Familienangehörige von mehr als 30 Opfern palästinensischer Terroranschläge. Foto Sarah Levin
Familienangehörige von mehr als 30 Opfern palästinensischer Terroranschläge. Foto Sarah Levin

Familienangehörige von mehr als 30 Opfern palästinensischer Terroranschläge haben in einem Beschwerdeschreiben an den Disziplinarausschuss des Weltfussballverbandes FIFA gefordert, den Palästinensischen Fussballverband (PFA) und dessen Vorsitzenden, Jibril Rajoub, aufgrund schwerer Verstösse gegen die Statuten und Disziplinarkodizes der FIFA zu bestrafen. Sie werfen dem Verband vor, den palästinensischen Terrorismus zu unterstützen.

von Ilana Messika/TPS 

„Diese Hetze muss aufhören“.

„Schuld am Tod unserer geliebten Tochter Dalia ist die ständige Hetze und die Verherrlichung des Terrors seitens von Palästinensern“, sagt Brenda Lemkus, dessen Tochter Dalia im November 2014 bei einem Anschlag ums Leben kam. „Als uns bewusst wurde, wie weit verbreitet Terrorverherrlichung und Hetze im palästinensischen Fussball sind, war es für uns keine Frage, dass wir uns der Kampagne und der Beschwerde anschliessen“. Lemkus findet deutliche Worte: „Diese Hetze muss aufhören“.

Die Petition stützt sich auf vom Medienwächter Palestinian Media Watch (PMW) gesammelte Beweise. Die Organisation hatte Anfang April selbst eine Beschwerde eingereicht, welche Rajoubs Verstösse gegen vier verschiedene Rechtsvorschriften dokumentiert, die eine Sperre, einen Ausschluss und Geldstrafen in Höhe von mindestens 20.000 Schweizer Franken nach sich ziehen könnten.

Der PMW-Bericht zeigt auf, wie der PFA Terroristen glorifiziert, indem er Sportereignisse nach ihnen benennt und seinen Mitgliedern erlaubt, ihnen regelmässig Respekt zu zollen. So veranstaltet der PFA jedes Jahr das Prince of Martyrs Abu Jihad Football Tournament, das nach dem Terroristen Khalil al-Wazir (auch bekannt als Abu Jihad) benannt ist. Abu Jihad war einer der Gründer der Palestinian Liberation Organization (PLO) und war nach palästinensischen Angaben für den Tod von 125 Israelis verantwortlich.

Palestinian Media Watch wirft Rajoub ausserdem vor, selbst den Terrorismus zu fördern, indem er sich rassistisch und abfällig über Israelis äussert und verhindert, dass Fussball als Hilfsmittel genutzt wird, um eine Brücke zum Frieden zu bauen.

Laut Maurice Hirsch, PMW Legal Department Director, sind die Beweise gegen den PFA und Rajoub „umfangreich und eindeutig“. Der FIFA bleibe keine andere Wahl, als sie mit entsprechenden Strafen zu belegen, sollte sich die Beschwerde als gerechtfertigt herausstellen.

Die Lemkus-Familie und andere betroffene Familien, die den Brief unterschrieben haben, sind alle Mitglieder von OneFamily, einer Organisation zur Unterstützung israelischer Opfer von Terroranschlägen und ihrer Familien.

„Terroristen als „Helden“ gefeiert“

„Fussball wird auf der ganzen Welt gespielt. Er soll Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zusammenbringen und den Frieden zwischen den Nationen fördern“, betont Chantal Belzberg, CEO von OneFamily. „Leider zieht es der Palästinensische Fussballverband vor, ihn zur Waffe des Terrors zu machen. Wir wissen, was es für die betroffenen Familien heisst, wenn sie auf einmal feststellen müssen, dass die Terroristen, die ihre Angehörigen ermordet haben, als „Helden“ gefeiert und ihre Taten vom PFA auf Fussballfeldern gepriesen werden. Wir sind entschlossen, diesen schändlichen Taten einen Riegel vorzuschieben”.

Die Beschwerde ist der jüngste Vorstoss der Kampagne Kick Terror out of Football, welche unter Federführung von PMW in Zusammenarbeit mit UK Lawyers for Israel, The Lawfare Project in America, sowie dem Israel Institute for Strategic Studies ins Leben gerufen wurde. Derzeit wartet PMW darauf, dass der FIFA-Disziplinarausschuss einen Termin für eine offizielle Anhörung nennt, bei dem die Beweise gegen den PFA und Jibril Rajoub vorgelegt werden können.

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