Iran: Christen von politischen Spannungen stark betroffen

Lesezeit: 2 MinutenDie gegenwärtigen Spannungen zwischen den USA und dem Iran und die verschärften Sanktionen führen zu empfindlichen Beeinträchtigungen im Leben vieler Iraner. Aktuelle Berichte aus dem Land zeigen jedoch, dass Christen zu den Hauptleidtragenden gehören. Während Konvertiten aus dem Islam ohnehin unter grösstem Druck stehen, sind auch anerkannte christliche Gemeinschaften betroffen, schreibt das internationale, überkonfessionelle christliche Hilfswerks Open Doors in einer Mitteilung.

 

Pfarrer Ryan Issa, ein iranisch-chaldäischer Priester, erklärte im Gespräch mit Asia News: „Viele Fabriken sind geschlossen oder haben die Produktion gestoppt. Das Gehalt eines regulären Arbeiters reicht nur, um seine Familie eine Woche lang zu ernähren.“ Der wirtschaftliche Druck trifft alle Iraner, Muslime und Christen, gleichermassen und zwingt viele, über eine Ausreise nachzudenken. Für die christliche Minderheit, so Issa, sei dies von grosser Bedeutung, da es zu einem Zusammenbruch der Gemeinschaften führe und mittelfristig den Fortbestand der Gemeinde Jesu im Land bedrohe. Hinzu kommt ein weiteres Problem: „Korrupte iranische Behörden suchen nach dem schnellen Geld, indem sie das Eigentum von Christen beschlagnahmen oder hohe Kautionsbeträge von denen verlangen, die bei Razzien auf die illegalen Hauskirchen verhaftet wurden.“ Die Zahl solcher Razzien und Verhaftungen sei unverändert hoch.

Nach Einschätzung von Beobachtern zählt die christliche Gemeinschaft im Iran mit ihren zahlreichen Konvertiten aus dem Islam zu den am schnellsten wachsenden weltweit.

Doch auch traditionelle Kirchen erleben Repressalien. Im Mai schlossen die Behörden eine assyrische Kirche in Täbris im Nordwesten des Irans und rissen das Kreuz vom Kirchturm herunter. Der Schritt wurde einige Wochen später von einem leitenden Rechtsberater des iranischen Präsidenten in Frage gestellt; assyrische Christen sind eine anerkannte Minderheit im Iran und ihre Religionsfreiheit ist gesetzlich geschützt.

„Kirchen, die ihre Gottesdienste in persischer Sprache halten und dadurch auch muslimische Iraner anziehen, wurden gezwungen, ihre Türen zu schliessen oder zumindest die Gottesdienste nur noch in ihrer jeweiligen historischen Kirchensprache zu halten“, berichtete World Watch Monitor.

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors rangiert der Iran aktuell an 9. Stelle unter den Ländern, in denen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

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