Hisbollah: Alle unsere Waffen und Raketen stammen aus dem Iran

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Ali Khamenei mit Hassan Nasrallah. Foto Iftikh/Flickr.com, CC BY 2.0
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Wie die Agence France-Presse berichtete, äusserte Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah kürzlich, dass der libanesischen Terrororganisation durch die US-Sanktionen kein Schaden zugefügt wird, da sie direkt vom Iran finanziert und mit Waffen ausgerüstet wird.

„Wir stehen offen zu der Tatsache, dass die Finanzen der Hisbollah, ihre Einnahmen, ihre Ausgaben, sämtliche Lebensmittel, Waffen und Raketen aus der Islamischen Republik Iran stammen“, sagte Scheich Hassan Nasrallah, der darauf beharrte, dass die libanesische Terrororganisation von den kürzlich verhängten Sanktionen „nicht beeinträchtigt werden wird.“

„So lange der Iran Geld hat, haben wir Geld … Genauso wie wir die Raketen beziehen, die wir benutzen, um Israel zu bedrohen, beziehen wir auch unser Geld. Kein Gesetz wird uns davon abhalten, dieses zu bekommen“, fügte er hinzu.

Libanons Zentralbank wies letzten Monat alle Finanzinstitute an, Geschäfte mit der Hisbollah einzustellen und die US-Sanktionen einzuhalten, was Nasrallah dazu veranlasste, den Präsidenten der Zentralbank, Riad Salameh, zu beschuldigen, sich dem amerikanischen Druck zu beugen. Vor einer Bank in Beirut explodierte Anfang des Monats eine Bombe, nur Stunden nachdem eine iranische Nachrichtenagentur eine Drohung gegenüber Finanzinstituten, die das Gesetz umsetzen, veröffentlichte.

Dr. Majid Rafizadeh, ein Nahostexperte, wies bei Al-Arabiya auf die Bedeutung von Nasrallahs Erklärung hin:

„Es ist politischen Beobachtern lange bekannt, dass die Islamische Republik eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der militanten libanesisch-schiitischen Gruppe im Jahr 1982 spielte. Seit mehr als dreissig Jahren ist die finanzielle, militärische, nachrichtendienstliche, logistische und beratende Unterstützung des Irans gegenüber der Hisbollah wohl bekannt. Die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) und ihre Eliteeinheit, die Quds-Einheit, machten die Hisbollah zu Irans wichtigstem und mächtigstem regionalen und internationalen Vertreter.

Was Nasrallahs Rede jedoch so bedeutend macht, ist die Tatsache, dass er erstmals bekannt gab und öffentlich bestätigte, dass seine Gruppe volle finanzielle und militärische Unterstützung der iranischen Regierung erhält.“

Der libanesische Parlamentsabgeordnete Saad Hariri kritisierte die Hisbollah nach Nasrallahs Bestätigung, indem er sagte: „Dieses Eingeständnis beweist, dass die Hisbollah dem Iran schlichtweg folgt.“ Hariris Vater Rafic, der frühere Premierminister des Libanons, wurde 2004 bei einem Anschlag getötet. Eine Untersuchung der Vereinten Nationen brachte die Hisbollah mit dem Anschlag in Verbindung.

Nasrallahs Eingeständnis war Teil einer Rede anlässlich des 40-tägigen Todestages des Hisbollah-Kommandeurs Mustafa Badreddine. Nach Badreddines Tod hielt der iranische Aussenminister Javad Zarif eine Lobesrede auf den Sprengstoffexperten, der mit dem Bombenangriff auf eine Kaserne der US-Marine in Beirut im Jahr 1983 in Verbindung gebracht wird, bei dem 305 Menschen starben.

Nasrallahs Rede scheint eine Aussage zu bekräftigen, die Zarif ihm gegenüber im letzten August getätigt hatte, und zwar dass das atomare Abkommen eine „historische Gelegenheit“ darstelle, Israel entgegenzutreten. Der Iran gab kürzlich bekannt, dass seine Verteidigungsausgaben im kommenden Jahr um 90 Prozent steigen würden.

Die Äusserungen stellen ebenfalls die Zusicherungen von US-Aussenminister John Kerry vom letztem Jahr in Frage, die USA würden sicherstellen, dass der Iran die Hisbollah nicht mit Waffen ausrüsten kann – trotz der Verschärfung der Nuklearsanktionen gegenüber Teheran.

Auf Englisch zuerst erschienen bei The Tower.