
Am Dienstag, dem 26. Mai 2026, gaben der israelische Inlandsgeheimdienst Shin Bet und die israelische Polizei in einer gemeinsamen Erklärung bekannt, dass sie eine PFLP-Terrorzelle in Ost-Jerusalem zerschlagen haben – gesteuert aus Frankreich von einem Mann, den Teile Europas als politischen Gefangenen und Menschenrechtsanwalt feiern: Salah Hamouri.
Die Fakten, wie sie der Shin Bet und die israelische Polizei darlegten: Hamouri traf sich zwischen 2024 und 2025 an verschiedenen Orten in Europa mit fünf Palästinensern aus Ost-Jerusalem und rekrutierte sie für die PFLP – die Volksfront zur Befreiung Palästinas, eine von der EU, den USA und Israel als Terrororganisation eingestufte Gruppierung.
Er stattete die Rekrutierten mit verschlüsselten Mobiltelefonen aus, über die sie ihre Aktivitäten koordinieren sollten. Ziel: der Aufbau einer militärischen Terror-Infrastruktur für Anschläge im Raum Jerusalem. Die fünf Verdächtigen wurden im November und Dezember 2025 verhaftet.
Gegen zwei von ihnen – die Brüder Yazid Dadoo und Saeed Dadoo – wurde Anklage erhoben. Die Vorwürfe: aktive Mitgliedschaft in einer Terrororganisation, verbotene Verwendung von Eigentum für terroristische Zwecke, Verschwörung zur Begehung terroristischer Handlungen.
Hamouri unterhielt laut Shin Bet Kontakte zu «terroristischen Elementen der schiitischen Achse» – also zum iranisch-hisbollahnahen Netzwerk –, um «Anschläge und terroristische Aktivitäten in Israel zu steuern».
Wer ist Salah Hamouri?
Salah Hamouri ist ein französisch-palästinensischer Anwalt, geboren 1985 in Jerusalem, mit französischer Mutter und palästinensischem Vater. Audiatur-Online hat bereits im März 2024 über ihn berichtet.
- 2005: Verhaftung wegen Beteiligung an einem PFLP-Mordplan gegen Rabbiner Ovadia Yosef, den ehemaligen sephardischen Oberrabbiner Israels. Hamouri wurde 2008 in einem Plea Deal zu sieben Jahren verurteilt.
- 2011: Freilassung im Rahmen des Gilad-Shalit-Gefangenenaustauschs. Die PFLP begrüsste ihn öffentlich als «Genossen». 2022 bestätigte die PFLP seine Mitgliedschaft erneut – obwohl Hamouri sie stets bestritt.
- Nach seiner Freilassung: Arbeit als «Feldrechercheur» bei Addameer, einer palästinensischen Gefangenenhilfsorganisation. Israel stufte Addameer im Oktober 2021 als PFLP-Tarnorganisation ein. Im Juni 2025 sanktionierte auch das US-Finanzministerium Addameer als von der PFLP «kontrolliert oder geleitet». NGO Monitor dokumentierte 15 aktuelle und ehemalige Addameer-Mitarbeiter mit PFLP-Verbindungen. Die Schweiz finanzierte Addameer zwischen 2018 und 2020 mit CHF 393’390 direkt über die DEZA. Das EDA liess die Vorwürfe der PFLP-Nähe 2020 zwar untersuchen, kam aber zum Schluss, die Vorwürfe seien «nicht bestätigt» – und zahlte weiter. Audiatur-Online berichtete damals über die Schweizer Gelder für Terrorhelfer.
- 2022: Israel entzieht Hamouri die Aufenthaltsgenehmigung wegen «Beteiligung an Terrorplänen» und «Treubruch gegenüber dem Staat Israel». Am 18. Dezember 2022 wird er nach Frankreich abgeschoben.

