Israelische Verteidigungskräfte im Süden Israels, entlang der Grenze zu Gaza. Foto - Albert Sadikov/Flash90
Israelische Verteidigungskräfte im Süden Israels, entlang der Grenze zu Gaza. Foto - Albert Sadikov/Flash90

Die UN und die EU, die terroristische Brandanschläge, Raketen sowie allgemeine Zerstörungsakte gegen Israel in den vergangenen acht Monaten völlig ignoriert haben, sind nun plötzlich aufgewacht. Die Aussicht, dass Juden sich verteidigen, ist offenbar mehr als sie ertragen können.

 

von Judith Bergman

Als sich die Gewalt der Hamas an der Grenze zu Israel am vergangenen Freitag verschärfte, twitterte Nikolaj E. Mladenow, UN-Sonderkoordinator für den Nahost-Friedensprozess:

„In Anbetracht des für heute geplanten Gaza-Marsches fordere ich alle Parteien zur Mässigung auf, sowie dazu, sich friedlich zu verhalten und eine Eskalation zu vermeiden. Die UN arbeitet mit Ägypten und seinen Partnern zusammen, um Gewalt zu vermeiden, alle humanitären Probleme anzugehen und eine Versöhnung zu fördern.“

Am Tag zuvor sagte die EU-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Joanne Adamson, vor den UN: 

„Wir gehen davon aus, dass die defacto-Behörden in Gaza alles daran setzen werden, eine weitere Eskalation zu vermeiden. Die EU fordert alle Beteiligten auf, mit äusserster Zurückhaltung zu agieren, um den Verlust weiterer Menschenleben zu verhindern, eine Eskalation zu vermeiden, die Anwendung von Gewalt zu vereiteln und die Demonstrationen nicht für andere Zwecke auszunutzen. Unter Beachtung des Rechts Israels auf Selbstverteidigung erwarten wir von den israelischen Behörden, dass diese die Grundsätze der Notwendigkeit und Verhältnismässigkeit beim Einsatz von Gewalt beachten. Es sind ernsthafte Fragen über den angemessenen Einsatz von Gewalt aufgekommen, die durch unabhängige und transparente Untersuchungen geklärt werden müssen … Es müssen Fakten geschaffen werden hinsichtlich Meldungen gewaltsamer Angriffe auf Israel unter dem Deckmantel der Proteste.“

„Meldungen?“ Die EU ist offenbar der Ansicht, Israel denke sich die Angriffe aus, selbst wenn diese kurz zuvor in der EU-Erklärung „Launching of incendiary kites and balloons has now continued for over half a year“ (Der Beschuss mit Branddrachen und -ballons setzt sich nun schon seit über einem halben Jahr fort) anerkannt wurden. Nun fordern sie, dass untersucht wird, ob Israel ‚unverhältnismässige Gewalt‘ gegen diese dschihadistische Angriffswelle angewendet hat, und rufen Israel zur „Mässigung“ auf?

Die UN, die EU und ihre Mitgliedsstaaten haben fest geschlafen und die terroristischen Brandanschläge, Raketen sowie allgemeine Zerstörungsakte gegen Israel in den vergangenen acht Monaten komplett ignoriert. Als eine Rakete der Hamas vor Kurzem ein jüdisches Haus in Beer Sheva zerstörte, deutete sich an, dass Israel endlich Vergeltung üben und sich verteidigen könnte. Und plötzlich erwachen die Europäer und die UN und sind aufmerksam: Die blosse Aussicht, dass Juden sich verteidigen, ist mehr als sie ertragen können.

Die verheerende Umweltzerstörung wurde in der langen Erklärung der EU-Botschafterin nicht mit einem einzigen Wort erwähnt, abgesehen von der kurzen Bestätigung der Branddrachen. Der an Israel angerichtete Schaden wird nach wie vor komplett ignoriert.

Sowohl Mladenow als auch Adamson riefen „alle Parteien“ zur „Mässigung“ auf, obwohl es nur eine aggressiv auftretende Partei gibt, die Hamas, während die andere Partei, Israel, bisher im Endeffekt davon abgesehen hat, sich und sein Land richtig zu verteidigen.

Israel hat den islamischen Terroristen praktisch erlaubt, mit der Zerstörung von wertvollen Anbauflächen sowie seiner Tier- und Pflanzenwelt fortzufahren und Raketen auf Israel abzufeuern, von denen eine ein Haus in Beer Sheva traf, aus dem eine Mutter und ihre drei Kinder sich gerade noch retten konnten. Eltern in ganz Israel müssen ihren Kindern nun erklären, dass Drachen und Ballons gefährlich sein können, denn offenbar schicken Nachahmer in anderen arabischen Dörfern nun ähnliche Vorrichtungen nach Zentral-Israel. Dort können sie vor dem Gesicht eines neugierigen Kindes explodieren, wenn dieses sie berührt.

Ein Terrorist in Gaza bereitet einen Drachen vor, der mit einem Brandsatz beladen ist, um ihn nach Israel zu schicken. Foto – Abed Rahim Khatib/Flash90.

Dies haben weder Adamson noch Mladenow erwähnt, obwohl in Spielzeug versteckte Sprengladungen – wie diese Ballons und Drachen – gemäss internationalem Recht streng verboten sind. Es ist bemerkenswert, wie prominente Vertreter internationaler Organisationen gewisse Aspekte dieses internationalen Rechts einfach und vorsätzlich übersehen, obwohl sie doch angeblich dieses Recht befürworten – zumindest so lange es ihren Zwecken dienlich ist.

Vorsätzliche Umweltzerstörung von bisher nie gekanntem Ausmass, blutrünstige Terroristen, die den Grenzzaun abreissen wollen, um in Israel hineinzugelangen und so viele Juden wie möglich zu töten, auf israelische Zivilisten abgefeuerte Raketen, unterirdisch verlaufende Terrortunnel, junge israelische Mütter und Väter, die gefesselt und exekutiert oder niedergestochen werden, nur weil sie Juden sind – keines dieser vorsätzlichen Kriegsverbrechen, das gegen jegliches geltendes internationales Recht verstösst, war Anlass für Mladenow und Adamson, die Araber in ihrer Gier nach jüdischem Blut zur „Mässigung“ aufzurufen.

Nein. Was sie erwachen liess, war die Aussicht, dass Juden sich selbst verteidigen.

Judith Bergman ist Kolumnistin und politische Analystin. Auf Englisch zuerst erschienen bei MiDA. Übersetzung Audiatur-Online. 

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