Der Tages-Anzeiger und die dazugehörigen Zeitungen veröffentlichten einen einseitigen Text gegen Israel – und in der Kommentarspalte entlädt sich daraufhin unverhohlene Hetze. Nicht nur gegen Netanjahu und die israelische Regierung, sondern auch immer wieder gegen Juden.
Was unter einem Kommentar von Bernd Dörries im Tages-Anzeiger vom 9. April 2026 zum Krieg im Libanon zu lesen war, ist erschreckend. Es wurde nicht einfach hart über Israels Regierung diskutiert. Vielmehr wurde gehetzt. Gegen Israel. Gegen Juden. Gegen den jüdischen Staat. Gegen einzelne Personen. Zum Teil wurden sogar offene oder versteckte Gewaltfantasien geäussert.
Doch das Problem beginnt nicht erst bei den Kommentaren. Es beginnt schon bei Dörries Text selbst.
Sein Kommentar trägt bereits im Titel die Botschaft: Israel handle «grausam und kalkuliert». Der ganze Artikel ist so gebaut, dass Israel von Anfang an als Hauptschuldiger dasteht. Es geht um «Blutbad», um «Verachtung für das Leben», um Netanyahu, der überall weiter bombe. Was fast komplett fehlt, ist der Zusammenhang: die jahrelangen Angriffe der iranisch kontrollierten Hisbollah auf Nordisrael, die Bedrohung israelischer Zivilisten, die Evakuierung ganzer Orte im Norden Israels. Wer diesen Zusammenhang weglässt, lenkt seine Leser in eine klare Richtung.
Und genau das ist hier passiert. Wenn ein Medium einen solchen Text veröffentlicht, darf es sich nicht wundern, wenn in der Kommentarspalte nicht mehr differenziert wird, sondern hemmungslos gehasst wird.
Man kann die israelische Regierung kritisieren. Man kann Netanjahu scharf angreifen. Man kann militärische Entscheidungen verurteilen. Das alles ist legitim. In dieser Kommentarspalte wurde diese Grenze jedoch immer wieder überschritten. Es ging schon bald nicht mehr nur um Regierungskritik. Es ging um Kollektivschuld. Um Juden als Gruppe. Um die Infragestellung der Existenz Israels. Um die Relativierung von Antisemitismus. Und um eine Sprache, die nicht nur Hass auf Juden und Israel zeigt, sondern ihn geradezu normalisiert.
Schon der Umgang mit dem Thema Antisemitismus ist vielsagend. Mehrfach ist von der «Antisemitismuskeule» die Rede. Ein Kommentator schreibt, man müsse diese ignorieren. Ein anderer erklärt, nach all dem ziehe der «Antisemitismus-Trumpf» nicht mehr. Solche Sätze sollen eines erreichen: Wer vor Judenhass warnt, soll lächerlich gemacht werden. Das Problem soll verschwinden, damit weiter ungehemmt gehetzt werden kann. Dabei zeigt gerade diese Kommentarspalte, wie real das Problem ist.

Noch schlimmer wird es, wenn Judenhass direkt relativiert wird. So schreibt ein Kommentator wörtlich: «Der immer stärker aufkommende Judenhass wundert mich gar nicht.» Das ist nicht einfach eine Beobachtung. Das ist eine Rechtfertigung. Es bedeutet: Wenn sich Israel so verhält, sei Judenhass irgendwie verständlich. Genau solche Sätze sind brandgefährlich. Denn sie machen aus Antisemitismus eine scheinbar logische Reaktion.
Hinzu kommt die Dämonisierung Israels. Israel wird nicht nur für sein Handeln kritisiert. Vielmehr wird Israel als Ganzes zum Feindbild gemacht. Es ist von einem «Grossjüdischen Reich», von «Grossisrael» oder von einem Staat, der alles vernichten wolle, die Rede. Israel wird als «Fremdkörper» bezeichnet, der in die Region «gepflanzt» worden sei. Solche Formulierungen sagen nicht: Diese Regierung handelt falsch. Sie sagen: Dieser Staat an sich ist falsch. Genau dort kippt Anti-Zionismus in israelbezogenen Antisemitismus.
