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Australien gedenkt der Opfer des antisemitischen Anschlags von Sydney

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Nationaler Trauertag zum Gedenken und zur Ehrung der Opfer des Terroranschlags von Bondi Beach, im Bondi Beach Pavilion in Sydney, Donnerstag, 22. Januar 2026. Foto IMAGO / AAP
Nationaler Trauertag zum Gedenken und zur Ehrung der Opfer des Terroranschlags von Bondi Beach, im Bondi Beach Pavilion in Sydney, Donnerstag, 22. Januar 2026. Foto IMAGO / AAP
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Mitte Dezember schossen zwei Islamisten wahllos auf Besucher einer jüdischen Chanukka-Feier am Strand von Sydney. Am Donnerstag beging Australien landesweit einen „Tag der Trauer”.

Menschen in ganz Australien haben am Donnerstag der 15 Todesopfer des islamistischen Terroranschlags auf ein Chanukka-Fest in Sydney im Dezember gedacht. Landesweit erinnerten sie mit Gebeten und einer Schweigeminute um 19.01 Uhr (Ortszeit) an die Toten und Verletzten der Bluttat vom 14. Dezember. Vor offiziellen Gebäuden hingen Flaggen auf Halbmast.

Bei der zentralen Gedenkveranstaltung im Opernhaus von Sydney zündeten die Familien der 15 Opfer auf der Bühne Kerzen für ihre ermordeten Angehörigen an. In emotionalen Reden und Videos erinnerten sie an ihre Mütter, Väter, Söhne und Töchter. Im ganzen Land entzündeten Menschen ebenfalls Kerzen in Fenstern und vor Haustüren, während TV- und Radiosender für die Schweigeminute ihr Programm unterbrachen.

Australiens Generalgouverneurin Sam Mostyn trug bei der Gedenkfeier laut Medienberichten im Namen des britischen Königs Charles III. Psalm 23 aus der Bibel vor („Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln“). Der König ist offizielles Staatsoberhaupt Australiens; der Generalgouverneur ist Repräsentant des Monarchen.

Rabbiner Pinchus Feldman sagte im Opernhaus von Sydney: „In tiefer Trauer, aber mit unerschütterlichem Glauben beten wir für den Sieg des Lichts über die Dunkelheit, wie der Prophet Jesaja verkündete: ‚Das Volk, das in der Finsternis wandelte, hat ein grosses Licht gesehen‘.“ Vor Beginn der Veranstaltung sagte Premierminister Anthony Albanese gegenüber Medien, das Attentat habe nicht nur australischen Juden gegolten, sondern auch der australischen Lebensweise. Australien werde seine jüdische Gemeinde unterstützen.

Bei dem Anschlag hatten die beiden muslimischen Täter – ein aus Indien stammender Vater (50) und sein Sohn (24) – bei einer jüdischen Chanukka-Feier am berühmten Bondi Beach von Sydney wahllos in die Menge gefeuert. Während der Vater am Tatort von der Polizei erschossen wurde, konnte sein Sohn schwer verletzt verhaftet werden. Die Täter waren den Ermittlern zufolge von der Ideologie der Terrormiliz „Islamischer Staat“ aufgehetzt worden.

In dieser Woche brachte Australiens Labour-Regierung im Parlament neue Gesetze zur Verschärfung der Waffenkontrolle und zur Bekämpfung von Hass und Radikalisierung durch. Das Gesetz gegen Hass verschärft Strafen, schafft den rechtlichen Rahmen für das Verbot von Hass verbreitenden Gruppen und erleichtert eine Ablehnung oder Annullierung von Visa für Verdächtige.

KNA/mll/cdt/brg/Aud

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