
Eine neue Recherche des Vereins democ zeigt, wie die islamistische Jugendorganisation Anadolu Gençlik Derneği (AGD) über ihre europäischen Ableger auch in Deutschland Einfluss gewinnt. Während sich der Verein in Deutschland moderat präsentiert, dokumentieren zahlreiche Belege enge Kontakte zur Hamas und eine aktive Rolle bei antiisraelischen Mobilisierungen.
Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 finden auch in Deutschland regelmässig antiisraelische Demonstrationen statt. Viele dieser Proteste erscheinen nach aussen hin als spontane Solidaritätskundgebungen. Die Untersuchung des Berliner Vereins democ legt jedoch nahe, dass hinter einem Teil dieser Mobilisierung organisierte ideologische Netzwerke stehen.
Die Recherche kommt zum Schluss, dass die AGD nicht nur tief in die islamistische Millî-Görüş-Bewegung eingebunden ist, sondern auch enge Kontakte zur Führung der Terrororganisation Hamas unterhält.
Der Co-Geschäftsführer von democ, Linus Kebba Pook, erklärt dazu:
„Während die AGD in Deutschland eine menschenrechtliche Fassade wahrt, pflegt sie in der Türkei eine strategische Allianz mit der Hamas-Führung. Sie instrumentalisiert das Leid in Gaza, um islamistische Ideologien zu normalisieren und Israel systematisch zu delegitimieren. Es ist an der Zeit, dass Sicherheitsbehörden und Zivilgesellschaft dieses Netzwerk als das begreifen, was es ist: Ein gefährliches Bindeglied zwischen legalistischem Islamismus und offener Unterstützung von Terror.“
Jugendorganisation der Millî-Görüş-Bewegung
Die 1979 vom späteren türkischen Ministerpräsidenten Necmettin Erbakan gegründete Anadolu Gençlik Derneği gilt als zentrale Jugendorganisation der islamistischen Millî-Görüş-Bewegung. Die Bewegung strebt langfristig ein an der Scharia orientiertes Gesellschaftsmodell an und wird von Sicherheitsbehörden dem legalistischen Islamismus zugerechnet.
In Deutschland tritt die Organisation unter dem Namen Avrupa Gençlik Derneği auf und ist seit 2019 als Verein registriert. Tätigkeitsschwerpunkte liegen unter anderem in Berlin, Köln, Hamburg, Bremen und Giessen.
Nach aussen präsentiert sich der Verein als religiös-kulturelle Jugendorganisation. Tatsächlich dient er nach Einschätzung der democ Recherche der ideologischen Schulung junger Muslime und der Vernetzung innerhalb der türkischen Diaspora.
Ein zentraler Bestandteil der Ideologie ist ein ausgeprägter Antizionismus, der auf die Weltanschauung Erbakans zurückgeht. Zionismus wird darin als Ausdruck westlicher Dominanz dargestellt und mit antisemitischen Verschwörungsvorstellungen verbunden.
Öffentliche Unterstützung der Hamas in der Türkei
Während sich die AGD in Europa vergleichsweise zurückhaltend äussert, dokumentiert die Recherche eine deutlich radikalere Linie der Mutterorganisation in der Türkei.
Bereits am Morgen des 7. Oktober 2023 begrüsste der Vorsitzende Salih Turhan den Hamas-Angriff öffentlich und wünschte den „tapferen Söhnen des Widerstands“ Erfolg. Gleichzeitig erklärte er, man erkenne keinen Staat Israel an und werde den Kampf fortsetzen, bis israelische Truppen aus den palästinensischen Gebieten vertrieben seien.
Noch am selben Tag organisierte die AGD in der Türkei Demonstrationen, bei denen Parolen wie „Die nationale Jugend steht hinter der Hamas“ zu sehen waren.
Bei Grossveranstaltungen der Organisation traten wiederholt führende Hamas-Funktionäre als Ehrengäste auf. Dazu gehörte unter anderem das Hamas-Politbüromitglied Fathi Hamad, der öffentlich zur Tötung von Juden aufgerufen hatte.
Auch andere Hamas-Funktionäre wie Suhail al-Hindi hielten Reden bei AGD-Veranstaltungen und riefen zum bewaffneten Kampf gegen Israel auf.
Bei Veranstaltungen der Organisation wurden zudem Hamas-Führer wie Yahya Sinwar, Ismail Haniyya und Ahmad Yasin als Märtyrer dargestellt. Laut democ belegen diese Kontakte eine enge strategische Zusammenarbeit, die über blosse ideologische Sympathien hinausgeht.
Rolle bei antiisraelischen Mobilisierungen
Auch in Deutschland spielt die AGD nach Angaben von demo eine wichtige Rolle bei der Mobilisierung antiisraelischer Proteste, insbesondere in Berlin. Dort war die Organisation eng mit dem Netzwerk „Justice48“ verbunden, das zahlreiche Demonstrationen und Autokorsos organisierte. Die AGD trat häufig nicht als offizieller Veranstalter auf, unterstützte aber Mobilisierung und Öffentlichkeitsarbeit.
