Wer sind die Opfer des sogenannten Rückkehrmarsches? 15 Tote konnten mit Sicherheit einer Kampf- oder Terrororganisation in Gaza zugeordnet werden. Nur von vier Opfern konnte keine Verbindung zu militärischen Organisationen nachgewiesen werden.

 

Dieser Artikel wurde vom Hebräischen übersetzt und ursprünglich vom israelischen Blogger Abu Ali veröffentlicht. Die Informationen sind aus offenen palästinensischen Quellen (im Gegensatz zu nicht zugeordneten militärischen Geheimdienstinformationen) die nach den letzten Konfrontationen an der Gaza-Grenze veröffentlicht wurden. Die Expertise des Bloggers und die folgenden Informationen wurden von Oberst Grischa Jakubovic (Res), dem ehemaligen Leiter der Zivilabteilung in der Abteilung Koordination der Regierungsaktivitäten in den Gebieten (COGAT) bestätigt. Grischa Jakubovic spricht fliessend arabisch und ist Experte für palästinensische Angelegenheiten.

Am 30. März 2018, dem sogenannten „Tag der Erde“, startete der „Marsch der Rückkehr“ im Gazastreifen . Dem Ereignis gingen intensive Vorbereitungen in Gaza voraus, darunter auch Aufrufe an zivile und militärische Organisationen, massenweise Zivilisten an den Marsch zu senden, um „ihr Recht auf Rückkehr in ihr Land, das ihnen von Israel gestohlen wurde“, einzufordern.

In Vorbereitung auf den 30. März wurden Zelte aufgebaut und die Infrastruktur für die Aufnahme der Zivilisten vorbereitet, um sicherzustellen, dass sie bis zum Stichtag am 15. Mai – dem sogenannten Nakba-Tag – in der Nähe des Zauns bleiben.

Die Konfrontationen rund um den Zaun begannen am Freitag, den 30. März, und endeten mit 17 Toten und mehr als 1.000 verwundeten Palästinensern mit unterschiedlichem Verletzungsgrad. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums waren dies etwa 800 Verletzte durch Schüsse von israelischen Scharfschützen.

Seitdem wurden zahlreiche Anschuldigungen gegen die übermäßige Gewaltanwendung Israels erhoben, um die Demonstrationen am Zaun zu unterdrücken. Es gab auch Behauptungen, dass israelische Scharfschützen wahllos der Zivilbevölkerung Schaden zugefügt hätten.

Im folgenden Dokument werden die Daten zu den Todesfällen, wie sie in den palästinensischen Medien aufgezeichnet und publiziert wurden, öffentlich dargestellt. In den Tagen nach dem 30. März wurden zwei weitere Todesfälle in die Liste aufgenommen, die in dem Dokument ebenfalls enthalten sind.

Das Dokument bezieht sich auf folgende 19 Opfer der Ereignisse – zutreffend mit Stand vom 4. April 2018:

  • 7 Terroristen von Hamas‘ Izz al-Din al-Qassam Brigaden.
  • 1 Terrorist des Militärflügels des Islamischen Dschihad, Al-Quds Brigaden.
  • 2 Aktivisten der Abu-Ali-Mustafa-Brigaden – dem militärischen Flügel der marxistisch-lenistischen Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP).
  • 1 Angehöriger der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, dem Militärflügel der Shahid Nakhl al-‘Amudi Gruppe der Fatah.
  • 1 Hamas Sicherheitskraft (bewaffnet).
  • 1 militärischer Kämpfer der Fatah Bewegung.
  • 1 Mitglied der Shada al-Aqsa – der Shahid-Einheit von Nabil Mas’ud – einer iranisch orientierten Fraktion.
  • 1 den Kassam-Brigaden zugehöriger Hamas-Aktivist.
  • 1 Fatah Aktivist – zur Zeit liegt noch kein Beleg vor, dass er ein Militäraktivist war.
  • 3 ohne spezielle Verbindung mit einer Organisation.

Insgesamt also 15 Personen mit tatsächlicher militärischer Identifikation oder zugehörig zu einer bewaffneten Gruppe. Weitere 4, deren Zusammenhang mit militärischen Aktivitäten nicht bewiesen ist. (Hinweis: Auch wenn öffentlich keine Verbindung in den palästinensischen Medien gefunden wird, bedeutet das nicht, dass sie keine Militäraktivisten sind.)

Ein weiterer wichtiger Faktor, der bei der Untersuchung der Identität der Toten und ihrer Zugehörigkeit berücksichtigt werden muss, ist die Tatsache, dass von den 19 Getöteten 15 Militäraktivisten eindeutig identifiziert werden können, d.h. mindestens etwa 80 % der Getöteten. Der gesamte Gazastreifen hat weniger als 70.000 Militärangehörige, einschließlich aller verschiedenen Organisationen. Gaza hat heute eine Bevölkerung von 2 Millionen Menschen. Mit anderen Worten – der Anteil der Militärangehörigen an der Gesamtbevölkerung beträgt weniger als 3,5%.

So zeigen die nüchternen Fakten, dass der Anteil der Militäraktivisten an der Bevölkerung zwar nur 3,5% beträgt, in der Praxis aber 80% der Getöteten Angehörige bewaffneter Gruppen sind. Das ist das 23-fache ihres Anteils an der Bevölkerung. Diese hohe Quote unter den Toten ist umso erstaunlicher, als sie in Zivil gekleidet waren und nicht im Voraus als militärische Aktivisten identifiziert werden konnten.

Details finden Sie im untenstehenden Scrollfenster oder als PDF zum Herunterladen.

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