Start International Iran – Der Tag der Abrechnung für die Ayatollahs rückt näher

Iran – Der Tag der Abrechnung für die Ayatollahs rückt näher

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Pro-Regierung-Familien iranischer Märtyrer nehmen an einem Treffen mit dem iranischen Obersten Führer Khamenei teil, 3. Januar 2026, Teheran. Foto IMAGO / ZUMA Press Wire
Pro-Regierung-Familien iranischer Märtyrer nehmen an einem Treffen mit dem iranischen Obersten Führer Khamenei teil, 3. Januar 2026, Teheran. Foto IMAGO / ZUMA Press Wire
Lesezeit: 3 Minuten

Inmitten landesweiter Proteste, die ein Regime entlarven, das die Kontrolle verliert, wird eine Wahrheit deutlich: Das gewalttätige Vorgehen der Islamischen Republik ist keine interne Angelegenheit mehr.

von Fiamma Nirenstein

Während die Weltordnung wankt, wirkt das klerikale Regime im Iran weniger wie eine Säule als vielmehr wie ein Relikt. Die Ayatollahs geben sich zwar weiterhin wichtig, doch auf den Strassen sieht es ganz anders aus: Dort findet ein Aufstand statt, der alle Klassen, Altersgruppen und Berufe umfasst und nicht nur Brot, sondern auch Freiheit fordert – unter dem Ruf „Tod für Khamenei“, den obersten Führer des Iran.

Was sich diese Woche geändert hat, ist nicht nur das Ausmass der Unruhen, sondern auch die brutale Reaktion des Regimes. Als bewaffnete Einheiten in einem Krankenhaus in Ilam, in dem Verwundete behandelt wurden, Tränengas und Berichten zufolge auch scharfe Munition einsetzten, wurde die Grenze zwischen Unterdrückung und Provokation überschritten.

Selbst Teheran schien verunsichert: Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian kündigte eine Untersuchung an. In der Hauptstadt brannten Tankstellen. Die staatliche Propaganda verschärfte sich – Demonstranten gegen „Rebellen“, ausländische Eindringlinge, die üblichen Beschwörungen von „Mossad“ und „Zionisten“ – begleitet von vagen Versprechungen wirtschaftlicher Entlastung, die das Regime nicht einhalten kann.

Genau vor diesem Szenario hat US-Präsident Donald Trump gewarnt: Massengewalt gegen Zivilisten. Die Sticheleien über die „TACO“-Politik verfehlen hier ihre Wirkung. Als die nuklearen Fristen ignoriert wurden, folgte eine schnelle Reaktion – der 12-tägige Krieg an der Seite Israels. Der Iran kennt diese Geschichte.

Das Dilemma wird immer grösser. In Washington drängen Gesandte auf Gespräche, regionale Partner ermutigen zur Deeskalation. Aber auf dem Tisch liegt eine dickere Akte – zusammengestellt vom israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu –, in der ein einziger Plan detailliert beschrieben wird, der Irans Waffenprogramme mit dem venezolanischen Waffenhandel, der Unterstützung durch Russland und China und den Drogenrouten, die den globalen Terror finanzieren, in Verbindung bringt. Die Ziele sind klar: zuerst Israel, dann die USA.

Die Haltung Israels ist offiziell zurückhaltend. Netanjahu hat seine Solidarität mit den Iranern auf den Strassen bekundet und seine Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass sie ihr Schicksal wieder selbst in die Hand nehmen können. Hinter verschlossenen Türen stellt sich jedoch unweigerlich die Frage: Ist dies eine seltene Gelegenheit, dem Regime, das die Hamas und die Hisbollah unterstützt, ein für alle Mal entgegenzutreten? Auf der anderen Seite erwägt Teheran ein eigenes riskantes Spiel: einen Angriff auf Israel, um die verängstigte Bevölkerung für einen Krieg zu mobilisieren.

Der Spielraum für Fehler ist hauchdünn. Moskau mahnt zur Vorsicht; ein Zusammenbruch des Iran würde die Energieversorgung und die Lieferwege für Drohnen für die Ukraine beeinträchtigen. Peking achtet auf seine Interessen. Jerusalem hält sich zurück.

Eine Tatsache ist offensichtlich: Die Gewalt des Regimes ist keine interne Angelegenheit mehr. Wenn Krankenhäuser zu Schlachtfeldern werden, schwindet die Legitimität. Ob die Ayatollahs nun stürzen oder weitermachen – der Moment der Wahrheit ist gekommen.

Und wenn sich die bittere Ironie der Geschichte vollenden soll, kann man sich vorstellen, wie die Verbannten von morgen in Moskau ein kaltes Frühstück einnehmen – ein Beweis dafür, dass totalitäre Projekte, so laut ihre Drohungen auch sein mögen, irgendwann keinen Boden mehr haben.

Fiamma Nirenstein war Mitglied des italienischen Parlaments (2008-13), wo sie als Vizepräsidentin des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten der Abgeordnetenkammer diente. Auf Englisch zuerst erschienen bei Jewish News Syndicate. Übersetzung Audiatur-Online.

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