Lösung der akuten Wasserkrise in jüdischen und arabischen Gemeinden in Judäa und Samaria in Sicht. Foto Reut Korenberg/TPS

Der Unterausschuss für Judäa und Samaria des Aussen- und Sicherheitsausschusses der Knesset traf sich diese Woche, um über einen neuen Exekutivplan zu beraten und diesen zu genehmigen. Damit soll unverzüglich eine Lösung für die Wasserknappheit in jüdischen und arabischen Gemeinden in Judäa und Samaria umgesetzt werden.

von Michael Bachner/TPS

In der Region sollen für sechs Millionen Schekel (ungefähr 1,4 Millionen Euro) insgesamt 26 Wasserspeicher mit einem Fassungsvermögen von jeweils bis zu 400 Kubikmetern errichtet werden, um den Wassermangel zu reduzieren.

Der Plan entstand aus der Zusammenarbeit zwischen der Zivilverwaltung, der israelischen Militärverwaltung in den Palästinensergebieten (Coordinator of Government Activities in the Territories – COGAT), der Wasserbehörde, Israels nationalem Wasserversorger Mekorot, der nationalen Notstandsbehörde und regionalen Gemeinderäten.

„Ich bin froh, dass alle zuständigen Behörden zusammengekommen sind, um eine kurzfristige Lösung zu erarbeiten, durch die nach der jahrelangen Vernachlässigung der Wasserinfrastruktur eine geregelte Wasserversorgung ermöglicht werden kann“, sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Eli Ben-Dahan. „Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Ich beabsichtige, mit dem Minister für Nationale Infrastruktur Yuval Steinitz zusammenzuarbeiten, um langfristige Rahmenpläne für den Ausbau der Wasserinfrastruktur in Judäa und Samaria voranzutreiben.“

Aufgrund von fehlenden finanziellen Mitteln für das Projekt und der Dringlichkeit, mit der eine Lösung für die Wasserknappheit inmitten der August-Hitze gefunden werden muss, wird jedoch erwartet, dass Minister Ben-Dahan Finanzminister Mosche Kachlon um zusätzliche Finanzmittel bitten wird.

Nach Angaben von Mekorot gibt es in Judäa und Samaria derzeit einen Wassermangel von 7.000 bis 9.000 Kubikmetern pro Tag. Experten zufolge wurde dies durch eine lange Zeit der Versäumnisse im Wassersektor verschuldet. Keine der Behörden war angemessen auf den Bevölkerungszuwachs und die Zunahme an landwirtschaftlichen Flächen vorbereitet, wofür grosse Mengen an Wasser benötigt werden.

Der akute Wassermangel betrifft sowohl die jüdischen als auch die arabischen Bewohner der Region. Dennoch beschuldigen palästinensische und internationale Organisationen sowie Medien Israel für das, was sie als eine gezielt betriebene Politik betrachten, durch die den palästinensischen Gemeinden Wasser vorenthalten werde.

Israelische Quellen haben diese Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen und führen an, dass der Wassermangel auch jüdische Gemeinden betrifft. Die israelische Wasserbehörde beschuldigte die Palästinenser des Stehlens von Wasser und bemängelte ihre Weigerung, den gemeinsamen israelisch-palästinensischen Wasserausschuss einzuberufen. Dieser wurde unter dem Oslo-Abkommen von 1993 erarbeitet und wäre ein notwendiger Schritt zur Modernisierung der veralteten Infrastruktur.

Idit Druyan, Sprecherin des stellvertretenden Verteidigungsministers Ben-Dahan, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Tazpit (TPS), dass die Lösung jüdische und arabische Gemeinden gleichermassen betreffen würde.

„Das Rohrleitungssystem muss überarbeitet werden, damit es nicht an einigen Stellen überlastet wird“, so Druyan. „Wenn dies geschieht und das Gleichgewicht in den verschiedenen Bereichen des Leitungsnetzes wiederhergestellt ist, werden alle Gemeinden davon profitieren.“

„Heute betrifft das Problem vor allem Gemeinden, die 800 Meter über dem Meeresspiegel liegen“, fügte sie hinzu. „Sobald wir dieses Problem gelöst haben, werden auch die tiefer gelegenen Gemeinden, einschliesslich der palästinensischen Dörfer und Städte, mehr Wasser haben.“

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