Start Innovation Israels High-Tech-Sektor: Rekordabschlüsse und starkes Wachstum 2025

Israels High-Tech-Sektor: Rekordabschlüsse und starkes Wachstum 2025

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Die Skyline des Finanzviertels von Tel Aviv umfasst Einkaufszentren und Hightech-Büros. Foto IMAGO / Addictive Stock
Die Skyline des Finanzviertels von Tel Aviv umfasst Einkaufszentren und Hightech-Büros. Foto IMAGO / Addictive Stock
Lesezeit: 4 Minuten

Die Israel Innovation Authority hat ihren Jahresbericht 2026 veröffentlicht. Die Daten zeigen: Trotz anhaltender Kriegssituation, geopolitischer Turbulenzen und struktureller Veränderungen auf den globalen Kapitalmärkten hat der israelische High-Tech-Sektor 2025 bemerkenswerte Rekorde aufgestellt.

Der Bericht trägt den Titel «The State of High-Tech 2026» und zeichnet das Bild eines Sektors, der nach zwei Jahren der Abschwächung auf einen klaren Wachstumspfad zurückgekehrt ist.

Rekordverkäufe und starke Kapitalaufnahme

Das Jahr 2025 war ein Rekordjahr für den Verkauf israelischer High-Tech-Unternehmen. Unter Einbezug der Transaktionen von Wiz, CyberArk und Armis – angekündigt 2025, kartellrechtlich genehmigt erst 2026 – erreichte der Gesamtwert dieser Unternehmensverkäufe rund 84 Milliarden US-Dollar. Ohne diese drei grossen Transaktionen lagen Fusionen und Übernahmen bei 18,5 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von zwölf Prozent gegenüber 2024 entspricht. Der Wert der Börsengänge sprang um 319 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar (acht Börsengänge).

Das von israelischen High-Tech-Unternehmen aufgenommene Risikokapital stieg 2025 auf 14,6 Milliarden US-Dollar – ein Plus von rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der höchste Jahrswert seit den Boomjahren 2021/22. Israel ist damit, gemessen am insgesamt aufgenommenen Kapital, der viertgrösste Technologie-Investitionsstandort weltweit – hinter San Francisco, New York und Boston, aber vor Los Angeles.

Exporte stiegen auf 85 Milliarden Dollar

Die Wirtschaftsleistung des High-Tech-Sektors wuchs 2025 real um 8,2 Prozent auf 352 Milliarden Schekel und erreichte einen Rekordanteil am Bruttoinlandprodukt von 18,3 Prozent. Der Sektor trug rund 50 Prozent zum gesamten Wirtschaftswachstum Israels bei – eine Zahl, die verdeutlicht, dass High-Tech nicht länger nur ein führender Wirtschaftsbereich ist, sondern zur tragenden Säule der israelischen Volkswirtschaft geworden ist.

Die Exporte des Sektors stiegen auf 85 Milliarden Dollar und machten damit 58 Prozent aller israelischen Exporte aus. Getragen wird dieses Wachstum vor allem von Softwaredienstleistungen, Datenverarbeitung und verwandten Diensten.

«2025 wird als ein Jahr in Erinnerung bleiben, in dem der israelische High-Tech erneut seine einzigartige Stärke unter Beweis gestellt hat – nicht nur externe Schocks mit seltener Widerstandskraft zu überstehen, sondern auch in Zeiten der Unsicherheit zu gedeihen», schreiben Vorsitzender Dr. Alon Stopel und Geschäftsführer Dror Bin im Vorwort des Berichts.

KI und Hardware als neue Wachstumsmotoren

Eine strukturelle Verschiebung zeichnet sich ab: Während in den Boomjahren 2021/22 Softwareentwicklung und Softwaredienstleistungen das Wachstum anführten, kam der grösste Wachstumsimpuls 2025 aus dem Hardware-Bereich. Die Produktion von Computern, Elektronik und optischen Geräten stieg um 20,7 Prozent, was einem Zuwachs von rund 16 Milliarden Schekel entspricht. In den Vorjahren hatte dieser Wert nicht mehr als 1,5 Milliarden Schekel pro Jahr zugenommen.

