Indem sie die Technologien für Tropfbewässerung und Solarenergie in acht afrikanischen Ländern in die Dörfer bringt und somit Millionen von Menschen aus extremer Armut führt, ist die israelische Nonprofit-Organisation Innovation: Africa im wahrsten Sinne des Wortes ein Licht für die Nationen.

Von Kayla Steinberg. Auf Englisch zuerst erschienen bei The Jerusalem Post

Die Organisation wurde 2008 von Sivan Ya‘ari gegründet. Ya‘ari sagt, dass die Armut, die sie mit Anfang 20 bei ihrer ersten Reise durch Afrika sah als sie für ein Unternehmen arbeitete das Jeans produzierte, der Grund war, der sie zu diesem Schritt bewogen hatte. „Je mehr Zeit ich in den Dörfern verbrachte, desto klarer erkannte ich, dass die grösste Herausforderung und der Grund für die Armut in Afrika der mangelnde [Zugang zu] Strom ist“, berichtet sie über diese Reise.

Rund 620 Millionen Menschen auf dem afrikanischen Kontinent haben keinen Zugang zu Strom oder fliessendem Wasser. Das bedeutet dunkle Behausungen, keine Kühlschränke und keine hochwertigen medizinischen Geräte. Ya‘ari sagte, ihr sei klargeworden, „wenn wir Strom hierher bringen, können wir viele der Herausforderungen lösen“, mit denen die Afrikaner konfrontiert sind und darüber hinaus das Bildungs- und Gesundheitswesen sowie den Zugang zu Wasser verbessern.

Die gemeinnützige Organisation verfügt inzwischen über ein lokales Team, das in Vollzeit in 147 afrikanischen Orten tätig ist sowie ein weiteres Team in Israel. Sie alle sind mit Wasseruntersuchungen, Bohrungen, Bauprojekten und Solarstrom beschäftigt.

Die israelischen Ingenieure, die Tropfbewässerungs- und Solarstromtechnologien entwickeln, erfüllen in Afrika eine doppelte Funktion, denn sie führen ausserdem häufig Schulungen für einheimische Ingenieurskollegen durch. Innovation: Africa bringt seine Technologien in die Demokratische Republik Kongo sowie nach Uganda, Tansania, Malawi, Äthiopien, Senegal, Kamerun und Südafrika, wo Ya‘ari aktuell unterwegs ist.

 

Ihre jüngste Reise führte sie Anfang Juli nach Karamoja, eine Region im Norden Ugandas, wohin sie und ihr Team zurückgekehrt waren, um Hilfe gegen Hunger und Wassermangel zu leisten. Bereits im Februar waren sie dort gewesen, nachdem die Regierung sie um Hilfe gebeten hatte. Damals hatten sie jedoch nicht das volle Ausmass der Armut und des Hungers gekannt.

Innovation: Africa versorgt die Menschen in Afrika für gewöhnlich nur mit der Technologie für Tropfbewässerung und Solarstrom, doch bald erkannten sie, dass die Dörfer etwas ganz anderes sehr viel nötiger hatten – Nahrung. Sie sahen Menschen Blut trinken, um zu überleben und Kinder, die Blätter von Bäumen assen, weil sie sich an ihr Leben klammerten. „Die Menschen sterben ohne Grund, denn unter ihren Füssen befinden sich Unmengen von Wasser“, berichtete Ya‘ari.

Erschüttert brachten die Mitarbeiter von Innovation: Africa Mais und Bohnen für 27.000 Menschen in sechs ugandische Ortschaften und bohrten dort auch nach Wasser. Mit den Lebensmitteln, die jetzt auf dem einst unfruchtbaren Boden wachsen, sehen die Ugander und die Teams aus Israel nach Monaten des Wartens jetzt endlich die Früchte ihrer Arbeit.

Auf ihrer Reise nach Uganda im Juli wurde Ya‘ari ausserdem von einer Gruppe von Sponsoren begleitet, die die Ortschaften unterstützen. Innovation: Africa wird in erster Linie von Sponsoren finanziert, darunter Einzelpersonen, Stiftungen und Unternehmen, die Patenschaften für ganze Dörfer oder bestimmte öffentliche Gebäude, wie z. B. Schulen und medizinische Versorgungszentren, übernehmen. Diese Sponsoren reisen dann in ihre Paten-Dörfer, lernen die Menschen kennen, die dort leben, und sehen zu, wie am Tage der Installation der Solaranlagen ehemals dunkle Gebäude in hellem Licht erstrahlen.

 

Auf diese Weise können sie persönlich die Auswirkungen der Technologien in den Orten mitverfolgen. Das Team von Innovation: Africa in Israel hat eine Applikation entwickelt, die es den Sponsoren ermöglicht, den Fortschritt ‚ihres‘ Dorfes zu verfolgen, so etwa die Menge der produzierten Energie und des geförderten Wassers. Stellen Sie sich vor: ein Junge spendet das Geld, das er zu seiner Bar Mitzvah erhält, um Dörfer in Afrika zu unterstützen und verbringt dann seine ersten Wochen als jüdischer Erwachsener damit, zuzusehen, welche Auswirkung seine Spende auf die internationale Gemeinschaft hat.

