Wie „Gutmenschen“ Israels Sicherheit aufs Spiel setzen

0
Israelische Polizei. Foto TPS
Israelische Polizei. Foto TPS
Lesezeit: 5 Minuten

Noch bevor Präsident Joe Biden das Weisse Haus betreten hatte, wurde versucht die palästinensische Frage wieder in den Mittelpunkt der globalen Agenda zu rücken, einen Platz, den sie eindeutig nicht verdient.

von Alex Nachumson

Zunächst trafen sich am 11. Januar in Kairo die Aussenminister Ägyptens, Frankreichs, Deutschlands und Jordaniens, um Wege zur Wiederbelebung der Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern zu diskutieren.

Einen Tag später verbreitete ein Grossteil der Weltmedien unter lautem Trara und weitgehend ohne kritischen Widerspruch einen empörenden Bericht von B’Tselem, Israel sei ein Regime der „jüdischen Vorherrschaft“ und „Apartheid“.

Das Timing ist sicherlich kein Zufall.

In den darauffolgenden Tagen hielt dieses dramatische Doppelspiel von „guter Polizist“ – „böser Polizist“ bei den Vereinten Nationen, dem US-Aussenministerium und anderen Organisationen Einzug, von denen viele dachten, dass sie aufgrund ihres jahrelangen Versagens bei den politischen Empfehlungen, wie z.B. den Genfer Abkommen, keine tragende Rolle mehr spielen würden.

Die «bösen Polizisten» sind jene Individuen und Organisationen, die ganz offen oder eher auf subtile Weise keine Zukunft für den jüdischen Staat sehen, in welcher Form auch immer. Wir wissen, wer sie sind, und sie werden von Tag zu Tag lauter und dreister. Obwohl diese Gruppe ein Problem sein könnte, stellt sie wahrscheinlich keine Bedrohung dar.

Die grössere Bedrohung geht von den „guten Polizisten“ aus.

Diese setzen sich aus einer Auswahl von Akteuren zusammen, die ihre Gedanken und Worte mit all den üblichen Höflichkeiten über die Anerkennung von Israels Sicherheitsbedürfnissen und dem Handeln in Israels bestem Interesse ausschmücken.

Das Problem dabei ist, dass diese ausnahmslos mit einer Empfehlung enden, die sicherlich nicht im Interesse Israels ist.

In den letzten vier Jahren haben die USA und andere Verbündete auf der ganzen Welt die palästinensische Frage auf die Wichtigkeit reduziert, die sie verdient. Sie folgten nicht der entkräfteten und unbewiesenen Vorstellung, dass ein Frieden zwischen Israel und den Palästinensern der Schlüssel zum regionalen Frieden und zur weiteren globalen Sicherheit ist.

Die letzten vier Jahre haben gezeigt, dass das Gegenteil der Fall ist. Wenn man sich weigert, das palästinensische Veto bezüglich Israels Daseinsberechtigung in der Region zu akzeptieren, dann können Frieden und herzliche Beziehungen entstehen.

Die Palästinenser wurden von der Trump-Administration sicherlich nicht vergessen. Ihnen wurden grosse Geldmengen und Unterstützung angeboten, die ein neues und fortschrittliches Gemeinwesen hätten aufbauen und dem palästinensischen Volk Hoffnung hätten geben können. Das Angebot des Friedens, ein Ende des Konflikts, im Gegenzug für Wohlstand wurde von den palästinensischen Führern jedoch verschmäht.

Die Urheber dieses Ansatzes lernten aus den Misserfolgen der Vergangenheit und verstanden, dass die palästinensische Führung nicht annähernd bereit ist, an den Verhandlungstisch zu kommen und für Kompromisse und Anerkennung einzustehen.

So entstand ein neues Paradigma, dank welchem die pragmatischen arabischen Staaten erkannten, dass der jüdische Staat nicht ihr Feind, sondern ein potenzieller Verbündeter ist.

Diese Ermutigung zum regionalen Frieden und die Zurückdrängung der Palästinenser machten Israel sicherer. Statistisch gesehen war das Jahr 2020 das Jahr mit der niedrigsten Anzahl von Israelis, die durch Terrorismus oder Kampfhandlungen in der Geschichte des Landes getötet wurden.

Dies scheint nun ein Ende zu haben.

Unglücklicherweise, ermutigt durch die Biden-Administration, wollen unsere „guten Freunde“ zu einer anderen Politik zurückkehren, die auf den Verlust von weit mehr israelischen Leben hinauslaufen wird.

Bereits Anfang Dezember warnte der Nationale Sicherheitsrat Israels vor einer Zunahme möglicher Terroranschläge, und dieses Communiqué wurde leider traurige Realität. Nur wenige Tage später wurde die Leiche von Esther Horgen in einem Wald in der Nähe ihres Hauses in Tel Menashe im Norden Samarias gefunden, nachdem sie am Nachmittag zuvor joggen gegangen war und von einem palästinensischen Terroristen brutal zu Tode geprügelt wurde.

Dieser Mord entsprach der Gesamtzahl der Israelis, die in den vorangegangenen 12 Monaten von Terroristen getötet worden waren.

Es ist offensichtlich, dass die „Gutmenschen“ unwissentlich die „Bösen“ ermutigen, und das wird die Israelis viel Blut kosten.

Der Staat Israel sollte dieser Wende um der Sicherheit seiner Bürger willen zuvorkommen.

Israel sollte Washington und der gesamten internationalen Gemeinschaft gegenüber das Argument verdeutlichen, dass es keine Rückkehr zur gescheiterten Politik der Vergangenheit geben wird, die Israel teuer zu stehen kam. Den „Gutmenschen“ sollte klar gemacht werden, dass ihre verlogene Umarmung Israelis das Leben kostet und die Menschen es nicht hinnehmen werden, zu den terroristischen Angriffen der Vergangenheit zurückzukehren.

Wir müssen mutig genug sein zu sagen, dass wir wissen, was für unsere langfristige Sicherheit am besten ist – und das ist die Notwendigkeit, den Konflikt zu unseren Bedingungen zu beenden. Diese Bedingungen müssen unmissverständlich sein und aufzeigen, dass wir bereit sind zu reden, zu verhandeln und sogar Kompromisse einzugehen, aber nur, wenn der palästinensische Wille, den Konflikt fortzusetzen, nicht ermutigt, sondern zerschlagen wird.

Wenn unsere Freunde in der internationalen Gemeinschaft es wirklich gut mit uns meinen, werden sie Israel grünes Licht geben, um die Palästinenser und ihre Unterstützer zur Einsicht und Akzeptanz zu bringen, dass sie in ihrem über 100 Jahre andauernden Kampf gegen die jüdische Souveränität im angestammten Heimatland geschlagen sind.

Der gewaltsame Ablehnungswille der Palästinenser kam in den letzten Jahren ins Wanken, einfach weil er ignoriert wurde. Ihm muss in den nächsten Jahren ein entscheidender Schlag versetzt werden, und es darf ihm nicht erlaubt werden, wieder auf die Füsse zu kommen, unterstützt von seinen internationalen Förderern.

Israel kann die ‚bösen Jungs‘ aushalten, aber die ‚Gutmenschen‘ sind diejenigen, um die wir uns wirklich Sorgen machen sollten.

Alex Nachumson ist ein IDF-Militärkommandeur (Res) und CEO von Mivtachi Israel, einer Organisation von ehemaligen hochrangigen IDF-Offizieren. Auf Englisch zuerst erschienen bei Arutz Sheva. Übersetzung Audiatur-Online.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.