Hassan Nasrallah, Führer der libanesischen Terrorgruppe Hisbollah. Foto Ferran Queved/Flash90.
Hassan Nasrallah, Führer der libanesischen Terrorgruppe Hisbollah. Foto Ferran Queved/Flash90.
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Die Hisbollah hat vor einer Woche ihren Fernsehsender Al-Manar genutzt, um einen Filmbericht zu senden, der angeblich einen Raketenangriff auf ein israelisches Militärfahrzeug am Tag zuvor zeigt. Der Angriff erfolgte nach einer Reihe von gemeldeten israelischen Schlägen gegen Infrastruktur des Iran und der Hisbollah in Syrien und im Libanon.

Die Ausstrahlung des Bildmaterials erlaubt der Hisbollah, vor ihren Unterstützern das Gesicht zu wahren und Entschlossenheit gegenüber einem weitaus mächtigeren israelischen Militär zu demonstrieren. Jenseits von Propaganda und Abschreckungsbemühungen jedoch nutzt die Hisbollah ihr weltweites Medienimperium dazu, im Libanon eine „Widerstandsgesellschaft“ zu stärken und neue Stützpunkte auf der ganzen Welt aufzubauen, so ein neuer Bericht des Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center. Der Medienbereich der Hisbollah ist nur ein Teil der Infrastruktur der Terrorgruppe neben ihrem militärischen Flügel, dem weltweiten Terrorapparat und dem ausgedehnten Netzwerk sozialer Einrichtungen überall in der libanesischen Gesellschaft.

Der grösste Teil des Budgets von Al-Manar, das sich im zweistelligen Millionenbereich bewegt, wird vom Iran finanziert. Wenngleich die Werbeeinnahmen gering sind, wird Al-Manar als wichtigstes Medium des ausgedehnten Medienimperiums der Hisbollah betrachtet. Die Hisbollah sendet Propaganda in vier Sprachen in der ganzen Welt und richtet sich damit hauptsächlich an die libanesische Bevölkerung, gefolgt von der arabischen und muslimischen Welt. Aber auch Zielgruppen im Westen sind nicht unempfänglich. Medien der Hisbollah sind in englisch- und französischsprachigen Ländern tätig und sogar in einigen lateinamerikanischen Staaten. Die Bemühungen einiger Staaten, den Kanal zu blockieren, wurden dadurch umgangen, dass die Hisbollah nun russische und indonesische Satellitendienste nutzt, um ihre Sendungen auf der ganzen Welt auszustrahlen.

Die Berichterstattung unterstützt im Wesentlichen die terroristischen und militanten Aktivitäten der Hisbollah und glorifiziert deren „Shahids“ (Märtyrer). Umfassende Reportagen widmet der Sender jedoch auch der Verbreitung iranischer Propaganda und der radikalen Ideologie der islamischen Revolution. Die Sendungen betonen die Treue der Hisbollah zur Islamischen Republik; ein weiterer Beleg, dass die Loyalität der Terrorgruppe letztlich dem Iran gilt – und nicht der libanesischen Gesellschaft.

Im Jahr 2006 setzte das US-Finanzministerium Al-Manar und Radio Nour auf die Liste der sanktionierten Organisationen der Hisbollah. Dennoch arbeiten die Medienkanäle unbehelligt weiter – auch, mit stillschweigender Billigung der Palästinensischen Autonomiebehörde, in Ramallah. Die übrigen Medienkanäle der Hisbollah sowie wichtige Mediengestalten stehen weiterhin nicht auf der Sanktionsliste der Vereinigten Staaten.

Die Medien der Hisbollah unterstützen die Bemühungen des Iran, die radikale Ideologie der islamischen Revolution zu fördern und kultivieren ein Terrornetzwerk im Nahen Osten und auf der ganzen Welt.

„Ein derart ausgedehntes Medienimperium im Besitz einer Terrororganisation hat es unter den weltweit aktiven Terrororganisationen noch nicht gegeben“, stellt der Meir-Amit-Bericht fest.

Das Netzwerk der Medienkanäle wird von Hajj Muhammad Affif geleitet, der auch als Medienberater des Hisbollah-Anführers Hassan Nasrallah tätig ist. Die Hisbollah betreibt ausserdem mehrere Zeitungen, Webseiten und Konten bei sozialen Medien.

Der Meir-Amit-Bericht ist Teil eines umfassenderen Forschungsprojekts, das die ausgedehnten sozialen Netzwerke der Hisbollah und Institutionen, mit denen die Terrorgruppe die libanesische Gesellschaft und Schiiten weltweit im Würgegriff hält, entlarven soll.

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