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Das israelische Aussenministerium hat am vergangenen Wochenende bekannt gegeben, dass zwei Mitarbeiter der Organisation „Ärzte ohne Grenzen” (Médecins Sans Frontières, MSF) im Gazastreifen gleichzeitig Mitglieder palästinensischer Terrororganisationen gewesen seien. Laut dem Ministerium wurden entsprechende Belege vorgelegt.

Den Angaben zufolge war Fadi al-Wadiya bei Ärzte ohne Grenzen beschäftigt und zugleich hochrangiges Mitglied des Palästinensischen Islamischen Dschihad. Laut israelischen Angaben war al-Wadiya in die Weiterentwicklung der Raketenfähigkeiten dieser vom Iran unterstützten Terrororganisation eingebunden. In diesem Zusammenhang veröffentlichte das Aussenministerium ein Bild, das ihn in militärischer Ausrüstung zeigt.

Der zweite Fall betrifft Nasser Hamdi Abdelatif al-Shalfouh, der ebenfalls für Ärzte ohne Grenzen gearbeitet habe. Laut dem israelischen Aussenministerium soll er gleichzeitig als Scharfschütze für die Hamas an Angriffen teilgenommen haben.

Zuvor hatte die Organisation NGO Monitor bereits vier Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen als Mitglieder bewaffneter Gruppen im Gazastreifen identifiziert. Neben al-Wadiya nannte NGO Monitor Mahmoud Abu Nujaila, der als führende Figur der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) beschrieben wird, sowie Mazab Bashir, der ein Attentat auf den damaligen israelischen Premierminister Ehud Olmert geplant haben soll und dafür angeklagt wurde, und Hani Majdalawi, einen Krankenpfleger aus Gaza, der auf israelische Soldaten geschossen habe.

Vor dem Hintergrund dieser und weiterer Erkenntnisse hat Israel am 1. Januar 2026 ein neues regulatorisches Rahmenwerk für Nichtregierungsorganisationen eingeführt. Seither können Lizenzen von Organisationen ausgesetzt werden, die nach Angaben der israelischen Behörden Sicherheits- und Transparenzanforderungen nicht erfüllen.

Das Ministerium erklärte, Sicherheitsüberprüfungen hätten ergeben, dass Mitarbeiter bestimmter Organisationen, darunter auch Ärzte ohne Grenzen, Verbindungen zu Terrororganisationen wie Hamas und Palästinensischem Islamischem Dschihad gehabt hätten. Die neuen Vorschriften verlangen unter anderem vollständige Transparenz über Personal, Finanzierungsquellen und Organisationsstrukturen. Auch Aktivitäten wie die Delegitimierung Israels, juristische Verfahren gegen Soldaten der israelischen Armee, Holocaustleugnung oder die Leugnung der Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 können laut Regelwerk zur Aberkennung der Zulassung führen.

Der israelische Diaspora-Minister Amichai Chikli erklärte, das Ziel der Massnahmen sei es, den Missbrauch humanitärer Strukturen für terroristische Zwecke zu verhindern. Humanitäre Hilfe sei willkommen, ihre Instrumentalisierung für Terroraktivitäten jedoch nicht. 

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