Pessach ist das Fest der Befreiung. Es erinnert daran, dass Gott das Elend seines Volkes sieht, dass Unterdrückung nicht ewig währt und Freiheit verteidigt werden muss. Gerade in einer Zeit, in der Judenhass wieder offen auf den Strassen, in den Medien, an Universitäten und in politischen Milieus auftritt, erhält dieses Fest eine bedrängende Aktualität.
Die Pessach-Geschichte ist keine harmlose religiöse Folklore. Sie beginnt mit Verfolgung, Zwang und Entmenschlichung. Im Buch Exodus heisst es: «Und die Ägypter zwangen die Kinder Israels mit Härte zum Dienst» (2. Mose 1,13). Gott spricht: «Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten sehr wohl gesehen und ihr Geschrei gehört» (2. Mose 3,7). Wer diese Verse liest, erkennt: Die Bibel beschreibt das Leiden der Juden nicht als Randnotiz, sondern als Teil der Geschichte, in die Gott selbst eingreift.
Genau das macht Pessach heute so relevant. Denn wieder erleben Juden, dass ihnen das Existenzrecht abgesprochen wird, ihre Selbstverteidigung moralisch verurteilt wird und ihren Feinden politische und mediale Schonung gewährt wird. Der Judenhass unserer Zeit tarnt sich oft als «Israelkritik». Er spricht die Sprache der Menschenrechte, meint aber die Entrechtung der Juden. Er behauptet, universal zu sein, hat aber fast immer Israel zum eigentlichen Ziel.
Pessach widerspricht diesem Denken. Denn es ist die Erinnerung daran, dass das jüdische Volk nicht dazu bestimmt ist, in der Rolle des ewigen Opfers zu verharren. Der Auszug aus Ägypten ist eine Absage an jegliche Form jüdischer Ohnmacht. Israel steht heute für die entschlossene Weigerung, noch einmal schutzlos zu sein.
Pessach ist ein Fest der Hoffnung. Die Tora verbindet die Erinnerung an die eigene Unterdrückung mit der Verpflichtung zu Gerechtigkeit. «Den Fremden sollst du nicht bedrängen; ihr wisst ja um die Seele des Fremden, denn Fremde seid ihr im Land Ägypten gewesen» (2. Mose 23,9). Gerade darin liegt die Grösse der biblischen Botschaft: Stärke und Moral schliessen sich nicht aus. Israel verteidigt seine Existenz aus seiner ethischen Tradition heraus.
Diese Wahrheit sollten gerade auch Christen wieder ernst nehmen. Jesus, auch Yeshuah genannt, war Jude. Er stand nicht ausserhalb der Tora, sondern in ihr. Er lebte in der Welt Israels, feierte die Feste Israels und glaubte an die Verheissungen Israels. Wer Jesus verstehen will, muss die Tora lesen. Wer das Neue Testament verstehen will, darf das Alte Testament nicht geringschätzen. Die Entwurzelung des Christentums vom Judentum hat über Jahrhunderte hinweg Schaden angerichtet und nicht selten den Boden für Antisemitismus bereitet.
Es ist heilsam, wenn Christen gerade in diesen Tagen neu zur Tora greifen. Nicht aus exotischem Interesse, sondern aus geistlicher Aufrichtigkeit. Der Gott Israels ist kein theologisches Vorspiel. Und das Volk Israel ist kein erledigtes Relikt. Wer den jüdischen Jesus bekennt, sollte sich davor hüten, die jüdischen Wurzeln seines Glaubens zu verwischen oder sich politisch gegen den jüdischen Staat zu positionieren.
Pessach ist ein Aufruf, sich nicht mit dem Bösen abzufinden. Es erinnert daran, dass Unterdrückung nicht das letzte Wort hat und der Hass nicht über die Geschichte herrscht. Gerade in diesen Tagen ist das mehr als nur ein religiöser Gedanke. Es ist ein moralischer Auftrag. Judenhass darf nicht verharmlost, Terror nicht romantisiert und Israels Selbstverteidigung nicht dämonisiert werden.
Möge dieses Pessach daran erinnern, dass der Gott Israels sein Volk niemals vergisst. Möge es den Juden Trost, Schutz und Zuversicht geben. Möge es Christen die Augen öffnen für die Tora, für die jüdischen Wurzeln ihres Glaubens und für ihre Verantwortung gegenüber Israel. Möge aus der Erinnerung an die Befreiung die Kraft wachsen, dem Hass zu widerstehen und auf echten Frieden zu hoffen.
Die Redaktion von Audiatur-Online wünscht allen Juden ein frohes Pessachfest, allen Christen gesegnete Ostern und allen Menschen Tage des Friedens, der Hoffnung und der Zuversicht.
























Gott hat sein geliebtes Volk aus Ägypten befreit. Diese Wahrheit dürfen wir nicht verdrehen, auch heute kann sich Israel und auch die Nationen nicht aus eigener Kraft aus der Gottlosigkeit befreien. Israel braucht Freunde, die sie mit der göttlichen Wahrheit konfrontiert. Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn, zur Rettung aller Menschen (Juden und Heiden) in die Welt gesandt hat. Doch wer hat den Mut, diese Wahrheit zu kommunizieren? Gerade Christen versagen an dieser Stelle ganz erheblich – aufwachen sehr entscheidend und lebensrettend!
Lieber Gruß Martin
Hoffen und beten wir, dass dieses Pessach zum Fest der Befreiung wird.
Menschlich gesehen ist eine Lösung fast unmöglich. Aber, wir können den ersten Schritt wagen, die Israeliten mussten dies auch wagen, den ersten Schritt ins Schilff Meer.
Chag Pessach sameach und gesegnete Ostern