Schreckliche Sätze wie: «Vielleicht war es 1948 ein Fehler, Israel zu gründen». Oder: Auch das Existenzrecht Israels habe eben seinen Preis. Wer so schreibt, spricht dem jüdischen Staat seine Legitimität ab. Das ist keine normale Debatte.
Dazu kommen natürlich Hitler- und Nazi-Vergleiche. Netanjahu wird mit einem «deutschen Führer» verglichen. Die Verbrechen Israels stünden denen der Nazis «in nichts nach». Andere ziehen Parallelen zu 1933 oder den 1930er- und 1940er-Jahren. Solche Vergleiche sollen maximal dämonisieren. Der jüdische Staat wird so in die Rolle der Nazis gedrängt. Eine absolut perfide und unfassbare Form der Enthemmung und Aufstachelung zum Hass.

Und dann ist da noch die Gewalt. Ein Kommentator schreibt, ein Anschlag auf eine israelische Botschaft könne «durchaus wieder vorkommen». Ein anderer wünscht sich, dass Israel «das gleiche wie der Libanon durchleben» möge. Ein weiterer fantasiert von einer «vernichtenden Niederlage» Israels und der «Vernichtung» verantwortlicher Politiker und Generäle.
Die zehn hässlichsten und judenfeindlichsten Kommentare:
1.
«Es sind rechtradikale Zionisten, rechtsradikale Juden, welche für den Schlamassel verantwortlich sind.»
2.
«Mir fehlt der Aufschrei der jüdischen Bevölkerung!»
3.
«Das jüdische Volk hätte es in den Händen, diese von ihm gewählte verbrecherische Regierung zu stürzen.»
4.
«Die Mehrheit der jüdischen Bevölkerung, egal ob rechts oder links aber auch weltweit viele hinter diesem grausamen Regime steht.»
5.
«Der immer stärker aufkommende Judenhass wundert mich gar nicht.»
6.
«Es liegt an uns, die Antisemitismuskeule zu ignorieren …»
7.
«Nur stehen Israels Verbrechen im Gazastreifen, im Westjordanland, im Libanon usw. diesen Verbrechen in nichts nach.» Gemeint sind hier ausdrücklich «die Verbrechen der Nazis».
8.
«Mit der Staatsgründung von Israel durch die internationalen Institutionen wurde ein Fremdkörper in die Gegend gepflanzt.»
9.
«Und wenn ein Anschlag auf eine israelische Botschaft … passiert, ist das offizielle Israel entsetzt. Aus meiner Sicht kann das durchaus wieder vorkommen.»
10.
«… Ehe Israel nicht eine vernichtende Niederlage … beigebracht wird …» einschliesslich der Formulierung von der «Vernichtung der persönlich für die Angriffskrieg verantwortlichen israelischen Politiker und Generäle».
Und was macht eigentlich der Tages-Anzeiger?
Ein grosses Medienhaus trägt Verantwortung für den Diskursraum, den es eröffnet. Es ist nicht glaubwürdig, erst einen stark einseitigen und aufgeladenen Text zu veröffentlichen und sich dann aus der Verantwortung zu stehlen, wenn darunter Hasskommentare veröffentlicht werden. Natürlich hat die Redaktion diese Kommentare nicht selbst geschrieben. Aber sie hat das Klima mit geschaffen. Sie hat Israel fast nur als Täter gezeigt und zentrale Teile des Kontexts weggelassen. Und sie hat zugelassen, dass darunter Kommentare stehen, in denen Juden kollektiv verantwortlich gemacht, Antisemitismus relativiert und Gewaltfantasien geäussert werden.
