Der KZ-Überlebende Shlomo Graber. Foto Thomas Feuz
Der KZ-Überlebende Shlomo Graber. Foto Thomas Feuz

Sich an die Judenvernichtung erinnern und für die Zukunft lernen: Das ist das Ziel des Internationalen Holocaustgedenktags. Im Freien Gymnasium Zürich versammelten sich am 27. Januar rund 100 Personen zu dem seit 2005 jährlich durchgeführten Gedenkanlass.

 

von Thomas Feuz

„Es ist immer derselbe Prozess: Juden werden als so schlecht bezeichnet, dass sie verfolgt und vertrieben werden können.“ Cornelis Kant, Pfarrer und Präsident von „Christen an der Seite Israels“ zeigte den Prozess der Jugendverfolgung seit dem Entstehen des Christentums anschaulich auf. Den Beginn sieht er in er Zerstörung des jüdischen Tempels 70 n.Chr. mit der verhängnisvollen Ansicht: „Das war eine Strafe Gottes. Es ist Christenpflicht, gegen die Juden zu sein.“ Diese Ansicht sei selbst von Reformatoren vertreten worden.

„Der Prozess wiederholt sich“

Gemäss Kant waren die Vorfälle unter dem Nazi-Regime nicht neu, sondern die Fortsetzung eines viele Jahrhunderte lang dauernden Prozesses. Was die „Endlösung der Judenfrage“ für Direktbetroffene bedeutete, vermittelten die Holocaustzeugen Shlomo Graber (93) und Carl J. Flesch (86). Die beiden über 90-Jährigen überzeugten mit ihren authentischen Lebensgeschichten und einem brillanten Gedächtnis für einzelne Details und Jahrzahlen.

„Wie unverschämt von Christen, Israel Völkermord und Apartheid vorzuwerfen!“

„Antisemitismus und Antizionismus wandelten sich zu Anti-Israelismus. Antisemitische Vorfälle in Europa mehren sich, die Kritik Land, Volk und Staat Israel nimmt massiv zu. Dieses wird von allen Seiten in seiner Existenz bedroht. Wie unverschämt von Christen, Israel Völkermord und Apartheid vorzuwerfen!“, schloss Cornelis Kant sein informatives Referat. Es sei Zeit, die Theologie zu revidieren. „Wir haben die Verpflichtung, undifferenzierte Kritik an Israel abzulehnen. Wir müssen anerkennen, dass das jüdische Volk mit allem Recht im ganzen Land Israel leben darf.“

Cornelis Kant, Shlomo Graber, Carl J. Flesch, Philip van den Berg. Foto Thomas Feuz

Stände orientierten über das Engagement von Partnerorganisationen. Teilnehmende konnten sich in der Pause an der Social-Media-Aktion #WeRemember beteiligen. Diese will die Erinnerung an die Vergangenheit wachhalten und Mut zu einem Engagement für Israel machen.

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