Somit hilft Innovation: Africa nicht nur bedürftigen Ortschaften, sondern ermöglicht darüber hinaus Menschen, einen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten und Leben zu retten. Ya‘ari beschreibt die Auswirkungen der Tätigkeit ihrer Organisation als hilfreich „nicht nur für die gegenwärtige, sondern auch für viele zukünftige Generationen.“

Sobald Solar- und Wassertechnologien nach Uganda und in andere Länder gebracht werden, werden dort ausserdem auch Schulen gebaut und die lokalen Regierungen schicken Lehrer in die Dörfer. Auch Ärzte kehren wieder zurück, weil sie nun mithilfe von Solarstrom und Wasser ihre Arbeit verrichten können.

Während Innovation: Africa in Uganda Unterstützung leistet, führt es gleichzeitig auch seine Projekte in anderen Ländern fort, so etwa in Kamerun, wo die Organisation vor Kurzem ihr Programm aufstockte, um ihre Hilfe auf die 259.000 Flüchtlinge aus der kriegsgebeutelten Zentralafrikanischen Republik sowie weitere, die aus Nigeria ins Land strömen, auszuweiten. UNICEF hatte die gemeinnützige Organisation angefordert, um den Flüchtlingen zu helfen, nach Wasser zu bohren und sie mit Solarstrom zu versorgen.

„Wir sind stolz darauf, mit der UNICEF zusammenzuarbeiten, israelische Ingenieure dort hin zu schicken und vor allem, die einheimischen Ingenieure in Kamerun zu schulen“, erklärte Ya‘ari.

Bevor sie in die verschiedenen Orte reisen, sprechen Ya‘ari und ihr Team mit den regionalen und lokalen Regierungsvertretern sowie den Dorfoberhäuptern, um gemeinsam abzustimmen, wie die Technologien am optimalsten realisiert werden können. Das Team von Innovation: Africa überprüft ausserdem, ob die Dörfer auch offen für diese Technologien sind und sie annehmen werden. Eine Massnahme, die eingeführt wurde, nachdem es Probleme mit dem Projekt gegnerisch eingestellten sog. „Hexen“ in Tansania gab.

Darüber hinaus stellt die Organisation auch Einheimische an, um vom Englischen oder Französischen in unterschiedliche afrikanische Sprachen zu übersetzen. Es sind viele Übersetzer angestellt, denn in manchen Ländern werden zwischen 100 und 200 Dialekten gesprochen.

Die Arbeit der Nonprofit-Organisation trägt auch zur Reputation Israels im Ausland bei. „Die meisten Menschen, denen wir helfen, haben noch nie zuvor von Israel gehört“, erklärte Ya‘ari. Indem Innovation: Africa einen Grossteil der Technologien für Solarstrom und Tropfbewässerung in Israel einkauft und andere selbst entwickelt, unterstützt die Organisation auch die israelische Wirtschaft und bringt ein Stück des Heiligen Lands nach Afrika.

„Ich persönlich bin der Meinung, dass wir tatsächlich die Bestimmung Israels erfüllen“, stellte Ya‘ari fest. „Wir sollen ein Licht für die Nationen sein.“

Auch wenn Innovation: Africa derzeit bereits nahezu 150 Ortschaften mit seiner Hilfe unterstützt – das Ziel der Organisation ist es, noch mehr zu tun, noch mehr Dörfern in den acht Ländern zu helfen, in denen sie derzeit tätig ist. „Denn die Liste der Orte, die auf der Warteliste stehen, ist sehr lang und mein Ziel ist es, die Unterstützung zu ihnen zu bringen [, um ihnen zu helfen]“, erklärte Ya‘ari.

Sie hofft, dass noch mehr Einzelpersonen und Stiftungen sich dafür entscheiden werden, zu spenden und Patenschaften für Dörfer zu übernehmen, damit sie die Dörfer auch weiterhin mit Solar- und Wassertechnologien ausstatten kann. „Lasst uns als Partner gemeinsam diese Welt verändern!“

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  • Bjoern Luley

    Diese widerliche Selbstbeweihräucherung zum Zwecke der Propaganda für das zionistische Siedlerkolonie-Projekt Israel ist ja kaum auszuhalten! Wenn es die „…Bestimmung Israels (ist), ein Licht für die Nationen zu sein“, dann müßte die Lampe mal kräftig geputzt werden. Was soll denn dieses Gesäusel von dem „Auserwählt sein“ dieses Staates. Ziemlich peinliche Propaganda. Hat man die enge Zusammenarbeit mit dem Apartheid-Regime Südafrikas vergessen, oder die mit dem brutalen Shah-Regime?