Die Internationalen Kurzfilmtage Winterthur haben im Jahr 2025 den Hauptpreis des «Internationalen Wettbewerbs» an die Künstlerin Basma al-Sharif vergeben. Das Preisgeld: 12’000 Franken, gestiftet vom Festival selbst – und damit letztlich finanziert aus öffentlichen Mitteln sowie durch Sponsoren, die das Festival seit Jahren tragen.
Al-Sharif steht seit Längerem wegen offen israelfeindlicher und terrorverharmlosender Inhalte in der Kritik. Spätestens seit der Einladung der Künstlerin zu einer Veranstaltung an der staatlich finanzierten Kunstakademie Düsseldorf ist daraus eine öffentliche und politische Kontroverse geworden.
Das Jüdische Forum der CDU Nordrhein-Westfalen hat Anfang Januar 2026 in einem offenen Schreiben an die Leitung der Kunstakademie Düsseldorf schwere Vorwürfe erhoben. Diese stützen sich nicht auf Hörensagen, sondern auf dokumentierte Inhalte aus dem öffentlich zugänglichen Instagram-Profil von Basma al-Sharif.
Demnach bezeichnet al-Sharif Israel wiederholt als „Zionist Entity“, spricht dem jüdischen Staat damit faktisch das Existenzrecht ab und bedient sich einer Wortwahl, die auch von Hamas und anderen antisemitischen Akteuren verwendet wird. In mehreren Beiträgen ruft sie offen zum Boykott Israels auf und wirbt für die antisemitische BDS-Kampagne.

Propagierung von Terrororganisation
Besonders gravierend ist der dokumentierte Umgang mit der PFLP (Volksfront zur Befreiung Palästinas), die unter anderem auch in Deutschland als Terrororganisation verboten ist. Al-Sharif posiert mit einem Buch der PFLP, spricht in diesem Zusammenhang von «Selbstverteidigung» und legitimiert damit nach Ansicht des Jüdischen Forums antisemitischen Terror. Im von Al-Sharif propagierten PFLP-Buch wird der bewaffnete Kampf ausdrücklich als zentrales Mittel gefordert, das Existenzrecht Israels vollständig negiert und die «Befreiung Palästinas» als totaler Kampf gegen den jüdischen Staat definiert. Der Text rechtfertigt Terroranschläge gegen israelische Zivilisten als legitimen Widerstand und glorifiziert Gewalt als politisches Instrument. Wer mit einem solchen Manifest posiert und dessen Inhalte als «Selbstverteidigung» bezeichnet, signalisiert nicht bloss Sympathie, sondern übernimmt zentrale Narrative einer antisemitischen Terrororganisation.

Hinzu kommen Beiträge mit rotem Dreieck – einem Symbol, das von der Hamas zur Markierung von Angriffszielen verwendet wird – sowie Darstellungen, die den palästinensischen Märtyrerkult glorifizieren.
Fünf Tage nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 veröffentlichte al-Sharif zudem ein Statement, das Israel für die Gewalt verantwortlich macht, eine Täter-Opfer-Umkehr betreibt und keinerlei Mitgefühl für die jüdischen Opfer oder die israelischen Geiseln erkennen lässt. Auch diese Inhalte sind dokumentiert
Winterthur: 12’000 Franken Preisgeld und keine Antwort
Die Internationalen Kurzfilmtage Winterthur zeichneten Basma al-Sharif 2025 mit dem Hauptpreis des Internationalen Wettbewerbs aus. Das Preisgeld betrug 12’000 Franken bezahlt massgeblich aus öffentlichen Mitteln und Sponsorengeldern.
Zu den wichtigsten Geldgebern und Partnern der Kurzfilmtage Winterthur zählen: die SRG, der Tages-Anzeiger, die Stadt Winterthur, der Kanton Zürich, der Bund (EDA, Bundesamt für Kultur), das Migros-Kulturprozent, Swisslos und viele weitere öffentliche Kulturförderer. Damit bezahlen auch Schweizer Steuerzahler und namhafte Institutionen diese Auszeichnung.

Audiatur-Online hat die Internationalen Kurzfilmtage Winterthur mit konkreten Fragen konfrontiert: ob die politischen Positionierungen al-Sharifs bekannt waren, ob sie geprüft wurden und welche Verantwortung ein öffentlich finanziertes Festival in solchen Fällen trägt. Eine Antwort blieb auch auf Nachfrage aus. Man hüllt sich in Schweigen.
Düsseldorf: Verteidigung trotz massiven Grenzüberschreitungen
Anders in Düsseldorf. Wie der WDR am 16. Januar 2026 berichtete, verteidigt die Kunstakademie Düsseldorf die Veranstaltung mit Basma al-Sharif und hält an dem Termin fest, obwohl die Jüdische Gemeinde Düsseldorf die Positionen der Künstlerin als antisemitisch einstuft und eine Absage vehement fordert. Auch NRW-Kulturministerin Ina Brandes (CDU) sowie Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) äusserten deutliche Bedenken und forderten, die Einladung zu überdenken.
Die Rektorin der Kunstakademie, Donatella Fioretti, erklärte, Antisemitismus, Terrorverherrlichung und die Infragestellung des Existenzrechts Israels hätten an der Institution keinen Platz. Diese Aussage ist jedoch schwer vereinbar mit der gleichzeitigen Einladung einer Person, deren öffentlich dokumentierte Positionen genau diese Grenzen überschreiten.

Weder Düsseldorf noch Winterthur können sich ernsthaft auf Kunstfreiheit berufen. Kunstfreiheit schützt Kunst – nicht die Verherrlichung von Terror, nicht antisemitische Verschwörungsmythen und nicht die Delegitimierung des jüdischen Staates.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob Basma al-Sharif Filme drehen darf. Sie lautet: Warum öffentlich finanzierte Institutionen solchen Personen Podien bieten, Preise verleihen und Kritik ignorieren, obwohl die Fakten auf dem Tisch liegen.
Für jüdische Gemeinden ist das keine akademische Debatte. Es ist ein reales Sicherheits- und Vertrauensproblem.
Und für die Kurzfilmtage Winterthur bleibt eine einfache Frage offen: Wie viel Israelhass ist 12’000 Franken wert – und warum will man darüber nicht sprechen?
























