Links: Rettungskräfte tragen die Leiche eines Opfers, das von islamistischen Terroristen, in einem Jerusalemer-Bus erschossen und erstochen wurde. Rechts: Ärzte tragen ein Opfer, das von islamistischen Terroristen, in einem Pariser Lokal angeschossen und verwundet wurde. Foto Gatestone
Links: Rettungskräfte tragen die Leiche eines Opfers, das von islamistischen Terroristen, in einem Jerusalemer-Bus erschossen und erstochen wurde. Rechts: Ärzte tragen ein Opfer, das von islamistischen Terroristen, in einem Pariser Lokal angeschossen und verwundet wurde. Foto Gatestone

Wer sagt, dass der Vorsitzende der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, Terroranschläge gegen Zivilisten nicht verurteilt? Wie sich gezeigt hat, verurteilen er und seine Palästinensische Autonomiebehörde (PA) Terrorismus sehr wohl – allerdings nur, wenn er sich nicht gegen Israelis richtet. Bei israelischem Blut, so scheint es, ist es etwas anderes.

von Bassam Tawil

Nach dem Terroranschlag am 3. Juni auf der London Bridge, bei dem 7 Menschen getötet und 48 weitere verletzt wurden, führte Abbas den internationalen Aufschrei an.

In einer kurzen, von Abbas‘ Dienststelle veröffentlichten Erklärung hiess es:

„Der Präsident des Staates Palästina, Mahmoud Abbas, verurteilte am Sonntag den Terroranschlag in der britischen Hauptstadt London. Seine Exzellenz (Abbas) bekundete sein tiefes Beileid gegenüber Grossbritannien – seiner Königin, seiner Regierung und dem Volk sowie den Familien der Opfer des Terrorangriffs. Er bekräftigte seine feste Absage an alle Formen des Terrorismus.“

Seine Erklärung steht in Einklang mit anderen Stellungnahmen Abbas‘ in jüngerer Zeit. Erst vor wenigen Wochen verurteilte Abbas in Bethlehem anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem Gast, dem US-Präsidenten Donald Trump, den Terroranschlag am 23. Mai im britischen Manchester – den tödlichsten Anschlag in Grossbritannien seit dem 7. Juli 2005, als 23 Menschen getötet und 119 verletzt wurden, davon 23 lebensgefährlich.

Abbas bezeichnete den Terroranschlag als ein „verabscheuenswürdiges Verbrechen“ und sagte, die Palästinenser seien bereit, mit den USA als „Partner im Krieg gegen den Terrorismus in unserer Region und der Welt“ zusammenzuarbeiten.

Zwei Tage später war Abbas einer der ersten, der einen Terroranschlag in Mittelägypten missbilligte, bei dem 28 koptische Christen getötet wurden. Und abermals sagte Abbas, er und die Palästinenser ständen Ägypten und dessen Präsidenten, Abdel Fattah al-Sisi, im Krieg gegen den Terrorismus zur Seite.

Diese verbale Scharade dauert nun schon eine ganze Weile lang an.

Im vergangenen April war Abbas nur allzu schnell bereit, den Terroranschlag in der St. Petersburger Metro in Russland, bei dem 15 Menschen getötet und 45 weitere verletzt wurden, zu verurteilen. In einem Brief an den russischen Präsidenten, Vladimir Putin, versicherte Abbas, dass er und die Palästinenser Russland in seinem Krieg gegen den Terrorismus unterstützen.

„Wenn es um Israel geht, sieht das Ganze völlig anders aus.“

Auch die in den letzten beiden Jahren erfolgte Welle von Terroranschlägen in Belgien, Frankreich und Deutschland verurteilte Abbas nur allzu bereitwillig. Diese augenscheinliche Ablehnung des Terrorismus durch Abbas ist eine überraschende Entwicklung. Der einzige Haken an der Sache ist: Wenn es um Israel geht, sieht das Ganze für Abbas völlig anders aus.

Seit zwei Jahren führen die Palästinenser eine neue Art der „Intifada“ gegen Israel – eine, die, ähnlich wie in Grossbritannien, Frankreich und Deutschland, aus Messerangriffen und Auto-Rammattacken besteht. Die Welle von Anschlägen, die im September 2015 begann, kostete bislang 49 Menschen das Leben und über 700 weitere wurden verletzt. Seither haben die Palästinenser mehr als 177 Messerangriffe, 144 Schiessereien und 58 Fahrzeug-Rammattacken verübt.

Diese Terrorwelle ist das direkte Resultat der Aufwiegelung durch verschiedene palästinensische Gruppierungen und Anführer, einschliesslich Abbas selbst.