Videos und Mobilisierungsmaterial dieser Veranstaltungen trugen regelmässig AGD-Logos oder Wasserzeichen. Bereits 2021 hatte die Organisation vergleichbare Autokorsos organisiert, die ebenfalls gegen Israel gerichtet waren.
Die Proteste brachten unterschiedliche Milieus zusammen, darunter islamistische Gruppen, türkische Nationalisten und linke Aktivisten.
Spenden für Gaza ohne Transparenz
Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchung betrifft die Spendenaktivitäten des Netzwerks. Über die Organisation AGD AID werden Gelder für Projekte im Gazastreifen gesammelt. Bei einer Spendengala im März 2025 sollen den Angaben der Veranstalter zufolge mehr als 76.000 Euro zusammengekommen sein.
Nachvollziehbare Finanzberichte oder öffentlich zugängliche Verwendungsnachweise existieren jedoch nicht. Democ zufolge besteht dadurch ein erhebliches Risiko, da nicht ausgeschlossen werden könne, dass Gelder in extremistische Strukturen gelangen.
Beteiligung an internationalen Kampagnen
Mitglieder der Organisation beteiligten sich ausserdem an der sogenannten Global Sumud Flotilla, einer internationalen Kampagne zur Durchbrechung der israelischen Seeblockade des Gazastreifens.
Nach Angaben der Organisation unterstützte die AGD diese Initiative finanziell und organisatorisch. Auch der Berliner AGD-Vorsitzende reiste nach Tunis, um sich der Aktion anzuschliessen.
Ein beteiligtes AGD-Mitglied erklärte später öffentlich, dass es nicht das Ziel gewesen sei, Gaza tatsächlich zu erreichen. Vielmehr habe man Israel bewusst zu einer militärischen Reaktion provozieren wollen, um internationale Aufmerksamkeit zu erzeugen.
Islamistische Schnittstelle im Protestmilieu
Die Untersuchung von democ kommt zu dem Schluss, dass die AGD eine wichtige Schnittstelle zwischen islamistischen Organisationen, antiisraelischen Protestbewegungen und Hamas-nahen Strukturen darstellt.
Durch ihr moderates Auftreten in Europa bei gleichzeitig offener Unterstützung radikaler Positionen in der Türkei gelinge es der Organisation, islamistische Ideologien in breitere gesellschaftliche Milieus hineinzutragen.
Seit dem 7. Oktober 2023 nutzt das Netzwerk um die AGD den Gaza-Konflikt nach Einschätzung der Autoren gezielt als Mobilisierungsinstrument.
Die vollständigen Rechercheergebnisse zur AGD, ihren personellen Verflechtungen und ihrer ideologischen Ausrichtung sind in der Studie von democ dokumentiert und können hier nachgelesen werden:
https://democ.de/documents/47/260226_Israelfeindliche-Netzwerke_AGD-Hamas_democ.pdf






















Wenn man den Bericht aufmerksam liest, wird deutlich, dass vor allem die dargestellte Ideologie als radikal eingeordnet wird. Daraus allein lässt sich jedoch nicht ableiten, dass die Rechtsstaatlichkeit in Deutschland infrage gestellt werden kann. Der deutsche Rechtsstaat basiert auf klaren rechtlichen Verfahren und nicht auf Vermutungen. Zudem sind friedlich verlaufende Demonstrationen ein fester Bestandteil der in Deutschland garantierten Grundrechte. Insgesamt wirkt der Bericht daher wenig ausgewogen und erweckt den Eindruck einer einseitigen Darstellung.
Es ist erschreckend wie naiv bzw. dumm unsere Politiker und auch die Gesellschaft
diese Entwicklung nicht wahrhaben wollen.
Hier wurde Bremen erwähnt. In Bremen entstammt der SPD-Fraktionsvorsitzende Mustafa Güngör der Jugendabteilung der zu Millî Görüş gehörenden Quba Moschee. Sein Vater, war dort jahrelang Vorstandsmitglied des Trägervereins.
Der Bremer SPD-Abgeordnete Nurtekin Tepe war Mitglied des Vorstandes der Schura Bremen, einem Zusammenschluss von Moscheevereinen unter der Führung von Millî Görüş.
Spontan ist nichts an diesen Aktionen. Das sieht man daran, dass überall dieselben Parolen genutzt werden, und daran, dass sie je nach aktueller Lage an- und abgeschaltet werden.
Erschreckend ist die Naivität der vielen Mitläufer.
Gute Zusammenfassung aber die grösste und gefährlichste islamistische Organisation im Westen die Muslim-Bruderschaft wird nicht erwähnt.
Ist leider eh Wurst Europa wird in 50 Jahren islamisiert sein. Das ist mein Ernst ich befasse mich seit über 30Jahren kritisch mit dem Islam.
Udo Ulfkotte wies schon vor 20 Jahren in einem Buch darauf hin. In Amerika gibt es Studien, dass die Amerikaner mit 150 Millionen Christen und Juden aus Europa flüchten werden. Das war noch vor Merkels Flüchtlings-Schleusenöffnung.
Trump und Rubio die die Europäische Migrationspolitik anprangern liegen natürlich falsch und immer schön die linken Idioten und Vasallen des Islams wählen.