Gedenkakt zur Befreiung des KZ Buchenwald wird nachgeholt

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Eingangstor zum KZ Buchenwald. Foto Andreas Trepte, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=737769
Eingangstor zum KZ Buchenwald. Foto Andreas Trepte, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=737769
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Der im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie ausgefallene Gedenkakt zum 75. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora wird jetzt nachgeholt. Zur Gedenkfeier am 11. April ab 11.00 Uhr im Deutschen Nationaltheater Weimar werden Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erwartet, wie die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora am Mittwoch bei der Vorstellung ihres Programms ankündigte. Zudem werden die Überlebenden Eva Fahidi-Pusztai (Budapest) und Alex Hacker (Toronto) sprechen.

Die Veranstaltung ist live im Internet zu verfolgen. Die Reden werden in fünf Sprachen übertragen. Zudem werden Überlebende und Angehörige aus aller Welt zugeschaltet. Danach gibt es ab 13.00 Uhr eine Kranzniederlegung in der Gedenkstätte Buchenwald und am 12. April ab 11.00 Uhr in Mittelbau-Dora. Stiftungs-Direktor Jens-Christian Wagner erklärte, mit den Veranstaltungen zum 75. und zum 76. Jahrestag der Befreiung gehe es darum, Opfer und Angehörige zu würdigen. Zugleich wolle man „nicht in Ritualen und Pathos erstarren, sondern Reflexion anbieten“.

Um das Geschichtsbewusstsein zu stärken, gebe es ein umfangreiches Begleitprogramm mit Ausstellungen, Filmreihen, Vorträgen, Diskussionsveranstaltungen und Lesungen, so Wagner. So soll vor dem Nationaltheater Weimar eine „verschwindende Wand“ mit Zitaten von Überlebenden installiert werden. Das Nationaltheater Weimar bringt außerdem den Roman „Wolke und Walzer“ des ehemaligen KZ-Häftlings und tschechischen Autors Ferdinand Peroutka auf die Bühne.

Der Grossteil der Veranstaltungen findet aufgrund der Pandemie digital statt (liberation.buchenwald.de sowie liberation.dora.de). Dies habe den Vorteil, dass der Jahrestag ausgedehnt werden könne und „nachhaltiger“ sei, betonte Wagner.

Nur wenige Kilometer entfernt von der Klassikerstadt Weimar hatte die SS im Jahr 1937 ein Konzentrationslager errichtet. Sein Name „Buchenwald“ wurde ein Synonym für die nationalsozialistischen Verbrechen. Fast 280.000 Menschen waren im KZ auf dem Ettersberg und seinen 139 Aussenlagern zwischen 1937 und 1945 inhaftiert. Rund 56.000 Menschen starben. Am 11. April 1945 befreiten amerikanische Truppen die Überlebenden.

KNA/nsc/gor/lwi

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