der Religionsfreiheit garantiert und in dem christliche Feiertage, Schulen und Institutionen geschützt sind. Israel ist das einzige Land im Nahen Osten, in dem die christliche Bevölkerung nicht schrumpft – im Gegenteil. Seit kurzem hat das Land mit dem erfahrenen Diplomaten George Deek auch einen Sondergesandten für die christliche Gemeinschaft. Deek ist selbst ein arabischer Christ aus Jaffa und hat die Aufgabe, den Dialog und die Beziehungen zu christlichen Gemeinschaften zu vertiefen.
Christen als Problem
Noch aufschlussreicher wird das Bild, wenn man eine dritte Kategorie hinzunimmt: SRF-Beiträge, die Christen selbst als Problem darstellen.
Hier herrscht kein Mangel. Im August 2021 warnte SRF vor «rechtsradikalen Christen-Gruppierungen» in Europa. Im September 2021 erklärte ein Beitrag den «christlichen Nationalismus» zur Gefahr für die Demokratie. Mehrfach nahm SRF die evangelikale Privatschule von Ex-Chocolatier Jürg Läderach unter Beschuss. Im April 2024 widmete sich ein ausführlicher Artikel der «unheiligen Allianz» von Homophobie und Christentum. Im August 2024 folgte eine Recherche über Züchtigung in Freikirchen: «Schlagen im Namen Gottes». Und erst am 7. Juni 2026 – also vor zwei Tagen – strahlte SRF Perspektiven einen Beitrag darüber aus, warum «christlicher Nationalismus ein Widerspruch in sich» sei.
Dazu kommen zahlreiche Beiträge über Freikirchen-Aussteiger, radikale Christfluencer auf TikTok, Evangelikale und Trump, Sekten im christlichen Milieu und vieles mehr. SRF hat ein ganzes Genre daraus gemacht.
Es geht nicht um Christen – es geht um Israel
Wer die SRF-Berichterstattung über Jahre verfolgt, erkennt das Muster. Das Interesse an Christen flammt auf, wenn Israel angeklagt werden kann oder wenn Christen selbst als rückständig, gefährlich oder intolerant dargestellt werden können. Und es erlischt, sobald Christen Opfer sind und vor allem dann wenn die Täter nicht ins gewünschte Narrativ passen.
Dabei zeigen Daten klar, wer Christen in Europa tatsächlich bedroht. Von den Hassverbrechen, bei denen ein ideologisches Motiv identifiziert werden konnte, gingen 35 Fälle auf radikal-islamistische Täter zurück und 19 auf Linksextreme. Islamismus und Linksextremismus – das sind die beiden grössten dokumentierten Treiber antichristlicher Gewalt in Europa. Nicht Juden. Nicht Israel. Nicht ultraorthodoxe Jugendliche in Jerusalem.
Aber wenn in Jerusalem ein ultraorthodoxer Jugendlicher einem Priester ins Gesicht spuckt, was unfassbar dumm und inakzeptabel ist, dann ist SRF sofort zur Stelle. Mit Hintergrundbericht und «Expertenstimmen». Und wenn eine Freikirche konservative Positionen zur Ehe oder Abtreibung vertritt, dann ist SRF ebenfalls zur Stelle – mit Aussteiger-Reportagen, «unheiligen Allianzen» und Warnungen vor der «fundamentalistischen» Gefahr.
Das Bild, das SRF zeigt, ist eine Verzerrung der Realität. Es suggeriert, dass die grösste Gefahr für Christen von Juden und «Siedlern» in Israel ausgeht. Die grösste dokumentierte Bedrohung für Christen in der westlichen Welt geht von Islamisten und Linksextremen aus – und sie findet nicht in Jerusalem, sondern in Europa, direkt vor der Haustür von SRF, statt.
Die Radio- und Fernsehabgabe in der Schweiz ist obligatorisch und kann nicht verweigert werden. Gerade deshalb haben die Gebührenzahler das Recht, eine ausgewogene Berichterstattung einzufordern. Wer diese einseitige Ausrichtung nicht hinnehmen will, kann sich direkt an die SRF-Ombudsstelle wenden, bei der Unabhängigen Beschwerdeinstanz UBI Beschwerde einreichen oder zuständige Parlamentarier in der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen auf diese Lücken aufmerksam machen. Öffentlich-rechtliche Medien gehören der Öffentlichkeit. Wenn man schon keine Wahl hat, ob man zahlt, sollte man sich wenigstens Gehör verschaffen.






















@Surzeit: Zu ihrer ersten Frage meine Wahrnehmung: Audiatur bringt das, was andere weglassen – und genau das ist mir wichtig. Soll Ihnen denn Audiatur SRF ersetzen – ich meine, die wenigen ausgewogenen Berichte über Israel, weil Sie selber SRF nicht mehr konsumieren? Bitte nicht!!
Audiatur-online soll nicht frei von Kritik sein.
Ich habe auf Audiatur noch nie einen Artikel gesehen, der positive oder empathische SRF-Reportagen über Israel lobt oder wo SRF pro-israelische Argumentationen vorstellt oder diskutiert.
