Polen: Kirche erinnert an Todeskampf im Warschauer Ghetto

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Denkmal fuer die Helden des Ghettoaufstandes in Warschau. Das Denkmal, auch Warschauer Ghetto Ehrenmal genannt, wurde am 19.04.1948 eingeweiht. Foto IMAGO / Eastnews
Denkmal fuer die Helden des Ghettoaufstandes in Warschau. Das Denkmal, auch Warschauer Ghetto Ehrenmal genannt, wurde am 19.04.1948 eingeweiht. Foto IMAGO / Eastnews
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Die katholische Kirche in Polen hat die Kämpfer des Aufstands im Warschauer Ghetto gewürdigt, der vor 78 Jahren begann. Mit der Erinnerung an die Ereignisse von 1943 gehe ein Appell zu Nächstenliebe und Achtung der Menschenwürde einher, betonte der Warschauer Weihbischof Rafal Markowski, Vorsitzender des Komitees der Polnischen Bischofskonferenz für den Dialog mit dem Judentum. Die „heldenhaften“ jüdischen Ghetto-Aufständischen bezeichnete Markowski am Montag als „Symbol für den Kampf um die Freiheit“. Im Licht des Evangeliums sei jede Äusserung von Hass und Aggression, einschliesslich des Antisemitismus, „eine Sünde“.

Am 19. April 1943 hatte sich die jüdische Widerstandsorganisation ZOB gegen die Nationalsozialisten erhoben, um die verbliebenen gut 56.000 der einst rund 300.000 Bewohner des jüdischen Ghettos in Warschau zu befreien. Es war der grösste jüdische Aufstand gegen die Besatzer in Europa. Die deutschen Soldaten töteten während der vier Wochen andauernden Kämpfe rund 6.000 Aufständische. Die übrigen Juden wurden in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Nur wenige überlebten. 

Man erinnere sich heute „an unsere Brüder und Schwestern, die im Ghetto unter schockierenden Umständen starben“, und gedenke „all derer, die in die Vernichtungslager, in die Gaskammern in Treblinka, Majdanek und an andere Orte deportiert wurden“, so Weihbischof Markowski. Der Aufstand im Warschauer Ghetto sei ein heldenhafter Versuch gewesen, „den teuflischen Plan zur Ausrottung des gesamten jüdischen Volkes zu vereiteln“.

Die Aufständischen im Ghetto hätten „Heldentum, grossen Lebenswillen und Tapferkeit“ gezeigt. „Wenn wir überleben, dann nur als freie Menschen; und wenn das unmöglich ist, dann werden wir als freie Menschen sterben“, zitierte der Weihbischof eine der damaligen Kampfparolen. Die Aufständischen seien in diesem Sinn ein Symbol des Kampfes für Freiheit.

Markowski erinnerte zudem an die Worte von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) in Yad Vashem. „Die Kirche verwirft jede Form von Rassismus als ein Leugnen des Abbildes des Schöpfers, das jedem Menschenwesen innewohnt“, betonte der aus Polen stammende Papst im März 2000 bei einem Besuch der Jerusalemer Shoah-Gedenkstätte.

KNA/cdt/brg

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