Dieser Fall ist sehr aufschlussreich. Er steht nicht allein. Wenn man sich die Kommentare in anderen Online-Portalen anschaut, kann man das sehen. Er zeigt, wie tief der Hass auf Israel sitzt, angeheizt nicht nur von gewissen Medien sondern auch von mehrheitlich links-grünen «Politgrössen». Er macht auch deutlich, wie schnell daraus Hass auf Juden wird. Und er macht deutlich, wie wenig Hemmungen manche Medien noch haben, einem solchen Klima Raum zu geben. Warum sie es nicht angehen? Weiss ich nicht. Ich werde auch keine Zeitungen mehr fragen, warum sie die Kommentare nicht löschen oder die Kommentarspalten schliessen. Wir sind im Jahr 2026 und niemand kann sich herausreden. Der Schweizer Presserat? Keine Ahnung. Jemand kann ja mal nachfragen. Helfen wird es erfahrungsgemäss nicht viel.
Der Tages-Anzeiger sollte sich nicht fragen, ob seine Leser zu emotional reagiert haben. Er sollte sich vielmehr fragen, warum unter seinen Artikeln immer wieder genau diese Muster auftauchen. Warum Juden als Gruppe verantwortlich gemacht werden. Warum Israels Existenz infrage gestellt wird. Warum Antisemitismus verharmlost wird. Warum Gewaltfantasien ungeahndet bleiben.
Das ist keine «kontroverse Debatte» mehr. Es ist publizistisch geduldeter Judenhass und ein Armutszeugnis für eine Redaktion, die es besser wissen müsste.

























Leider werden solche unterirdischen Kommentare zunehmend auch in Tageszeitungen, Radiosendungen (DLF)und Zeitschriften veröffentlicht. Ich habe mir angewöhnt zu intervenieren. Bei hetzerischen Kommentaren oder Leserbriefen beschwere ich mich immer. Ist es ein solides Medium, dann gibt es durchaus Verständnis und es wird gelöscht. Ich habe mich erst kürzlich bei dem konservativen und eher israelfreundlichen „Cicero“ mit einer E-Mail an den Chefredakteur gemeldet. Dieser entschuldigte sich bei mir und machte die KI verantwortlich für die Misere.
Der Tagesanzeiger bedient seine Klientel, und die ist links, und da treffe ich keine Leute an, die selber denken. Da wird einfach ein Kanon übernommen, bei diversen Themen und eben auch bei Israel und Juden. Ich lese den Tagi nur noch, damit ich weiss, welchen Unsinn die erzählen. Damit ich mir keine Illusionen mache.
Die Tamedia lassen jeden Kommentar gegen Israel, gegen die „Juden“ zu und lehnen Berichtigungen in der Regel konsequent ab. Angeblich verstossen die Berichtigungen gegen die Kommentarregeln.
Der Tagesanzeiger hat schon harmlose Kommentare von mir gelöscht. Ganz einseitig.
Die weltweit mehrheitlich antiisraelischen Medien, zu denen hierzulande vor alle SRF und der Tagi gehören, haben durch ihre einseitige, hetzerische Berichterstattung dem Israelhass massiven Schub verliehen, leider ohne strafrechtliche Konsequenzen. Wir scheinen wieder zurück im Jahr 1933 zu sein.
Herzlichen Dank an Gerardo Raffa für den längst fälligen Beitrag zu diesem leidigen Thema. Wenn die Medien, welche einseitig Israel diffamierende Beiträge wie im z.B. im TA von Bernd Dörries (SZ), sowie entsprechende hetzerische Kommentare (meist mit Pseudonym!) noch weiterhin zulassen, werden wir uns des grassierenden Antiisraelismus/Antisemitismus/Antizionismus nicht mehr erwehren können.
Heisst es nicht: „Wehret den Anfängen“. Leider ist diese Phase schon längstens vorbei…
Antisemitismus hat in meiner Sicht zwei Hauptmerkmale:
die kollektive Schuldzuweisung an Israel und Juden,
die Verweigerung gleicher Rechte und grundlegender menschlicher Sicherheit für Juden.
