Start Innovation 55 Millionen Dollar für israelisches Gesundheits-Startup NVision

55 Millionen Dollar für israelisches Gesundheits-Startup NVision

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NVision ist ein Startup aus dem Bereich der Quantentechnologie. Mithilfe der Quantenphysik und herkömmlicher Magnetresonanztomographen (MRT) soll der menschliche Stoffwechsel besser untersucht werden. Firmengebäude im Science Park II in Ulm. 19.05.2025, Ulm, Baden-Württemberg. Foto IMAGO / Arnulf Hettrich
NVision ist ein Startup aus dem Bereich der Quantentechnologie. Mithilfe der Quantenphysik und herkömmlicher Magnetresonanztomographen (MRT) soll der menschliche Stoffwechsel besser untersucht werden. Firmengebäude im Science Park II in Ulm. 19.05.2025, Ulm, Baden-Württemberg. Foto IMAGO / Arnulf Hettrich
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Das israelische Medizintechnologieunternehmen NVision hat eine Finanzierungsrunde über 55 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Die vom US-Gesundheitskonzern Abbott angeführte Series-B-Runde wurde von weiteren Investoren unterstützt. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, seine Aktivitäten von der quantenbasierten Bildgebung hin zum Quantencomputing auszuweiten.

NVision entwickelt Quantentechnologien für den medizinischen Bereich. Im Zentrum steht die Plattform „POLARIS“, die Quantentechnologie nutzt, um die MRT-Signale von zuckerbasierten Bildgebungsmitteln erheblich zu verstärken. Dadurch können Stoffwechselprozesse in Echtzeit auf herkömmlichen MRT-Systemen sichtbar gemacht werden.

Laut dem Unternehmen ermöglicht dies Forschern, das Ansprechen auf eine Therapie innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen zu beurteilen. Bei klassischen bildgebenden Verfahren sind Veränderungen der Tumormorphologie dagegen häufig erst nach Wochen oder Monaten sichtbar.

Nun erweitert NVision seine Plattform in Richtung Quantencomputing. Bei der Entwicklung seiner MRT-Signalverstärkungstechnologie hat das Unternehmen eine neue Klasse organischer, molekülbasierter Quantenteilchen, sogenannter Qubits, entdeckt. Diese sollen künftig als Grundlage für einen quantenbasierten Ansatz in der Medikamentenentwicklung dienen.

Wie das Wirtschaftsmagazin Globes berichtet, werden POLARIS-Systeme bereits an führenden Krebszentren weltweit installiert. Bis Ende 2026 sollen rund 20 Zentren in den USA, Europa und Asien damit ausgestattet werden. Unter den genannten Einrichtungen befinden sich das Memorial Sloan Kettering Cancer Center, die University of Cambridge und die Technische Universität München. 

Das Unternehmen betont zudem, dass POLARIS in realen Krankenhausumgebungen eingesetzt werden kann und keine spezielle Quantenexpertise voraussetzt. Damit wird deutlich, dass Quantentechnologien bereits heute praktische Anwendungen im Gesundheitswesen ermöglichen.

Sella Brosh, Mitgründer und CEO von NVision, erklärte, er sehe eine Zukunft, in der Quantencomputer eine Vielzahl neuer Wirkstoffhypothesen für besonders schwer behandelbare Krankheiten generieren könnten. POLARIS soll dabei helfen, diese Ansätze schneller unter realen biologischen Bedingungen zu überprüfen. 

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