Der Schweizer Botschafter im Iran, Giulio Haas , wird empfangen von Ajatollah Akbar Hashemi Rafsanjani Oktober 2013. Foto Irna

Der Schweiz Botschafter im Iran, Giulio Haas hat am Donnerstag an einer Info-Veranstaltung in Zürich aufgefordert, in die Islamische Republik zu investieren. Er nannte den Iran einen „Hort der Stabilität“ im Nahen Osten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

UPDATE
Wie das Online Portal Watson heute meldet, hat der Schweizer Botschafter im Iran, Giulio Haas, während der Veranstaltung in Zürich eine Karikatur gezeigt, die den israelischen Präsidenten Benjamin Netanjahu verhöhnt. Das Bild sei auf eine grosse Leinwand projiiziert worden. Es sei zu sehen wie zwei Tauben mit amerikanischer und iranischer Flagge auf den Kopf von Netanjahu Kot ausscheiden. An der Veranstaltung habe Botschafter Haas zum gezeigten Bild gesagt: „Dieses Bild zeigt, dass jetzt der Zeitpunkt ist, den Markt zu sondieren.“

Foto cagle cartoons / cagle.com/2015/07/collateral-damage-3/
Foto cagle cartoons / cagle.com/2015/07/collateral-damage-3/

Das Schweizer Aussendepartement EDA hat am Freitag, den Vorfall kommentiert. Die „fragwürdige“ Karikatur sei ohne Wissen des EDA gezeigt worden. Botschafter Haas habe nicht die Absicht gehabt, irgendjemanden zu beleidigen. Wenn dies aber der Fall sei, tue es ihm leid und er bitte alle um Entschuldigung, die sich davon beleidigt fühlen könnten, heisst es aus dem EDA.

Der Ansturm auf die erste grosse Informationsveranstaltung für Schweizer Unternehmen am Donnerstagvormittag in Zürich sei gross gewesen, schreibt die Handelszeitung.

Ursprünglich habe er für die Veranstaltung unter dem Titel „Business Outlook Iran – New Opportunities“, ein kleineres Sitzungszimmer am eigenen Sitz vorgesehen, so Daniel Küng, Chef der Aussenwirtschaftsförderungsorganisation Switzerland Global Enterprise gegenüber der Handelszeitung. Doch statt einigen Dutzend Interessierten seien mehrere hundert gekommen. Angesichts des Interesses hätte man nun fast das Hallenstadion füllen können, habe Küng vor gefüllten Reihen im Saal des Hotels Marriott in Zürich gescherzt.

Giulio Haas sagte gemäss Reuters, sein fast zweijähriger Aufenthalt in Teheran habe ihn überzeugt, dass der Westen im Begriff sei, die Sicht auf den Iran als Aggressor zu ändern.

„Der Iran ist im Moment wahrscheinlich der Hort der Stabilität in einer sehr, sehr unsicheren Region“, sagte er. „Der Iran bedeutet scheinbar für eine Menge Leute immer noch, bärtige ältere Herren mit Turban. Man sieht sie zwar, aber nicht viele, vor allem nicht wenn Sie mit Business zu tun haben. “

Experten warnten an der Konferenz, dass der Iran unter weit verbreiteten Problemen der Bürokratie, Vetternwirtschaft und Korruption, sowie der Piraterie und rechtlicher Unvorhersehbarkeit leidet.

Die iranische Wirtschaft sei zum grössten Teil staatlich kontrolliert und „von Korruption und Vetternwirtschaft zerfressen“ sagte Sharif Nezam-Mafi, der Vorsitzende der Iranisch-Schweizerischen Handelskammer, im April 2015 gegenüber dem Echo der Zeit.

Zu Themen wie Menschenrechte, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Verfolgung von Minderheiten, die Lage der Frauen im Iran oder der Hinrichtung Minderjähriger, wurde an der Veranstaltung in Zürich offensichtlich nicht debattiert.

Quelle: TOI, Agenturen, Handelszeitung

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