Gedenkstätten-Direktor: Schoah-Überlebende sind Schutzschirm

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KZ-Gedenkstätte Dora-Mittelbau, links hinter der Betonsäule der Appellplatz, rechts am Hang des Kohnsteins eine wieder errichtete Häftlingsbaracke. Foto Arnold Plesse, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36125265
KZ-Gedenkstätte Dora-Mittelbau, links hinter der Betonsäule der Appellplatz, rechts am Hang des Kohnsteins eine wieder errichtete Häftlingsbaracke. Foto Arnold Plesse, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36125265
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Der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner, hat Schoah-Überlebende als „Schutzschirm“ für die Demokratie bezeichnet. „Dass der Geschichtsrevisionismus derart virulent werden würde, wäre vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen“, schreibt Wagner in der „Jüdischen Allgemeinen“ (Donnerstag). Die Ursachen dafür seien vielschichtig und hätten einiges mit allgemeinen antidemokratischen und antimodernen Ressentiments zu tun. Allerdings spiele auch ein wachsender zeitlicher Abstand zum historischen Geschehen und der „Abschied von den Zeitzeugen“ eine Rolle.

Über Jahrzehnte hätten die Überlebenden der Schoah ihre warnenden Stimmen erhoben, sobald Antisemitismus und NS-Verharmlosung aufgekommen seien, so Wagner. „Nicht nur für die Gedenkstätten und die Erinnerungskultur, sondern für die Demokratie insgesamt bildeten sie einen Schutzschirm. Der ist sehr löchrig geworden.“ Das bedeute, dass die Menschen heute „das reflexive Geschichtsbewusstsein als Errungenschaft unserer liberalen demokratischen Gesellschaftsordnung“ selbst schützen müssten: „indem wir Verschwörungslegenden, Hass, Antisemitismus und Geschichtsrevisionismus laut und deutlich in die Grenzen weisen“.

KNA/lwi/joh

1 Kommentar

  1. Das ist ein Phänomen, das zahllose Infogegner und Befürworter eint: Antisemitismus. Auch die Medien sind unsäglich . Sie wissen nichts über den Nationalsozialismus. Aber schreiben dummes Zeug. Aber es nicht ratsam, die Zeitzeugen zu uberhöhen. Letztlich kommen solche Relativierungen auch und gerade aus der gesellschaftlichen Linken und da möchte ich erinnern, dass Dieter kunzelmann ein überzeugter Antisemit war, der sich, wie ich vermute, nicht von Zeitzeugen hatte aufhalten lassen.

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