Start Audiatur Exklusiv Warum die Bekämpfung von Antisemitismus und Terrorismus keine «Cancel Culture» ist

Warum die Bekämpfung von Antisemitismus und Terrorismus keine «Cancel Culture» ist

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Solidaritätskundgebung für Israel, Berlin, 06.10.2024. Foto IMAGO / IPON
Solidaritätskundgebung für Israel, Berlin, 06.10.2024. Foto IMAGO / IPON
Lesezeit: 10 Minuten

Das israelische Vorgehen gegen internationale Nichtregierungsorganisationen Ende 2025/Anfang 2026 löste umgehend schwere Vorwürfe aus: Von „Silencing“ bis hin zur politischer Selbstzensur von Hilfsorganisationen, die nun aus Angst vor Lizenzentzug ihr Wordinganpassen würden, war die Rede. Auch die Strafbarkeit der Parole „From the River to the Sea” wurde in der Palästinaszene als Angriff auf die Meinungsfreiheit gewertet. „UN-Experten” interpretierten die Rechtsprechung als Kriminalisierung des „palästinensischen Aktivismus“. Wer diese Vorgänge– wie in beiden Fällen geschehen – unter Cancel Cultureverbucht, verkennt grundlegend, wie Cancelntatsächlich funktioniert.

von Moritz Pieczewski-Freimuth

Cancel Culture erleben wir dort, wo unliebsame Meinungsäusserungen gezielt unterdrückt werden und die sich äussernde Person dafür persönlichen Schaden erleidet. Der finanzielle Tod, etwa durch berufliche Degradierung, oder der soziale Tod in Form von Rufschädigung werden dabei billigend in Kauf genommen.

Machttechnik von Mob und Elite

Cancel Culture fragt nicht nach, hört nicht zu und begründet weder rational noch, um mit Kant zu sprechen, „ohne Leitung eines Anderen“.  Es wird (vor-)verurteilt und zugleich gerichtet. Personen werden gedemütigt, statt dass sie um das bessere Argument streiten. Canceln folgt einer Herdendynamik, in der gilt, dass das, was das moralische Deutungskartell denkt und tut, schon richtig sein muss.

Ziel dieser Praxis ist es, Infragestellungen zu unterbinden und unbequeme Denker ins Abseits zu drängen. Ihr Ausgangspunkt ist dabei stets ein bestimmter diskursiver Zeitgeist – nicht zwingend getragen von einer gesellschaftlichen Mehrheit, sondern häufig von veröffentlichten Meinungen oder tonangebenden Akteuren aus Kultur- und Medienbetrieb. Cancel Culture dient dem Machterhalt, der Absicherung des Status quo und der Einengung von Debatten. Sie trifft dabei keineswegs nur marginalisierte Personen oder Gruppen. Auch Privilegierte können folgenreich an den Pranger gestellt werden.

Typische Beispiele sind der Vorwurf der Muslimfeindlichkeit oder des Rassismus gegen Kritiker des Islamismus – etwa im Rahmen des Berichts vom „Unabhängigen Expertenkreis Muslimfeindlichkeit“ – oder die Diffamierung von Skeptikern staatlicher Corona-Massnahmen als „Leugner“, wie beispielsweise der Shitstorm gegen Prominente der #Allesdichtmachen-Kampagne.

Sind auch selbsternannte Palästina-Aktivisten vom Canceln betroffen?

Andere würden diese Liste erweitern und behaupten, dass auch dann „gecancelt“ werde, wenn sogenannte „Israelkritik“ reflexartig mit dem Vorwurf des Antisemitismus beantwortet wird oder wenn Parteinahme für die Palästinenser mit der Unterstellung einer Hamas-Sympathie konfrontiert wird.

In dieselbe Richtung argumentieren diejenigen, die im Entzug von Lizenzen für internationale NGOs durch Israel oder in Repressionen im Zusammenhang mit der Parole „From the River to the Sea” eine systematische Unterdrückung legitimen Engagements und eine Einschränkung politischer Grundrechte erkennen wollen. Dieser Rezeption, es würde sich dabei ebenfalls um Gesinnungsjustiz handeln, stehen jedoch zwei wesentliche Punkte entgegen: der sachliche Beweggrund der Massnahmen und ihre geringe Anschlussfähigkeit im kulturellen und kommunikativen Establishment.