Beide Merkmale sind in der europäischen Anti-Israel-Propaganda klar erkennbar: Israel wird für seine bloße Existenz und für „Ungerechtigkeit“ gegenüber palästinensischen Arabern verantwortlich gemacht, während den Juden das Recht auf einen sicheren, verteidigbaren Staat verweigert wird. Das läuft faktisch auf die Verweigerung des Lebensrechts für Israelis und Juden hinaus und rationalisiert Terror gegen sie seit 1948. Besorgniserregend ist, dass viele in der Schweiz anscheinend nicht in der Lage (oder nicht bereit) sind, einfache Logik anzuwenden, Fakten zu prüfen oder sich in die Lage der Israelis zu versetzen. Einige Beispiele:
Israel wird beschuldigt, „palästinensisches Land zu stehlen“ (z.b. SBB werbungen), obwohl die arabischen Staaten ab 1948 (nur drei Jahre nach dem Holocaust) wiederholt Vernichtungskriege gegen Israel begonnen haben, um den jüdischen Staat zu zerstören und das Land zu erobern.
Israel wird vorgeworfen, Araber „zu vertreiben“, obwohl die Zahl der aus arabischen Ländern vertriebenen jüdischen Flüchtlinge sogar höher lag (rund 850.000). Heute leben in der arabischen Welt praktisch keine Juden mehr, während 20 % der israelischen Staatsbürger Araber sind, die in jeder Stadt Israels mit vollen Bürgerrechten leben. Diese Tatsache ist bekannt, sie scheint jedoch unter der ständigen einseitigen Medienberichterstattung einfach zu verschwinden.
Israel und Juden werden endlos wegen „Ungerechtigkeit“ gegenüber palästinensischen Arabern verurteilt, doch der jahrzehntelange Terror gegen Juden seit den 1920er-Jahren und das erklärte arabische Ziel, den jüdischen Staat 1948 zu vernichten, zählen offenbar nicht als Ungerechtigkeit.
Juden, die in Judäa und Samaria leben, ihrem angestammten Heimatland, das bereits in den ursprünglichen völkerrechtlichen Dokumenten (San Remo 1920, Britisches Mandat) anerkannt wurde, werden als schwerstes Verbrechen dargestellt, während arabischer Terror und die von arabischer Seite begonnenen Kriege gegen Israel heruntergespielt werden.
Juden werden als „westliche Kolonisatoren“ bezeichnet, obwohl die Erste Alija bereits 1882 unter osmanischer Herrschaft begann (Jahrzehnte vor der Balfour-Erklärung), jüdische Investitionen und Landkäufe schon in den 1850er-Jahren stattfanden, Juden in Jerusalem schon lange vorher die Mehrheit bildeten und es eigentlich die Araber waren, die Palästina im 7. Jahrhundert erobert haben.
Dieses Muster – einseitige Medienberichterstattung gepaart mit antisemitischen Klischees, ist ein Versagen der Zivilgesellschaft und ein alarmierendes Signal für die Schweiz.
Über die zum Teil skandalösen Kommentare habe ich mich schon oft geärgert. Eine Schande, dass solch hetzerische, zum Teil total verlogene Kommentare überhaupt aufgeschaltet werden. Viele Kommentarschreibende haben tatsächlich keine Ahnung vom Nahost-Konflikt. Sie sind schlicht berauscht vom Antisemitismus. Antisemitismus ist immer auch ein Zeichen von Nichtwissen bzw. von gewolltem Nichtwissen, d.h. von Dummheit.
Die Tamedia-Blätter sind, was den Nahost-Konflikt anbetrifft, in Sachen Einseitigkeit kaum zu übertreffen. Damit schüren sie bewusst den Antisemitismus. Haben Tagi & Co. z.B. je über das traurige Schicksal der jungen Soldatin Noa Marciano berichtet? Sie wurde am 7.10.2023 entführt und dabei am Bein verletzt. Anstatt die Verletzungen zu nähen, hat ein Arzt im Shifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt die junge Frau ermordet indem er ihr Luft in die Venen injizierte während sie um ihr Leben flehte. Als wäre die Tat nicht schon teuflisch genug, wurde diese auch noch gefilmt. Später wurde das Video dem Vater der Ermordeten zugestellt!