Shimon Peres, 2. August 1923 - 28. September 2016- Foto Chatham House/Flickr.com, CC BY 2.0.
Lesezeit: 2 Minuten

Der ehemalige israelische Staatspräsident Shimon Peres ist im Alter von 93 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben.

Zwei Wochen nach seiner Hospitalisierung hat sich am Dienstag eine „erhebliche Verschlechterung“ des Zustands von Schimon Peres eingestellt. „Alle seine lebensnotwendigen Organe sind zusammengebrochen“ wurde berichtet, während Familienangehörige des 9. Staatspräsidenten Israels gekommen waren, um sich von ihm zu verabschieden.

Im Scheeba-Hospital in Tel Haschomer bei Tel Aviv erschienen auch israelische Politiker, darunter der sephardische Oberrabbiner und Oppositionschef Jitzhak Herzog.

In Israels Medien wurde schon über das bevorstehende Staatsbegräbnis geredet. Peres werde nach seinem Tod auf dem Vorplatz der Knesset aufgebahrt werden, damit die Bevölkerung sich von ihm verabschieden könne. Das israelische Aussenministerium bereite sich darauf vor, zahlreiche Staatsgäste zu betreuen. Wie kaum ein anderer Israeli hat Peres in seinem langen Leben von fast 94 Jahren zahllose ehemalige und amtierende Staatsmänner getroffen. „Es wird erwartet, dass jeder von ihnen kommen wolle, um Peres das letzte Geleit zu geben“. Zu seinen „Freunden“ zählte Peres den Papst, alle amerikanischen Präsidenten, Putin, Merkel, Hollande und nicht zuletzt König Abdullah von Jordanien.

Nach einer Trauersitzung der israelischen Regierung am Mittwochmorgen wird der Ausschuss für Zeremonien und Symbole zusammentreten, um die Einzelheiten des Staatsbegräbnisses des verstorbenen 9. Staatspräsidenten Israels zu beschliessen.

Viele Staatsgäste erwartet

Die Liste der erwarteten Staatsgäste ist noch nicht endgültig. Neben US-Präsident Barack Obama haben schon Papst Franziskus, Bundespräsident Gauck, Angela Merkel, Königin Beatrix von Holland, Prince Charles, Bill und Hillary Clinton und andere Staatsführer ihr Kommen angekündigt. Unklar sei nach Medienberichten noch, ob der russische Präsident Putin kommen werde oder sich vertreten lassen wolle. Aus der arabischen Welt wird mit Jordaniens König Abdullah gerechnet. Möglicherweise werde auch der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas dem verstorbenen Peres die letzte Reverenz erweisen. Ob der ägyptische Präsident A-Sisi kommen werde, ist noch unklar. Genannt wurden auch zahlreiche Gäste aus Afrika, Südamerika und Asien.

Am Donnerstag soll der Sarg von Peres vor der Knesset, dem israelischen Parlament, aufgebahrt werden. Am Freitag soll das Begräbnis auf dem Herzl-Berg stattfinden, wo schon andere grosse Persönlichkeiten Israels begraben liegen, darunter Staatspräsidenten und Regierungschefs.

Auf dem Ben Gurion Flughafen werden separate Parkbereiche vorbereitet für die zahlreichen Flugzeuge wie der Air Force One und anderen Privatmaschinen. Am Freitag werde die Autobahn zwischen Tel Aviv und Jerusalem die meiste Zeit gesperrt bleiben, um den offiziellen Delegationen schnelle Durchfahrt zu ermöglichen. Die meisten Gäste werden sich nur knappe Zeit in Israel aufhalten und sofort wieder heimfliegen.

Zuletzt kamen zu einem grossen Staatsbegräbnis Würdenträger aus aller Welt nach Jerusalem nach der Ermordung von Jitzhak Rabin 1995.

Über Ulrich W. Sahm

Ulrich W. Sahm, Sohn eines deutschen Diplomaten, belegte nach erfolgtem Hochschulabschluss in ev. Theologie, Judaistik und Linguistik in Deutschland noch ein Studium der Hebräischen Literatur an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Seit 1975 ist Ulrich Sahm Nahost-Korrespondent für verschiedene deutschsprachige Medien und berichtet direkt aus Jerusalem.

Alle Artikel