Mahmoud Abbas. Foto World Economic Forum. Lizenziert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 via Wikimedia Commons.
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An einer Pressekonferenz in Johannisburg, wo er zur Trauerfeier von Nelson Mandela war, wurde Mahmud Abbas nach seiner Haltung zur internationalen BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestition und Sanktionen) gefragt. Abbas‘ Antwort verärgerte Unterstützer der BDS-Bewegung. Der Präsident der PA sagte geradeheraus, dass er den Boykott von Israel nicht unterstütze. „Nein, wir unterstützen den Boykott von Israel nicht“, sagte Abbas. „Aber wir fordern jeden auf, Produkte aus den Siedlungen zu boykottieren. Weil die Siedlungen in unseren Gebieten liegen. Das ist illegal.“

Mit dieser Unterscheidung befindet sich Abbas im gleichen Lager wie Uri Avneri, ehemaliger Knesset-Abgeordneter, dessen Bewegung Gush Shalom diese Unterscheidung laut und deutlich macht.

Abbas Aussage reflektiert die Wirklichkeit vor Ort, wo Palästinenser ohne Kontrolle über ihr Land und Grenzen nur wenig Wahl haben, als mit Israel Handel zu betreiben. Palästinenser importieren aus Israel Waren im Wert von mehr als 800 Millionen US-Dollar jährlich.

Seine Aussage in Johannesburg hat viele Palästinenser und internationale Unterstützer der BDS-Bewegung verärgert. Ali Abunimah von Electronic Intifada übte scharfe Kritik an Abbas und nannte ihn den „de facto Führer der in Ramallah ansässigen Palästinensischen Autonomiebehörde.“ Abunimah zitiert einen südafrikanischen Unterstützer der Palästinenser, der über diese Aussage „schockiert“ ist.

Der palästinensische Präsident ist gleichbleibend eindeutig in seiner Politik und Taktik. Sowohl vor als auch nach seiner Wahl zum Präsidenten hat er jeglichen militärischen Widerstand gegen Israel abgelehnt, während er öffentlich gewaltlosen Volkswiderstand unterstützte.

Seine Aussage in Südafrika offenbart jedoch ein wesentlich tiefgründigeres Problem innerhalb der palästinensischen Nationalbewegung. Mehr als andere Aussagen reflektiert diese das Fehlen einer eindeutigen Strategie der palästinensischen Politführung, die Verhandlungen ausgenommen.

Abstract der Originalversion: At Mandela funeral, Abbas says he opposes boycott of Israel by Daoud Kuttub © Al-Monitor, December 13, 2013.

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