
Nach dem Zweiten Weltkrieg brauchten viele «Eliten» Europas dringend eine Entnazifizierung, vor allem in Deutschland und Österreich. Inzwischen sind wir an einem Punkt angelangt, an dem Europas Politiker und «Eliten» erneut dringend eine Deradikalisierung brauchen – weg von ihrer Haltung «pro Hamas».
von Robert Williams
Manchmal wird diese Haltung als «pro Palästina» ausgegeben, doch sie hat mit den Palästinensern nichts zu tun und mit dem Hass auf Juden alles. Wären solche Demonstranten tatsächlich propalästinensisch, dann würden sie Meinungsfreiheit fordern, Gleichheit vor dem Gesetz, bessere Bildungschancen und eine bessere Regierungsführung. Sie würden eine palästinensische Führung verlangen, die weniger korrupt ist, nicht auf die eigene Bevölkerung schiesst, um sie von Hilfsgütern fernzuhalten, und keine Waffenlager mitten unter ihr anlegt, um die eigenen Opferzahlen in die Höhe zu treiben.
Einige führende Köpfe der Hamas leben weiterhin bequem, weit weg von Gaza, in der Türkei und in Katar, und sie sind mehrfache Milliardäre. Bis zu einer Reihe von Tötungen belief sich allein das Vermögen der drei ranghöchsten Hamas-Führer zusammen auf 11 Milliarden Dollar.
Wie beim Nationalsozialismus besteht das letzte Ziel der Pro-Hamas- oder «propalästinensischen» Bewegung in Europa – besonders seit dem vom Iran orchestrierten Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 – darin, die Welt von den Juden zu befreien, «mit allen erforderlichen Mitteln», wie die Pro-Hamas-Anhänger auf ihren Demonstrationen erklären. Der Gedanke scheint zumindest zu sein: Wenn man die Juden nur genügend in Angst versetzt, verlassen sie Europa vielleicht von selbst.
Die «Pro-Hamas»-Stimmung in den regierenden Schichten Europas wirkt geleitet von einer überwältigenden, fast fieberhaften Fixierung auf Juden und den jüdischen Staat – und zwar oft auf eine Weise, die den nationalen Interessen dieser Länder zuwiderläuft.
In Grossbritannien etwa, einem Land, das im Strudel aus Migrantengewalt und Chaos buchstäblich untergeht, gab es kürzlich den grauenhaften Versuch eines sudanesischen Migranten, in Belfast einen Briten zu enthaupten. Womit aber beschäftigt sich das Parlament? Mit Israel.
«Das ist bereits die zweite Debatte über Israel in dieser Woche», sagte Lord Austin am 10. Juni im Oberhaus.
«In den vergangenen Jahren hat das Parlament über Israel häufiger gesprochen als über jedes andere Thema – nicht nur häufiger als über jedes internationale Thema, sondern häufiger als über jedes innenpolitische, einschliesslich Wirtschaft, Arbeitslosigkeit, Kriminalität oder Gesundheitswesen. Die Öffentlichkeit schaut auf dieses Parlament und hält das für vollkommen verrückt.»
In Irland, das mit seinen eigenen, selbst verschuldeten Problemen durch Migrantenkriminalität kämpft, lobte Präsidentin Catherine Connolly die Teilnahme ihrer Schwester an der Hamas-nahen Global Sumud Flotilla im Mai 2026 und erklärte, sie sei «sehr stolz» auf sie. Die Flottille hat dokumentierte Verbindungen zur Hamas und zur Muslimbruderschaft. Die amtierende Präsidentin eines europäischen Landes rühmt sich also öffentlich ihrer persönlichen Verbindungen zu einer islamistischen Terrororganisation – und wird dafür bewundert, statt aus dem Amt entfernt zu werden. Die irische Regierung versucht zudem, ein Gesetz zum Boykott israelischer Waren durchzubringen, bekannt als «Occupied Territories Bill», und riskiert damit einen Verstoss gegen die US-Antiboykottgesetze. In Irland ist eine grosse Zahl amerikanischer Unternehmen ansässig, darunter Technologiekonzerne wie X, Meta, Google und Microsoft. Sollte ein solches Gesetz beschlossen werden, müssten diese Unternehmen ihre Geschäfte in Irland womöglich einstellen. Selbst wenn ein solcher Schritt die irische Wirtschaft schwer treffen würde: In Irland dürfte der Hass auf das jüdische Volk und seinen winzigen Staat die nationalen Interessen überwiegen.
Frankreich hat gegen Israel ein Ermittlungsverfahren wegen «Kriegsverbrechen» eingeleitet, weil das Land die Teilnehmer der Global Sumud Flotilla behandelt habe. Zugleich hat die Gewalt in den französischen Städten ein solches Ausmass erreicht, dass die Behörden für die Fussballweltmeisterschaft 2026 nächtliche Ausgangssperren verhängt haben. Im Juni verlieh der Pariser Bürgermeister Emmanuel Gregoire das Ehrenbürgerrecht der Stadt an Bewohner Gazas und Araber des Westjordanlands sowie an «palästinensische Journalisten» – von denen sich viele, wen überrascht es, als Hamas-Terroristen herausgestellt haben.
