Al Jazeera Journalistin bei Feuergefecht zwischen palästinensischen Terroristen und IDF getötet

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Ein Trauerzug mit der Leiche der Al Jazeera-Reporterin Shireen Abu Akleh in Dschenin. Foto IMAGO / ZUMA Wire
Ein Trauerzug mit der Leiche der Al Jazeera-Reporterin Shireen Abu Akleh in Dschenin. Foto IMAGO / ZUMA Wire
Lesezeit: 4 Minuten

Eine Journalistin von Al Jazeera wurde am Mittwoch in Dschenin bei einem Schusswechsel zwischen den israelischen Verteidigungsstreitkräften (IDF) und bewaffneten Palästinensern getötet, wie die IDF in einer Erklärung mitteilten. Das Militär untersucht den Vorfall.

Die Journalistin Shireen Abu Akleh „wurde am Mittwoch bei der Berichterstattung über israelische Razzien in der Stadt Dschenin von einer Kugel getroffen und in kritischem Zustand ins Krankenhaus gebracht“, so die in Katar ansässige Medienanstalt unter Berufung auf das palästinensische Gesundheitsministerium. In dem Bericht von Al Jazeera hiess es, sie sei in den Kopf geschossen worden, und das palästinensische Gesundheitsministerium machte die israelischen Streitkräfte für ihren Tod verantwortlich.

Nach Angaben des israelischen Militärs waren IDF-Truppen bei einer Anti-Terror-Razzia im Flüchtlingslager Dschenin unter „massiven Beschuss“ geraten und hatten das Feuer erwidert. Auch im nahegelegenen Dorf Burqin und an anderen Orten in Judäa und Samaria seien am Mittwoch Razzien durchgeführt worden, teilte das Militär in einer Erklärung mit.

„Die Möglichkeit, dass Journalisten getroffen wurden, möglicherweise von palästinensischen Bewaffneten, wird untersucht“, heisst es in der Erklärung weiter.

Der israelische Ministerpräsident Naftali Bennett sagte zu dem Vorfall: „Nach den uns vorliegenden Informationen ist es sehr wahrscheinlich, dass bewaffnete Palästinenser, die wild um sich geschossen haben, für den bedauerlichen Tod der Journalistin verantwortlich sind.“

Die bewaffneten Palästinenser wurden gefilmt, als sie sagten: „Wir haben einen Soldaten getroffen, er liegt auf dem Boden“, aber keine israelischen Soldaten wurden bei dem Zusammenstoss getroffen, sagte Bennett. „Dies lässt die Möglichkeit zu, dass sie auf eine Journalistin geschossen und diese getroffen haben“, fügte er hinzu.

„Ich glaube nicht, dass wir sie getötet haben“, sagte Ran Kochav, ein Sprecher der israelischen Verteidigungsstreitkräfte, dem öffentlich-rechtlichen Sender Kan. „Wir haben den Palästinensern vorgeschlagen, eine rasche gemeinsame Untersuchung einzuleiten. Wenn wir sie tatsächlich getötet haben, werden wir die Verantwortung übernehmen, aber es scheint nicht der Fall zu sein.“

Die Palästinenser haben das israelische Angebot einer gemeinsamen pathologischen Untersuchung abgelehnt.

„Die IDF-Einheiten werden weiterhin gegen die Terroristen in ihren Stützpunkten vorgehen, um die Welle des mörderischen Terrors zu stoppen und die Sicherheit der israelischen Zivilbevölkerung wiederherzustellen. Wir unterstützen unsere Soldaten“, fügte Bennett hinzu.

IDF-Stabschef Aviv Kochavi hat die Anweisung erteilt, den Tod der Al Jazeera-Reporterin Shireen Abu Aqleh zu untersuchen.

Der Generalstabschef sagte: „Die IDF-Einheiten arbeiten tagtäglich mit Entschlossenheit daran, den Terrorismus zu vereiteln und terroristische Anschläge zu verhindern. Die Maßnahmen werden überall dort durchgeführt, wo sie notwendig sind, insbesondere in der Gegend von Dschenin, wo es eine hohe Konzentration von Terroristen gibt. Während der nächtlichen Aktion eröffneten die Palästinenser, wie bei vielen anderen Vorfällen auch, massiv das Feuer auf unsere Truppen und feuerten wild und wahllos in alle Richtungen. Im Gegensatz zu den Palästinensern führen die IDF-Soldaten ihren Beschuss professionell und gezielt durch.“

Kochavi erklärte, dass „die getötete Reporterin am Ort des Geschehens war. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht möglich festzustellen, von wem sie erschossen wurde, und wir bedauern ihren Tod. Um die Wahrheit herauszufinden, haben wir ein spezielles Team gebildet, das die Fakten klären und sie so schnell wie möglich vollständig darlegen wird. Die Soldaten haben unter Beschuss gehandelt und Mut und Entschlossenheit gezeigt, um die Bürgerinnen und Bürger des Landes zu schützen, und so werden wir weitermachen, wo immer wir gebraucht werden.“