Hamouri nach seiner Abschiebung
Man könnte annehmen, ein nach Frankreich abgeschobener Terrorverdächtiger würde sich bedeckt halten. Das Gegenteil ist bei Hamouri der Fall.
Hamouri trat in Frankreich nicht als unabhängiger Menschenrechtsanwalt auf, sondern als politischer Aktivist, der den palästinensischen Kampf gegen Israel unterstützt und öffentlich für den sogenannten Widerstand wirbt. Mehrere französische Städte verliehen ihm sogar die Ehrenstaatsbürgerschaft.
Im September 2025 reiste Hamouri nach Beirut. Dort besuchte er zusammen mit dem französischen Abgeordneten Thomas Portes – Mitglied von Jean-Luc Mélenchons La France Insoumise, vom französischen Innenministerium offiziell als «linksextrem» eingestuft – den «Friedhof der Märtyrer der palästinensischen Sache» und die Flüchtlingslager Sabra, Schatila und Mar Elias. Beim selben Besuch traf Portes das PFLP-Politbüromitglied Marwan Abdel-Al und den kürzlich aus 40-jähriger französischer Haft entlassenen Georges Ibrahim Abdallah. Abdallah, ein libanesischer PFLP-Terrorist, wurde 1987 in Frankreich zu lebenslanger Haft verurteilt wegen Beteiligung an der Ermordung des amerikanischen Militärattachés Charles Ray und des israelischen Diplomaten Yaakov Barsimantov in Paris in den 1980er-Jahren. Abdallah wurde in der linksextremen Szene Europas und der Schweiz und im Libanon als Held gefeiert. Dass Hamouri sich ausgerechnet mit diesem Mann traf, ist kein Zufall.
Im März 2024 tourte Hamouri durch die Schweiz. Mehrere Veranstaltungen in Genf und Lausanne. Zu dem Treffen hatten ihn BDS Schweiz, die trotzkistische Partei solidaritéS und die Fédération Suisse-Palestine eingeladen – allesamt Organisationen aus dem linksextremen und antiisraelischen Spektrum der Schweiz. Hamouri wurde dort als «Menschenrechtsverteidiger» und «politischer Gefangener» präsentiert. Audiatur-Online dokumentierte den Besuch damals.

Die Tatsache, dass derselbe Mann, der in Genf von Linksextremen als Held gefeiert wurde, im selben Zeitraum in Europa eine PFLP-Terrorzelle aufbaute – inklusive Rekrutierungstreffen und Ausgabe verschlüsselter Telefone – wirft die Frage auf, ob seine Vortragstourneen nicht auch der Tarnung dienten, wie es Walla News formulierte.
Frankreich: Ehrenbürger
Als Israel Hamouri 2022 abschieben wollte, protestierte Frankreich offiziell. Nach der Abschiebung verurteilte Paris die Ausweisung. Die französische Justiz eröffnete 2024 sogar ein Verfahren gegen Israel wegen Hamouris angeblicher Folter während seiner Haft – nicht gegen Hamouri wegen Terrorverdachts.
Am 26. Mai 2026 enthüllt der Shin Bet, dass Hamouri von französischem Boden aus eine Terrorzelle steuerte. Die Reaktion des französischen Aussenministeriums: Schweigen.
Stattdessen verliehen Mehrere französische Gemeinden und Städte – darunter Vitry-sur-Seine, Stains, Rezé und Montcel – dem Mann, den die USA sanktionieren und den die PFLP selbst als Mitglied bezeichnet, Ehrenstaatsbürgerschaften. Man stelle sich vor: Ein verurteilter Terrorist, der im Shalit-Austausch freikam, der für eine von den USA als Terrororganisation eingestufte Organisation arbeitet, der laut Shin Bet eine Terrorzelle aus Europa steuerte – und französische Kommunen ernennen ihn zum Ehrenbürger.

Am 3. Juni 2026 – keine zehn Tage nach der Shin-Bet-Enthüllung – verbot der Präfekt des Departements Doubs eine Hamouri-Konferenz am «Besac Antifa Fest» in Besançon wegen drohender Störungen der öffentlichen Ordnung. Das Verwaltungsgericht Besançon kippte das Verbot am 4. Juni, dem Tag der geplanten Konferenz. Hamouri trat auf. Er bezeichnete die Shin-Bet-Vorwürfe als «Lügen» und «Einschüchterung». Parallel unterzeichneten über 600 Persönlichkeiten – darunter Jean-Luc Mélenchon, Olivier Besancenot und zahlreiche Abgeordnete von La France Insoumise und der Kommunistischen Partei – eine Petition, die die Shin-Bet-Enthüllungen als «politischen Angriff» bezeichnete.
Die Shin-Bet-Enthüllungen bestätigen, was israelische Sicherheitsbehörden seit Jahren argumentieren: Hamouris Abschiebung war keine willkürliche Strafmassnahme gegen einen «Menschenrechtsverteidiger». Sie war eine Sicherheitsmassnahme gegen einen aktiven PFLP-Terroristen. Und sie war offensichtlich nicht ausreichend – denn Hamouri setzte seine terroristischen Aktivitäten von Frankreich aus fort.
Dass europäische Offenheit von Terroristen ausgenutzt wird, zeigt auch ein aktueller Fall aus Italien: Anfang Juni 2026 verhaftete Israel am Grenzübergang Kerem Shalom den Palästinenser Mahmoud Al Najjar – laut Shin Bet ein Hamas-Kämpfer, der am 7. Oktober teilgenommen haben soll. Al Najjar war auf dem Weg zu einem Masterstudium an der Universität Tor Vergata in Rom, über ein italienisches Stipendienprogramm für palästinensische Studenten. Israel konnte ihn stoppen. Bei Hamouri, der längst in Frankreich lebt, ist diese Möglichkeit verstrichen.





