Künstliche Intelligenz gewinnt dabei stark an Gewicht: 35,2 Prozent aller High-Tech-Investitionen in Israel flossen 2025 in sogenannte Kern-KI-Unternehmen – also Firmen, die grundlegende KI-Fähigkeiten, Infrastruktur oder Basistechnologien wie Chips und Rechenanlagen entwickeln. Zum Vergleich: 2022 lag dieser Anteil noch bei 12,7 Prozent.

Dr. Alon Stopel, Vorsitzender der Israel Innovation Authority, und Geschäftsführer Dror Bin betonen in ihrem Vorwort die strategische Stossrichtung: «Unsere Überzeugung ist, dass die israelische Führungsrolle entlang von vier komplementären Achsen aufrechterhalten werden sollte: vertikale KI-Anwendungen in Bereichen mit relativen Vorteilen; Stärkung der KI-Infrastrukturschicht; Führerschaft an der technologischen Front mit Schwerpunkt auf physischer KI; und geopolitische Positionierung, die den israelischen Zugang zu Halbleitern, Rechenkapazitäten und internationalen Kooperationen sichert.»

Beschäftigung: Über 400’000 Mitarbeiter

Die Beschäftigung im High-Tech-Sektor wuchs 2025 um 2,3 Prozent auf über 400’000 Mitarbeiter. Erstmals seit einem Jahrzehnt ging die absolute Zahl der Forschungs- und Entwicklungsmitarbeiter zurück – um rund 3’500 Stellen –, während gleichzeitig die Zahl der Beschäftigten in der Produktentwicklung und im Produktmanagement um 15’000 stieg. Der Bericht wertet dies als mögliches erstes Anzeichen dafür, dass KI-Werkzeuge Entwicklungsarbeit effizienter machen.

Herausforderungen bleiben

Trotz der positiven Zahlen benennt der Bericht mehrere strukturelle Risiken. Die starke Abhängigkeit von Exporten (rund 79 Prozent der sektoralen Wirtschaftsleistung) und von Einnahmen in US-Dollar macht den Sektor anfällig für den anhaltenden Rückgang des Dollar-Schekel-Wechselkurses. Eine Verschiebung von durchschnittlich 3,7 Schekel pro Dollar (2024) auf 3,45 Schekel (2025) kostete den Sektor rechnerisch 21 Milliarden Schekel an Wirtschaftsleistung. Der Kurs hat sich 2026 weiter auf rund 2,9 Schekel abgeschwächt.

Ausserdem konzentriert sich die Kapitalaufnahme zunehmend: Investitionen, die früher auf mehr als 900 Unternehmen verteilt waren, fliessen heute in nur rund 500 Finanzierungsrunden – zum Nachteil junger, noch nicht etablierter Firmen und von Unternehmen ausserhalb der Bereiche Cybersicherheit und Unternehmenssoftware, auf die 55 Prozent aller Investitionen entfallen.

Hinzu kommt der Trend, Aktivitäten ins Ausland zu verlagern: Von allen Mitarbeitern israelischer High-Tech-Unternehmen arbeiteten 2019 noch 69 Prozent in Israel selbst – bis März 2026 sank dieser Anteil auf 62 Prozent. Besonders ausgeprägt ist der Rückgang in den obersten Führungsebenen, wo der Anteil der in Israel tätigen Manager um 9,6 Prozentpunkte sank. Die meisten dieser Stellen wurden in den USA aufgebaut.

Neustart in der Gründungsszene

Auch bei den Neugründungen kehrt Bewegung zurück: Nach einem jahrzehntelangen globalen Rückgang bei der Zahl neu gegründeter Technologieunternehmen verzeichnet Israel in den vergangenen zwei Jahren erstmals wieder einen Anstieg. Für 2025 werden rund 775 neue Technologieunternehmen erwartet, nach 750 im Jahr 2024 und 743 im Jahr 2023.

Quelle: Israel Innovation Authority, «Annual Report: The State of High-Tech 2026», veröffentlicht 31. Mai 2026.

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