Warum die Muslimbruderschaft aus ihrem Loch gekrochen ist

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Der damalige Demokratische US-Aussenminister John Kerry (links) trifft sich am 3. März 2013 in Kairo mit dem damaligen ägyptischen Präsidenten Mohammed Morsi, ein Mitglied der Muslimbruderschaft. Foto U.S. Department of State - https://www.flickr.com/photos/statephotos/8829196852/sizes/o/in/photostream/, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=26311279
Der damalige Demokratische US-Aussenminister John Kerry (links) trifft sich am 3. März 2013 in Kairo mit dem damaligen ägyptischen Präsidenten Mohammed Morsi, ein Mitglied der Muslimbruderschaft. Foto U.S. Department of State - https://www.flickr.com/photos/statephotos/8829196852/sizes/o/in/photostream/, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=26311279
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Wird eine neue US-Regierung unter Joe Biden möglicherweise die Muslimbruderschaft, die von Ägypten, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Syrien als terroristische Organisation eingestuft wird, wiederaufleben lassen? Warum freut sich die Muslimbruderschaft über den „Sieg“ Bidens?

von Khaled Abu Toameh

Es gibt Araber die sagen, sie seien beunruhigt, wenn sie sehen, wie die Muslimbruderschaft die Ergebnisse der US-Präsidentschaftswahlen feiert. Diese Araber befürchten, dass die Muslimbruderschaft, die von Katar und der Türkei unterstützt wird, sich auf ein Comeback unter einer möglichen Biden-Regierung vorbereitet.

Die Botschaft, welche diese Araber an die neue US-Regierung senden, lautet: Wiederholen Sie nicht die Fehler des früheren Präsidenten Barack Obama, dessen Regierung sich auf die Seite des damaligen ägyptischen Präsidenten Mohammed Morsi, eines Mitglieds der Muslimbruderschaft, stellte. Diese Araber möchten eine potenzielle neue US-Regierung auch daran erinnern, dass die Islamisten und ihre Anhänger eingefleischte Lügner sind, die sich nur um ihre eigenen Interessen kümmern.

„Aktivisten der Muslimbruderschaft und die Medien scheinen sehr enthusiastisch über den Erfolg des demokratischen Kandidaten Joe Biden bei den US-Wahlergebnissen zu sein“, so die in London erscheinende Zeitung The Arab Weekly.

„Analysten führen diese Begeisterung auf den Wunsch [der Muslimbruderschaft] nach einer Wiederholung ihrer Erfahrungen in der Ära des ehemaligen Präsidenten Barack Obama zurück, in der sie eine bemerkenswerte Rolle bei den Aufständen des ‚arabischen Frühlings‘ spielten…

„Von Anfang an haben die Muslimbrüder ihre Parteilichkeit gegenüber Biden nicht verheimlicht. Sie stellten ihn als Unterstützer des Islam und der Muslime dar und betonten die Tatsache, dass er die Hadithe des Propheten [Mohammed] zitiert…“.

Kürzlich veröffentlichte die Muslimbruderschaft auf ihrer offiziellen Website eine Erklärung, in der sie schrieb, dass sie „den amerikanischen Wahlprozess schätzt, der dazu führte, dass Joe Biden das Amt des neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten gewann, ein Sieg, der beweist, dass das amerikanische Volk immer noch in der Lage ist, seinen Willen durchzusetzen“.

Die als Terror-Organisation bezeichnete Vereinigung erklärte ohne Umschweife, dass sie „wünscht, dass Mr. Biden, das amerikanische Volk und die Völker der ganzen Welt weiterhin in Würde unter den Prinzipien von Freiheit, Gerechtigkeit, Demokratie und Achtung der Menschenrechte leben können.“

Die Muslimbruderschaft forderte Biden auf, „die Politik der Unterstützung für [arabische] Diktaturen sowie die Verbrechen und Verstösse tyrannischer Regime in der ganzen Welt zu überprüfen“.

Die Erklärung überraschte einige Araber, viele von ihnen verhöhnten das Gerede der Muslimbruderschaft über „Freiheit, Gerechtigkeit, Demokratie und Achtung der Menschenrechte“. Der saudische Schriftsteller Tariq Al-Homayed bemerkte dazu:

„Wie erwartet kam die Muslimbruderschaft aus ihrem Loch gekrochen und gab eine Erklärung ab, in der sie Joe Biden gratulierte und ihn aufforderte, gegen diejenigen vorzugehen, die sie als Diktaturen bezeichnen… Wir sagen wie erwartet, weil die Muslimbruderschaft, die ihre Kritiker als Agenten des Westens und der Zionisten zu verurteilen pflegte, ihr Gesicht gezeigt hat, und sie drängen Amerika jetzt unter dem Vorwand der Demokratie gegen unsere Länder einzuschreiten.“

Al-Homayed fragte sich, ob zu den Diktaturen, von denen die Muslimbruderschaft spricht, der Iran, die Türkei und Katar gehören. „Sind die Diktaturen diejenigen, welche die arabischen Länder vor dem Bösen der Muslimbruderschaft, ihren Lügen und ihrem Terror schützen wollen“, fragte er. Al-Homayed wies darauf hin, dass die Muslimbruderschaft um Qassem Soleimani, den Kommandeur der iranischen Quds Force, getrauert habe, „der gegen Iraker, Syrer und Libanesen kämpfte und der Architekt der Verwüstung in der Region war“.

