Start Audiatur Exklusiv Angriffe auf Christen – und die selektive Empörung über Israel

Angriffe auf Christen – und die selektive Empörung über Israel

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Bewaffnete Islamisten in Suwayda, Syrien, am 19. Juli 2025. Foto IMAGO / Anadolu Agency
Bewaffnete Islamisten in Suwayda, Syrien, am 19. Juli 2025. Foto IMAGO / Anadolu Agency
Lesezeit: 3 Minuten

In Gaza wurde durch die israelischen Verteidigungsstreitkräfte versehentlich eine Kirche getroffen, was weltweit für Entsetzen sorgte. In Taybeh kursieren falsche Anschuldigungen gegen jüdische Siedler wegen eines Kirchenbrands – viele Medien übernehmen sie ungeprüft und Kirchenvertreter sprechen von «Terror». Im syrischen Suwayda werden hunderte Drusen und ein christlicher Pastor mit seiner Familie von Islamisten massakriert, doch die mediale und politische Empörung hält sich in Grenzen.

Die Kirche in Gaza

Der Einschlag einer israelischen Granate auf dem Gelände der katholischen Kirche in Gaza war ein tragischer Zwischenfall, der sich nicht beschönigen lässt. Die israelische Armee bezeichnet den Vorfall in Gaza als bedauerliches Missgeschick im Gefecht, während urbaner Kampfhandlungen. Premierminister Netanyahu sprach mit Papst Leo XIV und versicherte Aufklärung. Es muss aber mehr kommen: eine transparente Untersuchung, klare Konsequenzen, und der ernsthafte Wille, solche Vorfälle künftig zu vermeiden. Wenn Fehler passieren – und in einem asymmetrischen Krieg gegen Terrororganisationen wie Hamas passieren sie –, müssen sie vollständig transparent gemacht und die Lehren daraus gezogen werden. Nicht nur aus Gründen der Aussenwirkung, sondern der eigenen moralischen Integrität wegen. Eine Kirche wurde getroffen, Zivilisten getötet, darunter Kinder, ein Priester schwer verletzt – in einem Gebäude, das seit Monaten als Zuflucht für Christen diente. Ob beabsichtigt oder nicht: Der Schaden ist da, auch für Israels internationale Glaubwürdigkeit. Und er ist umso bitterer, da Israel Schutzmacht religiöser Minderheiten ist– gerade auch der Christen im Nahen Osten. Israel hat im Fall der Kirche in Gaza Fehler gemacht und stellt sich diesen Fehlern. Genau das unterscheidet einen demokratischen Rechtsstaat von den Regimen ringsum.

Die Kirche in Taybeh

Ganz anders in Taybeh in Judäa und Samaria (sog. Westjordanland): Während Kirchenvertreter von «gezielter Brandstiftung durch Siedler» sprachen, bezeichnete US-Botschafter Huckabee und Kirchenvertreter die Tat voreilig als «Terror». Doch die offizielle Untersuchung der israelischen Polizei ergab: «Die Berichte sind faktisch falsch und entbehren jeder Beweislage» (Israel National News, 22.07.2025). Der Brand brach demnach in einer angrenzenden offenen Fläche aus – nicht auf dem Gelände der Kirche. Es entstanden keine Gebäudeschäden und die Infrastruktur blieb unversehrt. Zudem gingen die Notrufe nicht nur von Palästinensern, sondern zuerst und hauptsächlich von israelischen Anwohnern aus, die das Feuer meldeten und laut Videoaufnahmen versuchten, es zu löschen. Trotzdem verbreiten kirchliche Kreise die Anschuldigungen weiter und Medien, vor allem SRF, korrigieren ihre Berichterstattung nicht.

Die Massaker in Syrien

Syrische Regierungstruppen haben erneut einen Angriff auf religiöse Minderheiten gestartet – diesmal gegen die Drusen, eine religiöse Gruppe, die etwa 3 % der syrischen Bevölkerung ausmacht und von dschihadistischen Gruppen als Ketzer betrachtet wird. In sozialen Medien kursieren schrecklich Videos, die zum Beispiel zeigen, wie regierungstreue Kräfte drusische Männer zwingen, von einem Balkon zu springen, und sie beim Sprung erschiessen oder ihnen die Bärte abgeschnitten werden. Ähnlich wie das die Nazis, der islamische Staat oder die Hamas in der Vergangenheit auch gemacht haben. Laut Berichten wurde der evangelikale Pastor Khaled Mazhar zusammen mit seiner Frau, seinen Kindern und einigen weiteren Verwandten – insgesamt zwölf Menschen, von Islamisten massakriert. Schätzungen zufolge wurden im Laufe einer Woche über 1’100 Menschen getötet und rund 128’000 vertrieben. Von linken Parteien und deren Exponenten gab es keine Demonstrationen, Statements oder starke Reden, wie es sofort der Fall ist, wenn es gegen Israel geht.

Dabei waren diese monströsen Taten offensichtlich religiös motiviert, brutal und gezielt gegen Drusen, Christen und andere Minderheiten gerichtet. Israel reagierte als einer der wenigen Staaten mit der Lieferung von Hilfsgütern an Drusen und Christen sowie mit Luftschlägen gegen Dschihadisten in Südsyrien.

Während Israel sich erklärt, übernehmen Medien wie SRF dankbar und ungeprüft jede Anschuldigung gegen den jüdischen Staat – so wie im Fall Taybeh. Und wenn sich diese Anschuldigungen, wie in vielen anderen Fällen, als nachweislich falsch herausstellen, folgt genau nichts. Kein Nachtrag. Kein Widerruf. Kein Bericht.

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