Chiune Sugihara – ein Gerechter unter den Völkern

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Oskar Schindler kennen viele: ein deutscher Geschäftsmann, der in der Nazi-Zeit etwa 1‘200 Juden das Leben gerettet hatte, indem er sie als Zwangsarbeiter bei sich beschäftigte. Weniger bekannt hingegen ist Chiune Sugihara: 1940 war er japanischer Generalkonsul in Litauen und widersetzte sich den Anweisungen seiner Regierung, als der Visa für 6‘000 Juden ausstellte.

In den USA gibt es weltweit die grösste jüdische Gemeinde, die Sugihara aus Dankbarkeit gedenkt, weil er sie selbst oder ein Familienmitglied gerettet hat.

So auch Richard Salomon. Salomons Vater Bernard erhielt von Sugihara Visum Nr. 299. Als die Nazis drohten, nach Litauen einzufallen, stürmten Tausende Juden auf das japanische Konsulat und baten um Visa, damit sie fliehen könnten. Sugihara missachtete die Anweisungen seiner Chefs und stellte Tausende Visa aus. In der Zeit zwischen dem 31. Juli bis 28. August 1940 arbeiteten er und seine Frau durch, um die Visa ausstellen zu können.

In der Regel führte die Strecke der Flüchtlinge per Zug via Moskau, dann weiter mit der transsibirischen Eisenbahn nach Wladiwostok und von dort nach Kobe in Japan. In Kobe blieben die meisten nur einige Monate und zogen weiter nach Shanghai, China oder anderenorts. Salomons Vater ging von Shanghai nach Indien und schliesslich in die USA, wo er in Chicago seine Frau Marian kennenlernte.

Japan schloss sein Generalkonsulat in Kovno; noch aus dem anfahrenden Zug heraus übergab Sugihara den Visumsstempel an einen Flüchtling, damit dieser die Arbeit weitermachen könnte. Nach seiner Rückkehr nach Japan wurde er kurzerhand aus dem Diplomatischen Dienst entlassen, nahm verschiedene Jobs und arbeitet später für eine Handelsfirma in Russland. Über diese Visa sprach aber nie. Erst Joshua Nishir, ein „Sugihara-Überlebender“ konnte als er 1968 israelischer Diplomat wurde, den Kontakt herstellen. Ein Jahr vor seinem Tod verlieh 1985 der Staat Israel Sugihara den Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“.

Sugiharas Sohn Hiroki gründete zum Andenken an das Vermächtnis seines Vaters die Visas for Life Foundation. Diese Stiftung hat 2‘139 Visa dokumentiert, von denen einige für ganze Familien galten. Schätzungsweise 100‘000 Personen können ihre Herkunft auf „Sugihara-Überlebende“ zurückführen, meint die Stiftung. Das Simon Wiesenthal Center ist in dieser Hinsicht eher vorsichtiger und schätzt die Zahl auf 40‘000.

Richard Salomons Sohn Mark, ein 23- jähriger Jurastudent, sagt, dass seine Familie ohne Sugihara nicht existieren würde; in ihm werde die Lektion über „die Macht des Einzelnen“ ein Leben lang tief verwurzelt sein.

Richard Salomons Sohn Mark, ein 23-jähriger Jurastudent, sagt, dass seine Familie ohne Sugihara nicht existieren würde und dadurch sei in ihm lebenslang die Lektion über „die Macht des Einzelnen“ zutiefst verwurzelt.

Abstract der Originalversion: Chiune Sugihara, Japan Diplomat Who Saved 6,000 Jews During Holocaust, Remembered by Jaweed Kaleem © Huffington Post, January 24, 2013.