Das jüdische Neujahr – Rosch Haschana 5776

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Foto: hubpages
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Heute Abend beginnt das jüdische Neujahrsfest, welches bis Dienstagabend andauert. Gemäss jüdischer Tradition wurde der Mensch am Rosch Haschana als Krönung der Schöpfung erschaffen.

Ein weiterer Name für das Neujahrsfest lautet “Jom Hadin”, der Tag des Gerichtes. Nach jüdischem Glauben richtet der Schöpfer der Welt an diesem Tag jeden Menschen einzeln, und bestimmt sein Schicksal für das neue Jahr. Auch Länder werden beurteilt, auch ihr Los wird an diesem Tag bestimmt. Metaphorisch wird davon gesprochen, dass unser Schicksal für das neue Jahr am Rosch Haschana in “Gottes Buch” eingeschrieben wird, und dieses Schicksal wird am Jom Kippur, dem jüdischen Versöhnungstag, besiegelt. Nach dem jüdischen Glauben wartet Gott auf die Rückkehr des Menschen zum guten und gerechten Weg. Eine Rückkehr zum guten Weg, Wohltätigkeit und Gebete können ein negatives in ein positives Urteil verwandeln. Insofern ist der Mensch seinem Schicksal nicht ausgeliefert, sondern hat die Wahl, den guten Weg, den Weg des Lebens, zu wählen.

Für den jüdischen Menschen bedeutet dies die Verpflichtung zur Tora, der jüdischen Lehre, und dem Einhalten ihrer Gebote. An den zwei Feiertagen werden spezielle Gebete in den Synagogen gesagt, und dazwischen das Schofar, ein Widderhorn, geblasen. Das Schofarblasen ist im jüdischen Gesetz verankert und soll einerseits den Einzelnen zur Teschuva (Rückkehr) bewegen, während es andererseits die Kraft hat, Gottes Erbarmen beim Richten der Welt hervorzurufen.

Der Feiertag ist mit symbolischen Bräuchen besetzt. Dazu gehört, süsse Speisen zu essen, vor allem Apfelstücke mit Honig, welche die Hoffnung auf ein süsses Jahr symbolisieren. Ausserdem begeben sich jüdische Menschen am ersten Nachmittag an ein Gewässer, wo sie das Taschlich– Gebet aussprechen, in welchem der Wunsch zum Ausdruck gebracht wird, die Sünden ins Wasser zu werfen, um das neue Jahr sündenlos und mit der Möglichkeit, neu beginnen zu dürfen, antreten zu können. Je nach jüdischer Gemeinde, sei es im Osten oder Westen, entfalten sich die buntesten Bräuche, die jedoch alle das gleiche symbolisieren möchten: Die Hoffnung auf ein gutes und gesegnetes neues Jahr, der Vorsatz auf Verbesserung der eigenen Charakterzüge und Taten, und die Zuversicht auf Vergebung.

In diesem Sinne: Shana tova, chativa vechatima tova. Ein gutes Jahr, mögen wir alle für ein gutes und gesundes Jahr eingeschrieben werden, ein Jahr von Nächstenliebe und Frieden.