2.100 Jahre altes und eilig verlassenes Gehöft in Nordisrael entdeckt

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Ausgrabungen in einem Gehöft aus hellenistischer Zeit, das bei Bergungsarbeiten in Galiläa entdeckt wurde, um eine Leitung zu bauen, die entsalztes Wasser zum See Genezareth bringt. Foto Emil Aladjem, Israelische Altertumsbehörde
Ausgrabungen in einem Gehöft aus hellenistischer Zeit, das bei Bergungsarbeiten in Galiläa entdeckt wurde, um eine Leitung zu bauen, die entsalztes Wasser zum See Genezareth bringt. Foto Emil Aladjem, Israelische Altertumsbehörde
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Israelische Archäologen haben ein landwirtschaftliches Gehöft aus der Hasmonäerzeit im Nationalpark Nahal Arbel unweit des Sees Genezareth freigelegt. Der gute erhaltende, 2.100 Jahre alte Hof gebe Einblick in wenig bekannte Aktivitäten in diesem Gebiet, erklärte die israelische Antikenbehörde (IAA) am Mittwoch.

Bei den IAA-Grabungen vor dem Ausbau einer Wasserzuleitung zum See Genezareth fanden die Forscher zudem Dutzende Webstühle, Vorratsgefässe aus Keramik, landwirtschaftliche Geräte aus Eisen sowie Münzen aus der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts vor Christus. Ausserdem wurden Fundamente von Gebäuden, Keramikgefässe und andere Funde aus der Eisenzeit (10.-9. Jahrhundert v. Chr.) gefunden.

Der Fund sei eine „Zeitkapsel, in der die Funde dort verblieben sind, wo sie die Bewohner der Stätte zurückgelassen haben“, erklärte Grabungsleiterin Amani Abu-Hamid. Die Forscher halten es für wahrscheinlich, dass die Bewohner die Stätte angesichts einer drohenden Gefahr, möglicherweise eines militärischen Angriffs, übereilt verlassen haben. Weitere Untersuchungen seien erforderlich, um die Identität der Bewohner des Ortes zu bestimmen.

Die Ausgrabungsstätte in Galiläa. Foto Emil Aladjem, Israelische Altertumsbehörde

„Wir wissen noch nicht, welche Menschen die beiden an der Fundstelle entdeckten Siedlungsschichten bevölkerten“, sagte Abu-Hamid. Alles deute darauf hin, dass beide Perioden landwirtschaftlich geprägt waren. Angesichts der vielen Webstuhlgewichte nimmt sie an, dass die Einwohner Schaf- und Ziegenherden hielten.

Bislang gab es in Galiläa keine Überreste aus dieser Zeit, so Abu-Hamid. „Es ist eine sehr wichtige und wertvolle Stätte, die uns etwas über die Ausbreitung des Hasmonäerreichs und das tägliche Leben in der hellenistischen Zeit lehrt“, sagte sie und verwies auf historische Quellen, die besagen, dass das judäische Hasmonäerreich nach Galiläa expandierte.

KNA/akr/sky/Aud

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