Wenige Tage vor Ausbruch der Gewalt verkündete Abbas:

„Jeder Tropfen Blut, der in Jerusalem vergossen wird, ist heiliges Blut, so lange es für Allah vergossen wird. Jeder Märtyrer (Shahid) wird ins Paradies gelangen und jeder Verwundete wird belohnt werden, so Allah will. Die Al-Aqsa Moschee gehört uns und sie [die Juden] haben kein Recht, sie mit ihren schmutzigen Füssen zu entweihen. Wir werden es ihnen nicht erlauben [sie zu entweihen] und wir werden alles daran setzen, Jerusalem zu schützen.“

Nur wenige Tage später folgten die Palästinenser Abbas‘ Aufruf, indem die neueste Welle von Terroranschlägen gegen die Israelis losbrach. Diese mörderischen Angriffe halten bis heute an. Abbas‘ Aussagen waren der Auslöser für die neue „Intifada“, die genau zeitgleich mit den Anschlägen stattfindet, die wir in den Strassen von Paris, London und Berlin erleben.

Abbas, der neueste Terror-Entsager der Welt, entschloss sich jedoch gleichzeitig auch, seinen expliziten Aufruf an die Palästinenser nicht zurückzunehmen, in welchem er sie aufgefordert hatte, Juden abzuschlachten, um sie davon abzuhalten, die Al-Aqsa Moschee zu „entweihen“. Unnötig zu erwähnen, dass die Juden die Moschee weder entweiht noch in irgendeiner anderen Weise beschädigt haben. Alles, was bisher von ihrer Seite aus geschah, sind gesetzlich erlaubte, touristische Besuche des äusseren Tempelberg-Komplexes. Keiner dieser Juden hat je auch nur einen Fuss in die Al-Aqsa Moschee gesetzt.

Trotzdem nutzten Abbas und die Palästinenser die Besuche von Juden auf dem Tempelberg aus, um gegen Israel zu hetzen und lösten so die aktuelle Welle von Messerstechereien und Fahrzeug-Rammattacken aus.

Abbas hat nicht nur versäumt, seinen tödlichen Terror-Aufruf an die Palästinenser zurückzuziehen, sondern sich auch geweigert, die Angriffe zu verurteilen, die unzählige Israelis das Leben gekostet und Hunderte andere verletzt haben.

„Abbas ist gegen Terroranschläge. Ausser in Israel.“

Die Quintessenz ist demnach: Abbas ist gegen Terroranschläge, wo immer in der Welt sie stattfinden mögen. Ausser in Israel. Ausser, wenn sie von seinem Volk verübt und von ihm selbst angeregt wurden.

Was diese Heuchelei noch grösser macht, ist, dass Abbas und seine PA-Führung immer wieder mit erhobenem Zeigefinger auf Israel zeigen, weil es die Terroristen, die die Anschläge ausführen, tötet. Anstatt die Täter zu verurteilen, beschuldigen Abbas und die Palästinenser mit schöner Regelmässigkeit Israel, es führe „aussergerichtliche Tötungen“ an den Terroristen durch. Mit anderen Worten, die palästinensische Führung hebt sich ihre Verurteilung für israelische Soldaten und Polizeibeamte auf, die sich selbst verteidigen und auf die Attentäter schiessen, die sie mit Messern und Äxten attackieren oder mit ihren Fahrzeugen rammen.

Wie würde die britische oder französische Regierung reagieren, wenn man sie dafür verurteilte, dass sie die Terroristen auf den Strassen von Paris und London tötete?

Ist irgendjemand im Westen Abbas‘ Doppelmoral aufgefallen, wenn es um den Terror gegen die Zivilbevölkerung geht?

Abbas bewahrt nicht nur Stillschweigen, wenn seine eigenen Leute Israelis niedermähen: Er benennt sogar Strassen und Plätze nach solchen „Helden“. Darüber hinaus belohnt er mithilfe des Geldes der amerikanischen und europäischen Steuerzahler die Attentäter und ihre Familien auch noch finanziell.

Vielleicht ist es für die Menschen im Westen endlich Zeit, zu erkennen, dass es keinen Unterschied zwischen einem Terroristen gibt, der Juden töten will, und einem, der britische, französische oder deutsche Staatsangehörige tötet. Tatsächlich hat sich mittlerweile gezeigt, dass die Terroristen in Europa die Taktiken der Palästinenser übernommen haben, wenn sie Messerangriffe, Fahrzeug- und Selbstmordattentate ausführen.

Abbas‘ Krokodilstränen sollen seine Freudentränen darüber verbergen, dass der Terrorismus nach wie vor quicklebendig ist – zumindest, wenn es um das Blut geht, das seine eigenen Leute im Namen Allahs vergiessen.

Bassam Tawil lebt als Wissenschaftler und Journalist im Nahen Osten. Auf Englisch zuerst erschienen bei Gatestone Institute.

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