Terroristen im Ärztekittel

Zur Ignoranz gegenüber der Wahrheit: Besonders deutlich wird diese in der gegenwärtigen medialen Anschwärzung Israels, das angeblich willkürlich Hilfsorganisationen im Gazastreifen und Westjordanland „verboten“ habe. Bei zwei namhaften humanitären Dienstleistern wurden Verquickungen zu Terroristen aufgedeckt, die deren Unabhängigkeit massiv unterminieren. Ihnen wurde nicht wahllos, sondern gut begründet die Erlaubnis für die Palästinensergebiete entzogen. World Vision International, deren Lizenz zum 1. Januar 2026 von den israelischen Behörden einkassiert wurde, beschäftigte laut Recherchen des ehemaligen Nachrichtendienstlers und Bloggers U.M. (bürgerlich: Joey Hoffmann) einen später verurteilten Hamas-Funktionär als Büroleiter. Ärzte ohne Grenzen, deren Tätigkeit inzwischen auch nicht mehr genehmigt ist, stellte laut Jewish News Syndicate über Jahre hinweg einen nachweislichen Raketenbauer des Palästinensischen Islamischen Dschihad ein. Ein weiterer Arzt war zugleich als Hamas-Scharfschütze aktiv. Moch ein Mitarbeiter fungierte als führender Kader der terroristischen Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP). Ein dritter Mitarbeiter war wegen eines Attentats auf den damaligen israelischen Premierminister Ehud Olmert angeklagt. Ein Ärzte ohne Grenzen-Krankenpfleger aus Gaza hatte einst auf israelische Soldaten geschossen.

Vor diesem Hintergrund hatte Israel jedes Recht eine strengere Rechenschaftspflicht für Hilfsorganisationen einzufordern. Die neuen Regelungen zielen im Kern auf Transparenz: Offenlegung von Finanzierungsquellen, Angaben zu Grossspendern sowie Offenlegung aller ausländischen und palästinensischen Mitarbeiter. Mehrere NGOs erklärten bereits im Vorfeld offen, diese Bedingungen nicht erfüllen zu wollen. Dass Organisationen, die sich bewusst einer sicherheitsrelevanten Überprüfung verweigern, daraufhin keine Zulassung erhalten, ist kein Akt der Ausgrenzung, sondern selbstverschuldet und eine nachvollziehbare Konsequenz in einem bewaffneten Konflikt. Mit Cancel Culture hat das nichts zu tun. Humanitäre Hilfe kann nur dann ihren Zweck erfüllen, wenn sie sich nicht als Deckmantel für Terror missbrauchen lässt. Wenn die Organisationen wissentlich als Tarnstruktur fungieren, haben sie ihr Vertrauen verspielt.

Niemand verbietet „propalästinensischen“ Aktivismus

Ein weiteres Stichwort sind die Strafverfolgungen und Demonstrationsauflagen im Zusammenhang mit der Parole „From the river ot he sea – Palestine will be free“. Im Dezember 2025 stufte die Staatsschutzkammer des Landgerichts Berlin den Slogan erneut als strafbar ein. Der Eingriff in die Äusserungsfreiheit wurde damit gerechtfertigt, dass die Parole als Kennzeichen der in Deutschland verbotenen Terrororganisation Hamas eingestuft wird und eine metaphorische Darstellung ihrer Forderung nach einer kompletten Vernichtung Israels darstellt. Im vorliegenden Fall postete der Angeklagte ausserdem Propagandabilder der am 7. Oktober beteiligten „Al-Aqsa Märtyrerbrigaden“.

Diese Rechtsprechung war nicht immer Usus: Vor dem Hamas-Verbot durch das Bundesinnenministerium im November 2023 wurde die Parole von deutschen Gerichten fast durchgehend als durch die Meinungsfreiheit gedeckt angesehen. Selbst im Juli 2025 wurde eine sogenannte pro-palästinensische Aktivistin, die ebenfalls wegen Kundgabe der Parole „From the River to the Sea“ angeklagt war, vom Amtsgericht Tiergarten freigesprochen. Die Angeklagte konnte plausibel darlegen, dass sie die Parole nicht zur Unterstützung der Hamas verwendet habe.

