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Antizionisten und verschiedene UN-Agenturen stellen nach wie vor die passivste aller Selbstverteidigungsformen, nämlich den Bau eines Zaunes, der Selbstmordattentäter davon abhalten soll, nach Israel einzudringen, als Kriegsverbrechen dar. Doch gleichzeitig wird die Frage der Menschenrechte in den palästinensisch kontrollierten Gebieten weiterhin als Angelegenheit gehandhabt, die nur von geringem Interesse für die Welt ist.

Die jüngsten Hinweise auf die Lebensumstände in einem unabhängigen palästinensischen Staat, der bis auf den Namen bereits heute in Gaza existiert, bot die UNRWA mit ihrer Absage des jährlichen Gaza-Marathons. Mit diesem Lauf sammelt die UNRWA Gelder für ihr Sommerprogramm für Kinder, wurde aber nun zur Aufgabe gezwungen, weil die Hamas-Regierung in Gaza Frauen die Teilnahme verbot.

Während die Welt Israel für die Probleme in Gaza verantwortlich hält, war Gazas grösstes Problem, dass sich palästinensische Gruppen bisher immer weigerten, der Entwicklung mehr Priorität als einem Krieg gegen den jüdischen Staat einzuräumen. In den vergangenen sechs Jahren, seit die Hamas die Kontrolle über das Gebiet von der durch die Fatah geführte Palästinensische Autonomiebehörde PA übernommen hat, ist es nur noch schlimmer geworden. Israels vollständiger Abzug aus dem Gazastreifen hat uns einen Einblick gegeben, wie ein unabhängiger Staat aussehen könnte. Und das ist keine schöne Aussicht.

Das von allen UN-Agenturen die UNRWA die Hamas für ihre repressive Einstellung zur Rede stellt, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Die UN hat zwei Einrichtungen, die sich um Flüchtlinge weltweit sorgen: eine für Palästinenser und eine für alle anderen. Die UNRWA ist verantwortlich für die Betreuung und Ernährung von Hunderttausenden von Nachkommen der ursprünglichen Araber, die aus den vom neugegründeten jüdischen Staat regierten Gebieten geflohen sind. Die UNRWA hat die Bemühungen der arabischen und muslimischen Welt, die Palästinenser heimatlos zu halten, tatkräftig unterstützt, statt sie umzusiedeln und folglich zu helfen, dem Konflikt ein Ende zu setzen. Zudem ist sie von der Hamas infiltriert und hat zugelassen, dass ihre Einrichtungen von Terroristen als Unterschlupf missbraucht werden. Ihre eigenen Schulen und Lager verhalfen ebenso, jungen Palästinensern mit einer Ideologie des Hasses auf Juden und Israel zu indoktrinieren.

Doch trotz ihrer Fehler ist UNRWA rechtlich verpflichtet, Frauenrechte zu achten, das heisst, dass sie diese besondere Form der Hamas-Unterdrückung nicht ermöglichen darf.

Entgegen der arabischen Propaganda ist Gaza nicht von einer humanitären Krise betroffen, da die Lieferungen von Lebensmitteln, Medizin und anderen Gütern aus Israel nicht unterbrochen wurde, auch dann nicht, als die Hamas und andere Terrorgruppen Raketen über die Grenze abfeuerten. Doch die islamistischen Herrscher des Gazastreifens haben den Menschen dort ihre ganz eigenen Werte aufgezwungen. Daraus wurde ein totalitärer Staatsapparat geschaffen, der Gaza zu einem kleinen Stück Iran am Mittelmeer gemacht hat.

Sollte Israel, wie 2005 aus Gaza, je vollständig aus dem Westjordanland abziehen, besteht die Chance, dass die Hamas auch dieses Gebiet unter ihre Kontrolle bringt – entweder durch einen Coup oder mit Wahlen. In dieser Situation könnte sich Israel unter Belagerung von Terroristen wiederfinden, die zuständig sind für Gebiete, die an Bevölkerungszentren angrenzen, und eine Sicherheitskrise schaffen, die unweigerlich zu mehr Gewalt führen wird.

Die andere Seite dieser Gleichung bedeutet, dass die Palästinenser von ihren eigenen Leuten nicht nur partiell, sondern vollständig unterdrückt werden. Diejenigen, die erpicht darauf sind, den Handel mit Gaza zu öffnen oder seinen Herrschern mehr Macht zuteil lassen wollen, sollten dies bedenken.

Originalversion: Welcome to Iran on the Mediterranean by Jonathan S. Tobin © Commentary Magazine, February 5, 2013.