Israelische Streitkräfte entdecken palästinensische Waffenfabrik

0
351
Foto Youtube Screenshot / IDF
Lesezeit: 2 Minuten

Israelische Sicherheitskräfte spürten nach eigener Aussage eine der grössten je entdeckten Waffenfabriken im Westjordanland auf.

Hunderte Soldaten der 890. Fallschirmjäger-Brigade, der 77. Panzerbrigade, Kampfpioniere und Grenzpolizisten waren am Montag an der Razzia am frühen Morgen im Industriegebiet Al-Fah in Hebron beteiligt. Im Keller eines Einfamilienhauses entdeckten sie die Fabrik, in der mindestens zehn Menschen arbeiteten.

Die Streitkräfte beschlagnahmten 15 Drehbänke, die zur Herstellung von Waffen – darunter M-16-Sturmgewehre, Carl-Gustaf-Panzerfäuste und russische Scharfschützengewehre vom Kaliber 7,62 – verwendet wurden. Weiterhin fanden sie 70 Barrel Munition unterschiedlichster Art, von denen einige in den Wänden des Gebäudes versteckt war.

Die IDF bezeichnete die Entdeckung als „die grösste jemals im Westjordanland ausgehobene Waffenfabrik.“

Ein nicht näher benannter, hochrangiger IDF Offizier sagte gegenüber der Zeitung Haaretz: „Ich habe noch nie eine Werkstatt gesehen, in der so viele Waffen und so viele unterschiedliche Waffentypen auf derart präzise Weise hergestellt wurden.“

Konfiszierte Waffen und Material. Foto IDF

Der Eigentümer des Hauses und sein Sohn, die anfänglich behauptet hatten, in der Fabrik würden Maschinen und Geräte für die Landwirtschaft hergestellt, wurden in Haft genommen.

Seit Oktober 2015 wurden bei einer Serie palästinensischer Terroranschläge mindestens 42 Menschen getötet. Viele dieser Attentate wurden mit Schusswaffen durchgeführt, bei denen für gewöhnlich improvisierte, in illegalen Werkstätten vor Ort gefertigte Waffen zum Einsatz kamen. Um dagegen anzugehen, haben die Israelischen Streitkräfte in diesem Zeitraum bei Razzien im Westjordanland erfolgreich 40 Werkstätten, in denen illegal Waffen produziert wurden, geschlossen und über 420 Schusswaffen konfisziert.

In der Nacht auf Dienstag wurden mehrere Schüsse auf einen öffentlichen israelischen Bus abgegeben, der in der Nähe von Dolev und Talmon nördlich von Jerusalem im Westjordanland unterwegs war. Bei dem Anschlag wurde niemand verletzt. Dem Täter gelang es, vom Tatort zu fliehen.

Nur kurz zuvor hatte es bereits am Sonntagabend einen Anschlag gegeben, bei dem ein israelischer Autofahrer leicht verletzt wurde, als Schüsse auf sein Auto abgegeben wurden, mit dem er in der Nähe von Halamish im Westjordanland unterwegs war.

Quellen: Bicom, Ynet, Times of Israel, Israelische Streitkräfte, Agenturen