Soleimani wurde bei einem gezielten US-Drohnenangriff am 3. Januar 2020 in Bagdad ermordet. Er wurde von den Vereinten Nationen und der Europäischen Union persönlich mit Sanktionen belegt und von den USA 2005 als Terrorist eingestuft.

Screenshot Website Muslimbruderschaft

Der ägyptische Politologe und Schriftsteller Israa Ahmed Fuad sagte in Reaktion auf die Erklärung der Muslimbruderschaft, dass die Terrororganisation „auf verschiedene Weise versucht, jeden internationalen Umstand auszunutzen, um sich selbst zu recyceln und in den Vordergrund zu rücken, nachdem ihr Sabotageprojekt in der Region mit dem Zusammenbruch ihres Regimes in Ägypten im Jahr 2013 gescheitert ist“ – ein Hinweis auf den Sturz des Regimes von Präsident Mohammed Morsi.

„Es gibt mehrere Berichte, die die Unterstützung der Muslimbruderschaft für Biden bestätigen, so dass die Organisation in der Lage wäre, Einschränkungen der politischen Islambewegungen zu vermeiden“, fügte Fuad hinzu. „Die Ära Obama war eine ideale Zeit für sie. Jetzt hoffen sie, dass die USA sie von der Liste der terroristischen Organisationen streichen werden“.

Der marokkanische Wissenschaftler Amin Al-Alawi sagte, dass das Feiern von Biden durch die Muslimbruderschaft „eine Nostalgie für die Ära der Revolutionen und die Unterstützung der Demokraten für den arabischen Frühling widerspiegelt“. Die Muslimbruderschaft, so seine Anklage, „sind Partner der Demokraten bei der Destabilisierung der Region und der Unterstützung des Extremismus. Die Muslimbruderschaft glaubt, dass Biden sie [in Ägypten] wieder an die Macht bringen wird, insbesondere nachdem die vierjährige Präsenz von Trump ihre ehrgeizigen Pläne zunichte gemacht hat.»

Khaled Salah, Chefredakteur der ägyptischen Zeitung Al-Youm Al-Sabi‘, verhöhnte die Grüsse der Muslimbruderschaft an Biden. Salah sagte, die Muslimbruderschaft hoffe, dass Biden Ägypten unter Druck setzen werde, führende Mitglieder der Terrororganisation aus der Haft zu entlassen. „Die ignorante Gruppe tanzt vor Freude über Bidens Sieg, als ob sie sich darauf vorbereitet, auf Befehl des Weissen Hauses an die Macht zurückzukehren“, kommentierte er.

Sogar Nabil Na’im, ein ehemaliges Mitglied der Organisation des Ägyptischen Islamischen Dschihad, sagte, auch er glaube, dass die Muslimbruderschaft mit der neuen US-Regierung „eine neue Etappe“ einleiten wolle. Indem sie Biden gratulierte, so Na’im, erwarte die Muslimbruderschaft, dass die Demokratische Partei sie annehme, ihre Existenz verteidige und den Weg für ihre Rückkehr in die politische Arena ebne.

Keine US-Regierung kann es sich leisten, die von den Arabern geläuteten Warnglocken zu ignorieren, angesichts des Versuchs der Muslimbruderschaft, sich als friedliche Gruppe zu präsentieren, die vorgibt, der arabischen Welt Freiheit und Demokratie zu bringen.

Die Islamisten wollen in Ägypten verzweifelt an die Macht zurückkehren, weshalb sie bereit sind, sogar den amerikanischen „Satan“ zu umwerben, um dieses Ziel zu erreichen. Es sind dieselben Islamisten, welche die Araber verurteilen, die Kontakt zu den Amerikanern haben. In dieser Zeit möglicher staatlicher Veränderungen in Amerika hoffen die Araber, die die Muslimbruderschaft nicht unterstützen – insbesondere diejenigen, die in Ägypten und den Golfstaaten leben – inständig, dass ihre Besorgnis über die Islamisten laut und deutlich von Biden und seiner Truppe gehört wird.

Khaled Abu Toameh ist ein preisgekrönter arabisch-israelischer Journalist und TV-Produzent aus Jerusalem. Auf Englisch zuerst erschienen bei Gatestone Institute. Übersetzung Audiatur-Online.

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