Fatah ruft zum gewaltsamen Aufstand in Jerusalem auf

Die Fatah-Partei von Palästinenserführer Mahmoud Abbas ruft dazu auf, "das Niveau der Konfrontation in den kommenden Tagen zu erhöhen", und fordert die Demonstranten auf, sich am Jerusalem-Tag zu einem "Aktionstag" zu versammeln.

Lesezeit: 3 Minuten

Nach den Zusammenstössen in Jerusalem, bei denen rund 200 Araber und 17 israelische Polizisten verletzt wurden, rief die Fatah-Partei von Palästinenserführer Mahmoud Abbas am Samstag zu verstärkter Gewalt in der Stadt auf, so Palestinian Media Watch (PMW).

„Die Fatah-Bewegung mit all ihren Kräften und ihrer Führung ruft dazu auf, den Aufstand fortzusetzen … Die Fatah ruft alle dazu auf, in den kommenden Tagen und Stunden das Niveau der Konfrontation in den palästinensischen Gebieten, an den Reibungspunkten und auf den Strassen der Siedler zu erhöhen“, teilte das Fatah-Zentralkomitee in einer Erklärung mit.

Die Erklärung, die mit einem Zitat aus dem Koran begann, wurde auf zahlreichen offiziellen Facebook-Konten veröffentlicht, darunter auf denen der Fatah, der Präsidentengarde der Palästinensischen Autonomiebehörde, des stellvertretenden Fatah-Vorsitzenden Mahmoud al-Aloul und des Fatah-Zentralkomiteemitglieds Rawhi Fattouh, heisst es in dem Bericht. Die Erklärung wurde über WAFA, die offizielle Nachrichtenagentur der PA, und in der offiziellen PA-Tageszeitung Al-Hayat Al-Jadida sowie über private Nachrichtenagenturen weiterverbreitet.

An die palästinensischen Bewohner Jerusalems gerichtet, pries man die Randalierer als Kriegshelden: „Wir verneigen uns vor Ihnen in Bewunderung und Ehre vor Ihrem Opfer und Ihrer Haltung, die in diesem heldenhaften Kampf in Jerusalem zum Ausdruck kommen.“

Weiter heisst in der Erklärung von Fatah: „Die Fatah-Bewegung mit all ihren Kräften und ihrer Führung ruft dazu auf, diesen Aufstand fortzusetzen und sich gegen die Besatzungstruppen, die Siedler und ihre terroristischen Organisationen zu stellen, die mit der Unterstützung der rechtsgerichteten faschistischen israelischen Regierung arbeiten.“

Das Papier ruft zu „einer umfassenden Konfrontation in allen palästinensischen Gebieten“ auf und appelliert an die Palästinenser, sich am Montag, den 10. Mai, zu einem „Aktionstag“ zu versammeln.

Laut PMW-Direktor Itamar Marcus kommt der Zeitpunkt der aktuellen Gewaltwelle nicht überraschend.

„Nachdem er die palästinensischen Wahlen abgesagt hatte, weil seine Fatah-Partei vor einer sicheren Niederlage stand, war Abbas auf dem niedrigsten Stand seiner Popularität und hatte keine Legitimation, weiter zu regieren. Er war verzweifelt und musste den palästinensischen Zorn von sich auf Israel umlenken. Also schuf Abbas, wie er es in der Vergangenheit getan hat, eine Krise um Jerusalem und die Al-Aqsa-Moschee. Die Palästinenser gehen hinaus, um zu kämpfen und Israelis im Namen des Schutzes der Al-Aqsa-Moschee anzugreifen, aber der einzige, den sie schützen, ist Mahmoud Abbas, vor dem drohenden politischen Untergang,“ so Itamar Marcus.

Abbas kündigte am 30. April an, dass die palästinensischen Parlamentswahlen, die für den 22. Mai angesetzt waren, „auf unbestimmte Zeit verschoben“ werden würden.

Laut PMW ist die Ankündigung vom Samstag nicht das erste Mal, dass die Fatah die aktuelle Gewalt in Jerusalem anstachelt.

Anfang Mai, am selben Tag, an dem drei israelische Teenager an einer Bushaltestelle in Samaria erschossen wurden, postete die Fatah auf Facebook ein altes Lied: „O aufopferungsvoller Kämpfer, stell sicher, dass deine Kugeln das Ziel treffen.“ Eines der Opfer, der jüdische Jugendliche Yehuda Guetta, 19, erlag später seinen Wunden.

Die Fatah bezeichnete die Unruhen in Jerusalem auch schnell als „Aufstand und Intifada“, und ein Video von Abbas aus dem Jahr 2014, in dem er die Palästinenser auffordert, „Jerusalem mit unserem Leben zu verteidigen“, wurde mehrfach ausgestrahlt.

Video von Abbas aus dem Jahr 2014. Quelle Youtube/PMW

Laut der erfahrenen Palestinian Media Watch-Analystin Nan Jacques Zilberdik haben zwar viele internationale und sogar israelische Medien die Hamas für die aktuelle Welle der Gewalt in Jerusalem verantwortlich gemacht, doch Abbas und die PA tragen die Hauptverantwortung.

„Wie Palestinian Media Watch aufgedeckt hat, waren es Abbas selbst, seine Palästinensische Autonomiebehörde und seine Fatah-Bewegung – die Teil der PLO ist -, die die Aufstachelung zu Gewalt und Terror initiiert haben“, sagte sie und fügte hinzu, „erst danach hat sich die Hamas angeschlossen.“

Abbas, die Palästinensische Autonomiebehörde und die Fatah seien „eindeutig“ in ihrer Unterstützung für die anhaltende Gewalt in Jerusalem gewesen, sagte sie.

„Abbas hat während der Unruhen keinen Moment verschwendet und jede Gelegenheit genutzt, um seine Unterstützung für die Randalierer auszudrücken und sie für ihre Entschlossenheit gegen die israelischen Pläne, die Kontrolle über die heilige Stadt zu übernehmen, zu ‚grüssen'“, sagte Zilberdik.

Artikel zum Thema

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Stay Connected

5,415FansGefällt mir
214NachfolgerFolgen
1,359NachfolgerFolgen

NEU

Wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat: Unterstützen Sie uns. Danke!