Viele Tote und Verletzte nach Massenpanik bei Lag ba-Omer Fest in Israel

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Bei einer Feier zum jüdischen Fest Lag ba-Omer in Meron im Norden Israels sind bei einer Massenpanik laut Medienberichten mindestens 45 Menschen getötet und mehr als 100 zum Teil schwer verletzt worden. Zu dem Fest hatten sich nach Angaben der „Jerusalem Post“ (Freitag) zehntausende ultraorthodoxe Juden am Grab des Rabbis Schimon bar Jochai zu nächtlichen Gebeten, Gesängen und Tänzen versammelt. Augenzeugenberichten zufolge soll es zu starkem Gedränge und grosser Enge gekommen sein, auf einer Treppe habe es Stürzen gegeben, Menschen seien erdrückt worden und erstickt, so die Zeitung.

Die Verletzten wurden nach Angaben der Rettungskräfte vor Ort in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die Polizei sperrte das Gebiet ab und räumte das Gelände. Israels Präsident Reuven Rivlin schrieb bei Twitter, er verfolge die Berichte aus Meron und bete für die Genesung der Verletzten. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einer „schweren Katastrophe“.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu besuchte Meron am Freitagmorgen. „Wir alle beten für das Wohlergehen der Opfer“, schrieb er auf Twitter. Staatspräsident Reuven Rivlin teilte mit, er verfolge die Berichte aus Meron und bete für die Genesung der Verletzten. Gesundheitsminister Juli Edelstein sprach von einer schrecklichen Katastrophe und dankte den Rettungskräften für ihre Arbeit.

Auch international herrschte Bestürzung. Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier betonte in einem Kondolenzschreiben, er sei fassungslos angesichts der Katastrophe. „Es ist eine Tragödie, die uns zutiefst erschüttert: Das Lag-ba-Omer-Fest, ein Fest, dem so viele mit grosser Freude entgegengesehen hatten, hinterlässt nun nichts als Schmerz und Trauer.“

Der Präsident der Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER), Pinchas Goldschmidt, zeigte sich „schockiert und traurig über die vielen Toten und Verletzten“. „Nach über einem Jahr vieler Tiefpunkte und Entbehrungen durch die Corona-Pandemie und jüngster Erfolge, das Virus einzudämmen, sollte Lag ba-Omer ein Festtag für das Volk Israel sein. Er ist stattdessen zu einem Tag der Trauer und Tränen geworden.“

Das Fest Lag ba-Omer erinnert unter anderem an den jüdischen Aufstand gegen die römischen Besatzer unter Rebellenführer Bar Kochba. Er war im Jahre 132 ausgebrochen und drei Jahre später niedergeschlagen worden. Rabbi Schimon bar Jochai, der an dem Aufstand beteiligt war, liegt auf dem Meron-Berg begraben. Das Freudenfest wird in der Zeit zwischen Pessach und dem Wochenfest Schawuot gefeiert und durchbricht die vom Gedenken an Katastrophen für das jüdische Volk geprägten „Omer-Tage“, in denen gläubige Juden keine freudigen Ereignisse feiern. Die jährliche Feier an seinem Grab war im vergangenen Jahr wegen des Coronavirus abgesagt worden.

Rettungskräfte im Einsatz bei einer Massenpanik auf dem Berg Meron in Israel am 30. April 2021. Mindestens 44 Menschen wurden am Lag BaOmer Fest getötet und 103 verletzt. Foto IMAGO / Xinhua
Rettungskräfte im Einsatz bei einer Massenpanik auf dem Berg Meron in Israel am 30. April 2021. Mindestens 44 Menschen wurden am Lag BaOmer Fest getötet und 103 verletzt. Foto IMAGO / Xinhua

In diesem Jahr begann das Fest nach Sonnenuntergang des 29. April. Die Feierlichkeiten waren trotz Bedenken der Gesundheitsbehörden abgehalten worden; sie galten als eine der grössten Menschenansammlungen seit dem Ausbruch der Pandemie. Die Polizei erwartete bis Freitagabend hunderttausende Menschen an der Stätte. Tausende Beamte der israelischen Polizei und der Grenzpolizei wurden in der Gegend eingesetzt, um die Ordnung aufrechtzuerhalten und die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten.

KNA/iki/brg

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