Start International Experte: Iran wird Juden in Europa noch lange bedrohen

Experte: Iran wird Juden in Europa noch lange bedrohen

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Polizei vor einer Synagoge in Schweden. Foto IMAGO / TT
Polizei vor einer Synagoge in Schweden. Foto IMAGO / TT
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Derzeit gilt im Iran-Krieg zwar der Waffenstillstand. Doch unter Juden in Europa wächst die Angst vor pro-iranischen Anschlägen. Etliche gab es bereits. Dahinter steht ein Konzept Teherans, meint ein Terrorismusexperte.

Der Terrorexperte Hans-Jakob Schindler warnt vor einer wachsenden Gefahr für Juden in Europa und den USA durch pro-iranische Anschläge – auch nach einem möglichen Ende des Iran-Krieges. Der iranische Geheimdienst mit den Revolutionsgarden im Zentrum verfolge derzeit eine gezielte Eskalationsstrategie, sagte der Leiter der Organisation Counter Extremism Project der Nachrichten-Agentur KNA.

„Die Revolutionsgarden werden verstärkt versuchen, die Dialogbereitschaft von Teilen der Teheraner Führung gegenüber den USA und Israel durch Anschläge auf Juden und jüdische Einrichtungen zu sabotieren“, so Schindler. „Davon erhoffen sie sich eine Stabilisierung des Regimes, das durch den Krieg massiv unter Druck steht.“

Zudem gehe es ihnen darum, die EU durch Terroraktionen gegen jüdische Ziele auf dem Kontinent unter Druck zu setzen, damit die Europäer ihre relativ zurückhaltende Position in dem Krieg beibehielten. Diese Strategie dürfte der iranische Geheimdienst nach Einschätzung des Experten auch nach Kriegsende fortsetzen. „Ich erwarte mehr Anschläge, ich erwarte härtere Anschläge gegen Juden, auch mit Personenschäden.“

Das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz hatte jüngst vor brutaleren Terroraktionen des aus Teheran koordinierten pro-iranischen Netzwerks Hayi gewarnt. Dennoch bescheinigte Schindler Deutschen und Europäern ein „Spionageabwehrproblem“.

Für die bisherigen Hayi-Aktionen habe der iranische Geheimdienst meist Kleinkriminelle angeheuert, etwa für Brandanschläge auf Synagogen, jüdische Schulen und Restaurants in Grossbritannien, Frankreich, den Niederlanden und auch in Deutschland. Entscheidend seien aber die Hintermänner.

Aus den Identitäten bisher festgesetzter Personen ergebe sich, „dass hier Kontakte ins kriminelle Milieu Europas gezielt genutzt werden“. Der Geheimdienst der Revolutionsgarden, der auch für die Beziehungen des Regimes zur libanesischen Hisbollah-Miliz zuständig ist, habe mit hoher Wahrscheinlichkeit solche Kontakte, „da Hisbollah sich auch durch den Verkauf von Drogen in Europa finanziert“.

Die Kommunikation mit Tätern betreibe der iranische Geheimdienst vorwiegend über den Online-Dienst Telegram. Schindler sagte: „Die Europäer müssten die Social-Media-Plattformen verpflichten, zur Prävention gezielt bei der Suche zu helfen.“ Nur durch eine Zusammenführung aller relevanten Daten und der Geldflüsse könne man den Drahtziehern auf die Spur kommen. „Teheran wird eine direkte Beteiligung niemals zugeben. Diese Unsicherheit gehört zur hybriden Kriegsführung des Regimes.“

Schindler kritisierte ein aus seiner Sicht zu lasches Vorgehen europäischer Regierungen gegen die Revolutionsgarden. Diese stünden zwar auf der EU-Terrorliste, aber: „Es sieht danach aus, als ob die EU Angst vor politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen hat, sollte sie härter vorgehen.“

KNA/cdt/lwi/Aud

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