Anders als von der „Szene“ oder UN-Akteuren behauptet, wurde weder die Meinungsfreiheit untergraben noch pauschal Palästina-Aktivismus kriminalisiert, sondern Werbung für islamistischen Terror und Volksverhetzung sanktioniert. Entscheidend sind die Hamas-Konnotation und die Absicht zur Auslöschung ganz Israels – liegt diese nicht vor, gibt’s auch kein entsprechendes Urteil. Eine Meinung oder Einstellung kann der Staat nicht verbieten, die Anstachelung zu Gewalt oder Propagierung von Terror hingegen schon.

Angst vor dem „Antisemitismusvorwurf“

Schaut man auf die Meta-Ebene, lässt sich beobachten, dass diese Massnahmen weder vom Mob noch von der derzeit linksautoritär dominierten, diskursprägenden Avantgarde wohlwollend rezipiert werden. Schnell ist von Sprech- oder Demonstrationsverboten die Rede, häufig verbunden mit der Klage, man dürfe „wegen der Geschichte nichts mehr gegen Israel sagen“. „Free Palestine from German guilt“ bekunden sie ja auf ihren Aufmärschen.

Ergebnisse der Mitte-Studie2024/25 zeigen, dass etwa 15 bis 20 Prozent der befragten Deutschen Aussagen zustimmen, wonach Juden versuchten, aus dem Holocaust „heute noch Vorteile zu ziehen“. Weitere rund 20 Prozent antworten mit „teils/teils“ – was bedeutet, dass nahezu jeder zweite Deutsche solche Narrative zumindest nicht eindeutig zurückweist.

Laut einer Online-Befragung unter rund 2.000 Wissenschaftlern der Freien Universität Berlin nach dem 7. Oktober gaben rund 26 Prozent an, dass sie „oft“ das Gefühl haben, ihre Meinung – insbesondere zu Israel/Palästina – nicht frei äussern zu können. 76 Prozent berichten, dass sie sich bei israelbezogenen Themen selbst zensieren. Als Grund nennen sie im Wesentlichen die Angst vor Antisemitismusvorwürfen.

Interessant wird der Vorwurf von Debattenzensur durch die „Antisemitismuskeule“ und die Differenz zwischen gefühlter und realer Benachteiligung spätestens dann, wenn man einen Blick auf die mediale Realität wirft. Die federführende Israel-Korrespondentin des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist Sophie von der Tann, deren Berichterstattung zur besten Sendezeit regelmässig durch einseitige Palästina-Solidarisierung, Relativierungen der Hamas-Gewalt und scharfe Israel-Anprangerungen auffällt.

Das Problem einer tendenziös feindlichen Israel-Berichterstattung ist jedoch nicht auf die Personalie von der Tann zu reduzieren, sondern hat System, wie Daniel Rotstein kürzlich im Perlentaucher konstatierte. Antizionismus wird nicht an den Rand gedrängt, sondern prominent platziert und zudem, wie wiederrum im Fall von der Tann, noch mit dem renommierten Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus ausgezeichnet. Von einer systematischen Unterdrückung israelkritischer oder propalästinensischer Positionen kann unter diesen Umständen nicht die Rede sein – vielleicht haben auch die Richtigen „Angst vor Antisemitismusvorwürfen“.

Islamistisches Interesse an Debattenmanipulation

Fortlaufend belegt die Allensbacher Studie, dass immer mehr Deutsche Sorge haben, ihre Meinung nicht mehr frei äussern zu können. 59 Prozent der Befragten empfinden das Sujet „Islam und Muslime“ aus Sorge vor dem Etikett „Rassist“ als besonderes Tabuthema.

