Am Sonntag verfügte Premierminister Benjamin Netanyahu die Einbehaltung israelischer Finanzmittel an die Palästinensische Autonomiebehörde, um Entschädigungen an Bauern an der Grenze zum Gazastreifen zu zahlen, deren Felder von den massiven Feuern zerstört wurden, die durch Branddrachen aus dem Gazastreifen ausgelöst wurden.

 

Der Premierminister beauftragte den Leiter des Nationalen Sicherheitsrats, Meir Ben-Shabbat, ein Verfahren auszuarbeiten, welches die Zahlungen an die Palästinensische Autonomiebehörde einbehält, um Entschädigungszahlungen für die Gemeinden an der Grenze zum Gazastreifen einzuleiten, die in den vergangenen 6 Wochen den Verlust mehrerer Tausend Hektar Landwirtschafts- und Naturschutzflächen durch die Feuer zu beklagen hatten.

Nach einer Schätzung der Steuerbehörde belaufen sich die landwirtschaftlichen Schäden seit März auf rund 1,4 Millionen USD.

Netanyahus Anweisung erfolgte, als Feuerwehrleute gemeinsam mit einheimischen Bewohnern versuchten, die Brände in den Feldern der Kibbuzim Nir Am, Or Haner und Be‘eri zu löschen. Nach mehreren Stunden vermeldete die Löschmannschaft, die Feuer seien unter Kontrolle.

Es gab Forderungen an die Regierung, den an die Grenze zum Gazastreifen angrenzenden Bereich zum Katastrophengebiet zu erklären.

Knessetmitglied Ayelet Nahmias-Verbin von der Zionistischen Union appellierte an den Premierminister, die zuständigen Dienststellen einzuschalten, um den Gemeinden im Grenzgebiet Hilfe zukommen zu lassen.

„Bislang wurden schätzungsweise 25.000 Dunam (2.500 Hektar) Landwirtschafts- und Naturschutzflächen in der Region vom Feuer zerstört“, stellte sie fest. Dies entspricht mehr als einem Drittel der gesamten an den Gazastreifen angrenzenden Fläche.

Die Armee bereitet sich in den kommenden Tagen auf weitere Palästinenser-Proteste an der Grenze zum Gazastreifen vor, teilte ein führender Armeevertreter am Donnerstag mit. Dies gilt insbesondere für Dienstag, den 5. Juni, den Tag, an dem die Palästinenser den Naksa-Tag begehen – den Jahrestag des Ausbruchs des 6-Tage-Krieges.

Am Samstag verwüstete ein von den Demonstranten an der Grenze zum Gazastreifen ausgelöster Grossbrand ein Naturschutzgebiet in Israel. Nach Auskunft offizieller Regierungsvertreter war dies die schlimmste Feuersbrunst, seit die Demonstranten im Gazastreifen in den vergangenen Monaten die Taktik der Branddrachen praktizieren.

Brandermittler im Naturschutzgebiet Carmia teilten mit, das Feuer vom Samstag sei höchstwahrscheinlich von einem Branddrachen ausgelöst worden. Möglicherweise aber auch von einem mit Chemikalien gefüllten Ballon, aus dem Flammen über das Gebiet herabgetropft seien, dies berichtete Hadashot News.

Dabei wurden rund 2.000 bis 3.000 Dunam (200 – 280 Hektar) Ackerfläche sowie Teile eines Naturschutzgebiets in der Nähe des Kibbutz Carmia zerstört. Offizielle Vertreter der Israelischen Behörde für Natur und Parks schätzten, dass mindestens ein Drittel des Naturschutzgebiets Carmia zerstört wurde. Nach ihrer Aussage hat das Feuer sowohl der Tier- als auch der Pflanzenwelt innerhalb des Schutzgebiets massive Schäden zugefügt.

Insgesamt kämpften die Feuerwehrleute am Samstag gegen drei Grossbrände und mehrere kleinere Feuer an der Grenze zum Gazastreifen an. Bei allen geht man davon aus, dass sie von Branddrachen ausgelöst wurden, die man in der Küstenenklave aufsteigen liess. Einheimische versuchten Seite an Seite mit Feuerwehrleuten und Soldaten die Feuer einzudämmen, die seit Ende März, als die Proteste im Rahmen der „Märsche der Rückkehr“ entlang der Grenze begannen, nahezu täglich stattfinden.

Während der Proteste lenkten die Bewohner des Gazastreifens Hunderte der mit Molotowcocktails ausgestatteten Lenkdrachen und Behälter mit brennendem Benzin nach Israel und setzten dort grosse Landstriche in Brand.

Militärstrategen haben damit begonnen, neue Massnahmen gegen diese Anschläge zu ergreifen, darunter Optionen aus den IDF-Reaktionen auf Raketenangriffe und andere Terroranschläge. Um die Drachen aus der Luft zu holen, kamen seitens der IDF ausserdem auch Drohnen zum Einsatz.

Quellen: Times of Israel, TPS, Sicherheitsbehörden, Agenturen

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