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Israelis sind ein fundamental liberales, demokratisches Volk, das sich verzweifelt wünscht, nicht in die Rolle der Oberherren gedrängt zu werden. Doch in Wahrheit beherrschen die Israelis die Palästinenser nicht.

Es stimmt, dass die Palästinenser in der Knesset nicht vertreten sind. Doch genauso wenig sind israelische Bewohner der West Bank im Palästinensischen Legislativrat vertreten. Einfach gesagt wählen sowohl Palästinenser und Israelis für jene Gesetzgebung, die über sie bestimmt. Das nennt man Demokratie.

Die Palästinenser haben eine unabhängige, sich selbst regulierende Regierung entwickelt, die ihr Leben genauso wie ihre Aussenpolitik kontrolliert. Sie sind von den Vereinten Nationen als unabhängiger Staat anerkannt worden und haben diplomatische Beziehungen mit fast so vielen Nationen wie Israel. Sie haben ihre eigenen Sicherheitskräfte, Zentralbank, „top-level“ Internet-Domain-Namen und eine Aussenpolitik, die in keiner Weise von Israel kontrolliert wird.

Die Palästinenser regieren sich selber. Um einen unausweichlichen Vergleich zu antizipieren: das ist kein Marionetten-„Bantustan“ [das südafrikanische Gebiet, dass während der Apartheid für Schwarze bestimmt wurde] von Israel. Von ihrem schulischen Curriculum über ihre Fernsehinhalte bis zu ihren Pensionen für Terroristen haben sie ihre Politik umgesetzt, ohne sich gegenüber Israel unterwerfen zu müssen.

Die Palästinenser verlangen nun, den geografischen Bereich ihrer Gesetzgebungskompetenz auf „Area C“ auszudehnen, wo 100% der jüdischen Siedler leben, ungefähr 400‘000 Personen, und nur 50-75‘000 Araber.

Die Palästinenser haben vollständige Unabhängigkeit und Staatlichkeit in den vergangenen 20 Jahren bei drei separaten Gelegenheiten abgelehnt. Als Teil ihrer Strategie halten sie ihre Semi-Unabhängigkeit aufrecht, um ihren politischen Einfluss zu maximieren. Dies ist kein israelisches Diktat; das sind palästinensische Taktiken. Man stelle sich vor, Israel hätte sich 1948 geweigert, seine Unabhängigkeit zu erklären, bevor nicht alle seine territorialen Ansprüche befriedigt gewesen wären.

Wenn Israel ein palästinensisches Einverständnis braucht, um sich selbst als Demokratie zu retten, weshalb sollten die Palästinenser darauf eingehen? Wenn sie Israel eine „Nicht-Demokratie“ aufdrängen können, werden sie einen besseren Deal erhalten, je länger sie warten.

Zusammenfassung der Originalversion: Israel, Palestine, and Democracy by Eugene Kontorovich © Commentary Magazine, December 17, 2013.