Ausserdem stellte die IDF fest, dass „die Streitkräfte seit dem Vorfall die Umstände ihres Todes weiter untersucht und sogar darum gebeten hat, dies in Zusammenarbeit mit den Palästinensern zu tun, was jedoch abgelehnt wurde. Es besteht die Möglichkeit, dass die Schüsse, die zum Tod der Journalistin führten, ebenfalls von bewaffneten Palästinensern verübt wurden. Dies gilt auch vor dem Hintergrund umfangreicher, in sozialen Medien verbreiteter Dokumentationen über die wahllosen Schüsse der Terroristen.“

„Wir drücken unser Bedauern über den Tod der Journalistin aus und halten die Pressefreiheit für ausserordentlich wichtig und setzen uns dafür ein, sie zu erhalten. Gleichzeitig betonen wir, dass Vorsicht geboten ist, wenn man Gebiete betritt in denen Terroristen um sich schiessen oder sich in deren Nähe aufhalten“, sagte der IDF-Sprecher.

Dschenin war im März und April nach einer Welle von tödlichen Terroranschlägen Schauplatz intensiver israelischer Antiterroroperationen.

5 Kommentare

  1. Wie immer geht es den Palästinensern nicht darum, etwas aufzuklären oder gar über die Ursachen nachzudenken – schon gar nicht über die eigene Schuld und Verstrickung – nein, es geht ihnen ausschließlich darum, Punkte zu machen und die Verantwortung auf andere abzuschieben. Lässt es sich für die eigene Propaganda gebrauchen, ist es gut, andernfalls wird sofort gemauert. Dieses schmutzige Spiel spielen sie seit über 70 Jahren.

    Eines der verschwindend wenigen Dinge, in denen sie eine gewisse Fertigkeit erreicht haben.

  2. Inga Roggs/NZZ Einseitigkeit lässt sogar den Tagi in besserem Licht erscheinen. Sie lässt aus, dass die Palästinenser sich weigern , denn Fall gemeinsam mit Israel zu untersuchen. Dafür zitiert sie die.notorisch Israel diffamierene NGO B’Tselem, letztlich alles andere als seriösen Journalismus.

  3. Und noch etwas dazu:

    Man achte mal auf die Sprache: „Those that are…“.

    Wen auch immer man zitiert: Es wird eine Mehrzahlsform verwendet.

    EINE Kugel hat die Journalistin getötet. Eine Kugel = ein Schütze!

    Geht es darum, diesen Schützen ausfindig zu machen und ihn zu bestrafen?

    Mitnichten!

    Es ist, als würde nach einem Mordfall in den USA berichtet: „Die Weissen (oder die Schwarzen) haben ihn/sie getötet!“

    Oder nach einer Vergewaltigung in Deutschland: „Die Muslime haben sie vergewaltigt!“

    An der Sprache erkennt man sie leicht, diese, die Israel der Menschenrechtsverletzungen beschuldigen.

    Qatar’s emir – those responsible for killing Al Jazeera reporter must be held accountable https://www.jpost.com/breaking-news/article-706528?utm_source=jpost.app.android&utm_medium=share

  4. Wie auch kann die P.A. einen israelischen Schützen verantwortlich machen, wenn sie zwar eine Kugel hat, jedoch nicht das Gewehr, aus welcher sie angeblich abgeschossen worden ist.

    Richtig: Sie kann es nicht.

    Das ist auch gar nicht in ihrem Interesse. Das einzige was sie will, ihre Vorverurteilung „Die Besatzungsmacht hat sie getötet!“ bestätigen.

    Dies wiederum wird erneute Attentate auf Israrlis zur Folge haben. Damit gikt: Ziel erreicht.

  5. Mein Beileid an die Angehörigen der getöteten Journalistin
    und meine Genesungswünsche für ihren verletzten Kollegen.

    Im kritischen Moment des Beschusses war die getötete Journalistin
    nicht allein
    – ihr Kollege war bei ihr und wurde ebenfalls verletzt.

    Soweit die Angaben von al-Jazeera zum Tathergang.
    Der Fall sollte so behandelt werden wie jeder andere Kriminalfall auch
    – allerdings fand das Geschehen in Dschenin statt
    und daher ist nichts so, wie es sein sollte!

    Die israelischen Behörden hatten mehrfach angeboten,
    den Fall gemeinsam mit den pali-arabischen Einrichtungen aufzuklären
    – ein offenes Angebot!
    Und ein Angebot,
    das die PA unter keinsten Umständen hätte ablehnen dürfen,
    denn die PA greift damit in die Rechte der Familie und Hinterbliebenen
    der Journalistin ein.

    Nun wissen wir immer noch nicht,
    welche Seite den Tod der Journalistin verschuldet hatte
    – aber wir wissen,
    wie überaus beschämend und erbärmlich die Reaktion
    der PA ausfällt:
    sie fördert mit ihrer Unterdrückung der Wahrheit
    die Gewalt in Israel und verweigert den Hinterbliebenen und
    Trauernden die übliche und gebotene Aufklärung!

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