Natürlich lässt sich nicht jede Form von individueller Gewalt oder jeder Terrorakt monokausal auf den Islam zurückführen; andere Motive und Faktoren müssen stets in die Analyse einbezogen werden. Ebenso verbietet sich jeglicher Hass auf Menschen allein aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Gruppe der Muslime, hier verlaufen legitime Grenzen der Redefreiheit.

Unübersehbar ist jedoch, dass es insbesondere im legalistischen Islamismus eine bewährte Strategie ist, die Opferrolle politisch zu instrumentalisieren. Akteure des politischen Islam nutzen den Diskurs über Diskriminierung gezielt, um Kritik an ihrer Ideologie pauschal als „islamfeindlich“ zu delegitimieren. Der Siegeszug des Kampfbegriffs „Islamophobie“ geht massgeblich auf die iranischen Mullahs zurück, die ihn popularisierten, um Proteste gegen die islamistische Ordnung zu pathologisieren.

Kurzum: Juden eine Kontrolle der Medien zu ihren Gunsten zu unterstellen, ist eine uralte antisemitische Verschwörungserzählung. Die Deutung rudimentär israelfreundlicher Berichterstattung oder einer verstärkten Sensibilität für Judenfeindschaft als Ergebnis einer angeblich mit der „Antisemitismuskeule“ operierenden jüdischen Lobby ist die postnazistische Neuauflage dieser Mär. Islamisten sind bei der Verbreitung dieses Narratives oft ganz vorne mit dabei, während sie zugleich selbst versuchen, Debatten gezielt in ihrem Sinn zu manipulieren. Der legalistische Weg zum Kalifat verzichtet strategisch auf offene Gewalt und setzt stattdessen auf den „Marsch durch die Institutionen“ und den Kampf um die Köpfe.

Man muss hier von Projektion sprechen. Diese zeigt sich besonders deutlich im Antagonismus von Islamismus und Zionismus: Während Islamisten Zionisten respektive Juden unterstellen, nach Weltherrschaft zu streben, verfolgen sie dieses Ziel in ihren eigenen ideologischen Programmen offen und unmissverständlich. Israel hingegen ist tatsächlich flächenmässig fast identisch mit dem Bundesland Hessen und beansprucht schlicht territoriale Integrität – nicht zuletzt aus existenziellen Sicherheitsgründen.

Wenn wir uns wirklich auf der tiefen Ressentimentebene bewegen, wird kaum jemand glauben, dass alle Muslime – nicht selten eine Chiffre für „Ausländer“ – über eine derartige Macht verfügen, Medien und öffentliche Debatten zu kontrollieren, um sich selbst zu privilegieren. Diese Form der Allmacht traut man traditionell nur Juden zu.

Und genau hier liegt der entscheidende Unterschied: Während Islamismuskritiker in der Regel sehr wohl zwischen Muslimen und islamistischen Akteuren unterscheiden und wissen, dass es gezielte Versuche diskursiver Unterwanderung durch manipulative Netzwerke – etwa der Muslimbruderschaft oder schiitischer Akteure – gibt, antworten extremistische Neurechte anders: Für sie stecken hinter Sprechverboten der Diversity-Doktrin nicht konkrete islamistische Funktionäre, sondern eine nebulöse „globalistische“ oder „kosmopolitische Elite“. Wird dieses Feindbild konkretisiert, sind es wahlweise jüdisch imaginierte Grosskapitalisten wie Rockefeller oder Gates oder reale Juden wie Soros oder die Familie Rothschild, denen die lenkende Hand hinter dem Narrativ vom „Grossen Austausch“ zugeschrieben wird.

Cancel Cultureist gratismutig – Antisemitismusbekämpfung nicht

Was Cancel Culture von legitimen Massnahmen gegen Antisemitismus und Terrorismus unterscheidet, lässt sich auf drei Punkte verdichten.

Erstens: Cancel Culture verweigert sich der Realität. Während Aktionen gegen Antisemitismus und Terror fast ausnahmslos judenfeindliche oder terroraffine Akteure treffen, diskreditiert der inflationär erhobene Rassismusvorwurf der Cancel-Akteure zuhauf statthafte Islam- oder Migrationskritik. Canceln geht es nicht um die Unterbindung von tatsächlichen Bedrohungen von Leib und Leben, sondern um selbstgerechte moralische Überheblichkeit: Virtue signalling.