Warum ist Audiatur so einseitig?
Es gibt keine Artikel, die darüber berichten, dass SRF die Sicherheitsbedürfnisse der Israelis thematisiert, den Terrorismus benennt oder arabische Angriffe auf Israel seit 1948. Keine Artikel über SRF, die die anti-israelische Haltung der UN hinterfragen, und keine Interviews mit israelischen Arabern, die eine klare pro-israelische Position vertreten.
Ich schaue und höre SRF selbst nicht mehr. Besonders nach dem Referendum, wenn man gezwungen ist, für etwas zu zahlen, das man als anti-israelische Propaganda mit antisemitischem Beigeschmack empfindet. Das ist doppelte Folter. Aber warum ich glaube, dass es auf SRF keine faire Diskussion mit der israelischen Seite gibt: Solche Reportagen wären bekannt, würden von Israel-Freunden gefeiert, aber bei Israel-Hassern massenhaft Beschwerden bei UBI und Ombudsstellen auslösen. Ich erinnere mich, wie der deutsche ARTE einen Bericht über Israel in Auftrag gab, der positive, israel-neutral Reportagen ergab. Dann wurde er vom TV verbannt, landete aber auf YouTube. Warum kann SRF nicht dasselbe machen, wenn pro-israelische Argumente und Fakten zensiert werden?Ich denke, die bessere Strategie ist, eine Beschwerde zu lancieren, dass SRF und Uni Zürich pro-israelische Fürsprecher einladen, am besten keine Juden und auf keinen Fall israelische Offizielle. Israelische Araber und(oder)Christen wie Joseph Haddad, Mosab Hassan Yousef, Rawan Osman, gerne auch Nicht-Europäer, damit man sie nicht als „weißen Kolonialismus“ diffamieren kann. Vielleicht gibt es ja auch einen einzelnen Schweizer Intellektuellen, der für Israel einsteht, ähnlich wie Richard Kemp oder Douglas Murray.
Themen, die SRF präsentieren muss:
1. Erwähnung der jüdischen Flüchtlinge aus der arabischen Welt, wenn über arabische Flüchtlinge aus dem britischen Mandatsgebiet gesprochen wird – nach einem Krieg, den die Araber seit 1947 und kurz nach der Unabhängigkeitserklärung Israels begonnen haben.
2. Die jüdische Verbindung zu Palästina, zum britischen Mandat und die Rechte der Israelis, wenn Israel Verstöße gegen das Völkerrecht vorgeworfen werden.
3. Berichte über UN-Kritik und klare Benennung von Hamas als Terrororganisation.
4. usw. usw.
ARD zeigt „Auserwählt und Ausgegrenzt – der Hass auf Juden in Europa“
https://www.audiatur-online.ch/2017/06/19/ard-zeigt-auserwaehlt-und-ausgegrenzt-der-hass-auf-juden-in-europa/
und ganz wichtig, natürlich König David und seine Familie – nicht zu vergessen..:-)
Ruth war ja seine Urgrossmutter…
Es gab mal eine Zeit , da waren Juden die Mehrheit in Bet Lechem – Bethlehem…
Erinnert ihr euch an Naomi , Ruth und Boaz?
Es gab mal eine Zeit, da waren Christen in Bethlehem eine Mehrzahl und es ging ihnen sehr gut. Diese Zeit liegt schon länger zurück und ich mag mich noch sehr gut daran erinnern. Als man im Zusammenhang mit dem Oslo Friedensabkommen der PLO unter Arafat die Kontrolle gab, kehrte alles ins Gegenteil. Von dieser Zeit an emigrierten die meisten Christen und zogen von Bethlehem mit ihren Familien für immer fort. Schon damals war dies den Medien und SRF keinen einzigen Beitrag wert. Ich sah dies mit eigenen Augen und ahnte schon damals schlimmes. Wie hier im Beitrag erwähnt, wird es dann zu einem Thema wenn Juden in irgend einer Weise beteiligt sind. So war es erst kürzlich im Libanon, als israelische Soldaten, aus welchen Gründen auch immer, ein christliches Kruzifix zerstörten. In windeseile wusste es die ganze Welt und war dementsprechend entrüstet !!! Das aber Christen in meist muslimischen Ländern seit Jahrzehnten nicht nur als Menschen zweiter Klasse behandelt werden, sondern in vielen Fällen grausam verfolgt und massakriert werden, interessiert hier bei uns nur am Rande. Gerade kürzlich sah ich in einem Bericht aus Syrien wie dort die Jesiden regelrecht abgeschlachtet werden und vor nicht allzu langer Zeit geschah mit den Drusen dort dasselbe. SRF ist nicht nur auf einem Auge blind, sondern betreibt regelrecht Gehirnwäsche, damit das Narrativ des bösen israelischen Besatzers und der ach so armen, unterdrückten Palästinensern aufrecht erhalten werden kann. Diese betrügerische und einseitige Darstellung wird Europa nicht nur destabilisieren sondern langsam in den Ruin treiben. Es ist eine Sackgasse aus der es kein zurück mehr gibt !