Dennoch sind Europas Politiker eifrig damit beschäftigt, Israel jedes erdenkliche Verbrechen vorzuwerfen – um sich anschliessend umzudrehen und «schockiert» zu geben, wenn Juden unter den Folgen jenes Hasses leiden, den diese «Verantwortlichen» mit erzeugen helfen.
Lord Austin sagte in der Debatte des britischen Oberhauses vom 10. Juni:
«Begreifen die Regierung und das Parlament denn nicht, dass es zwangsläufig Feindseligkeit gegen jene Menschen schürt, wenn man den einzigen jüdischen Staat der Welt herausgreift, ihn an Massstäben misst, die man nirgendwo sonst anlegt, und ihn fälschlich dieser schrecklichen Verbrechen beschuldigt – gegen Menschen also, die mit Israel identifiziert werden, und das ist die überwiegende Mehrheit der jüdischen Gemeinschaft? Deshalb bin ich überzeugt, dass das Parlament einen grossen Anteil daran hat, den Ausbruch des Antisemitismus voranzutreiben, den wir auf den Strassen Grossbritanniens erlebt haben.»
Die Fixierung auf die Juden hat auf die übrige Kultur übergegriffen. Juden werden inzwischen so gezielt ausgegrenzt und boykottiert, dass sie kaum noch Verlage für ihre Bücher finden oder eine Buchhandlung, die sie verkauft. Ihre Buchfestivals werden von Nobelpreisträgern wie J.M. Coetzee boykottiert. Während Juden allein wegen ihrer Herkunft kaum noch veröffentlicht werden, reisst sich die Verlagswelt darum, arabische Terroristen zu publizieren: Marwan Barghouti, ein verurteilter Terrorist, der fünf lebenslange Haftstrafen wegen Mordes verbüsst, hat ein Buch geschrieben, «Unbroken: In Pursuit of Freedom for Palestine», das am 5. November 2026 gleichzeitig in mehreren Ländern erscheinen soll. Es baut ihn zu einer Art Nelson Mandela auf und wird von den führenden Verlagshäusern in Grossbritannien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Spanien, Portugal, Brasilien und den USA vertrieben. Völkermörderischer Judenhass verkauft sich gut.
Vor allem aber zeigt wohl eine Geschichte aus Madrid über das Vorgehen einer öffentlichen Schule, welche Folgen der fieberhafte Judenhass europäischer Regierungen hat – und Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez gehört zu dessen radikalsten Vertretern in Europa. Um im Amt zu bleiben, ist Sánchez auf die noch weiter links stehende Partei Podemos angewiesen. Sie ist aus radikalem Aktivismus hervorgegangen, und ihre Gründer sind seit Langem in fragwürdige Finanznetzwerke verstrickt, die zu westfeindlichen Regimen führen – insbesondere zu Venezuela unter Hugo Chávez und Nicolás Maduro.
An einer öffentlichen Schule in Madrid führten kürzlich zehnjährige Schüler ein Pro-Hamas-Theaterstück auf – als käme es direkt aus einem echten Hamas-Ferienlager für Kinder. Sie waren als Hamas-Terroristen verkleidet, mit Kufiya, Militärkleidung und Sturmhauben, trugen Spielzeugwaffen und riefen im Chor: «Mit Kraft und Mut werden wir uns nicht ergeben.»
Der deutsche Schriftsteller Thomas Mann (1875 bis 1955) sagte am 9. März 1940 im Radiosender NBC:
«Der Antisemitismus von heute … ist nichts anderes als ein Schraubenschlüssel, um Stück für Stück die ganze Maschinerie unserer Zivilisation auseinanderzunehmen … wie eine Handgranate, die über die Mauer geworfen wird, um im Lager der Demokratie Verwüstung und Verwirrung zu stiften. Das ist sein wirklicher und wichtigster Zweck.»
Die Nationalsozialisten hätten es beinahe geschafft.
Europas Politiker tun heute so ziemlich alles, was in ihrer Macht steht, um die westliche Zivilisation zu zerstören. Sie haben die Massenzuwanderung aus dem Nahen Osten und aus Afrika erst möglich gemacht, samt allen «Traditionen» der Dritten Welt, die damit einhergehen. Diesmal wird niemand kommen, um die Europäer vor sich selbst zu retten.
Robert Williams ist ein in den USA ansässiger Wissenschaftler. Auf Englisch zuerst erschienen bei Gatestone Institute. Übersetzung Audiatur-Online.