Zweitens: Gewiss mag es Fälle ungerechtfertigter Antisemitismusvorwürfe geben. Doch während sich der Rassismusbegriff zunehmend zerfasert – in „antimuslimischen“, „antichinesischen“, „antipalästinensischen“ Rassismus etc. –, bei dem unter anderem soziale Eigenschaften rassifiziert werden, trägt die Weiterentwicklung der Antisemitismusdefinition einer veränderten Realität Rechnung. Sie soll präzisieren, nicht inflationieren. Antisemitische Ressentiments, die sich über den Umweg vermeintlicher „Israelkritik“ artikulieren, sind dann antisemitisch, wenn – wie Natan Scharanskies herausgearbeitet hat – Dämonisierung, Delegitimierung und Doppelstandards vorliegen. Legitimer Israelkritik hat sich – wenn überhaupt – auf konkretes Regierungshandeln zu beziehen und nicht dem jüdischen Staat per se das Existenzrecht abzusprechen. In diesem Zusammenhang muss der Doppelstandard diskutiert werden, dass beispielsweise keine China- oder Italienkritik existiert.

Ein klassisch moderner Antisemitismus liegt meines Erachtens hingegen nicht vor, wenn Menschenrechtler die jüdische Beschneidung problematisieren oder ein Satiremagazin wie Charlie Hebdo die Sexualmoral ultraorthodoxer Juden karikiert.

Antisemitismus ist ein Welterklärungsmodell – keine Religionskritik. Gleichwohl werden vergleichbare Formen der Kritik am Islam, etwa an kindeswohlgefährdenden Ritualen oder rigiden Geschlechternormen, regelmässig als rassistisch abgestempelt. In diesem Kontext treten sowohl woke Linke als auch Islamisten als Cancel-Akteure in Erscheinung.

Drittens: Canceln im Namen eines vermeintlichen Antirassismus ist gratismutig, denn die Akteure geniessen institutionelle Rückendeckung und können sich als moralische Ritter inszenieren. Mut erfordert hingegen die Bekämpfung von Antisemitismus und Terror. Menschen, die für Judenhass und Islamismus sensibilisiert sind, befinden sich meist in der Minderheit und verfügen kaum über wirkmächtige Sprachrohre – jedenfalls nicht im öffentlich-rechtlichen Rundfunk oder in einflussreichen NGOs. Zumal es sich in den genannten Fällen (Lizenzentzüge, Parolenverbote) um kontextabhängige Rechtsdurchsetzung handelt, während in den anderen Fällen (Muslimfeindlichkeitsbericht, öffentliche Diffamierung von Kritikern der Corona-Massnahmen) politisch motiviert öffentliche Verleumdungen betrieben wurden.

Erstaunlich ist ausserdem, dass ausgerechnet jene Akteure, die den Rassismusvorwurf routinemässig einsetzen, um Islamkritiker zum Schweigen zu bringen, reflexartig „Antisemitismuskeule“ oder „Einschränkung der Meinungsfreiheit“ rufen, sobald sie selbst ins Visier geraten.

Dieses Muster liess sich wunderbar im Fall von HateAid beobachten. Die als Meldestelle gegen Hass und Hetze im Netz agierende NGO verweigerte antisemitismus- und islamismuskritischen Stimmen, wie Karoline Preisler oder Ali Utlu, trotz massiver Beschimpfungen bis hin zu Morddrohungen mehrfach ihre Unterstützung.

Nun hat die Trump-Administration überprüft, welche Akteure in Europa besonders emsig als Zensoren agieren und fünf Mitarbeitern von HateAid mit einer Einreisesperre belegt. Unmittelbar darauf ertönte es empört aus denselben Kreisen: Angriff auf die Meinungsfreiheit!

Moritz Pieczewski-Freimuth ist Erziehungswissenschaftler und Publizist. Er lebt in Köln und verfasst Beobachtungen und Kommentare zu den Themen Politischer Islam, Integration, Neue Rechte, Antisemitismus und patriarchale Strukturen.

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