Lesezeit: 2 Minuten

Im Juli reiste Ziad al-Bandak, christlich-palästinensischer Minister in der PA und politischer Berater von PA-Präsident Mahmud Abbas zu einem Besuch nach Polen und besuchte dort auch das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Er besichtigte die Häftlingsbaracken und die Gaskammern und am dortigen Denkmal zündete er eine Kerze an und legte Blumen nieder. Al-Bandak war Gast einer privaten polnischen Organisation, die sich der Förderung von Toleranz widmet. Sein Besuch fand in den palästinensischen Medien nur geringe Beachtung. Es geschieht äusserst selten, dass eine palästinensische Person des öffentlichen Lebens ein Konzentrationslager besucht. Der letzte Besuch eines Vertreters der Palästinensischen Autonomiebehörde PA in Auschwitz fand 2007 statt, gemeinsam mit dem israelischen Botschafter.

Al-Bandaks Besuch wurde jedoch von der Hamas aufs Schärfste verurteilt. Quellen innerhalb der Hamas kritisieren die PA heftig für diese Geste und bezeichnen dies als einen Versuch, die internationale Gemeinschaft zu beschwichtigen. Die Hamas hat diesen Besuch für sich ausgenutzt, um zum wiederholten Male ihren Standpunkt zu betonen, dass der Holocaust eine „israelische Erfindung“ sei, ein Trick, um internationale Anerkennung zu erlangen. Filastin, eine der Hamas nahestehenden Webseite, veröffentlichte einen Artikel von Issam Shaur, ein Journalist aus Qalqilya, der den Besuch als „Stich in den Rücken“ des palästinensischen Volkes darstellt.

Nach Einschätzung des Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center ITIC, deuten der Besuch von al-Bandak und jener eines PA Vertreters in Polen an, dass die PA unter der Führung von Mahmud Abbas – im Gegensatz zu Yassir Arafat – ein Beispiel für  eine begrenzte Einsetzung des Antisemitismus als politische Waffe ist. Dennoch hält die antiisraelische und antizionistische Aufhetzung, die sich auf die Delegitimierung des Staates Israel als nationale Heimstätte des jüdischen Volkes konzentriert, unvermindert an und geht einher mit der politischen Kampagne der PA gegen Israel. Die Hamas für ihren Teil ist unerschütterlich in ihrer antisemitischen Propaganda, die in ihrer Charta von 1988 verankert ist. Diese beinhaltet verleumderische Mythen aus den Protokollen der Weisen von Zion, Holocaust-Leugnung und Bagatellisierung.

Kurzfassung der Originalversion: PA minister’s visit to Auschwitz denounced by Hamas © Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center, August 7, 2012.

1 KOMMENTAR

  1. Shalom und gut Schabbat.
    Das die terroristische Hamas den Besuch in Auschwitz nicht
    für gut hält ist doch klar.Für die Hamas gibt es kein
    Auschwitz. David

Comments are closed.