Kämpfer der Liwa al-Quds ("Jerusalem-Brigade"). Foto Twitter

Im Laufe des letzten Jahrhunderts sind zahlreiche palästinensische Anführer Allianzen eingegangen, die entweder erfolglos oder nicht sonderlich hilfreich für sie waren.

Von Dr. Edy Cohen

Zum Beispiel wäre da die Allianz des Muftis von Jerusalem während der britischen Mandatszeit, Haji Amin al-Husseini, der während dem Zweiten Weltkrieg Adolf Hitler und das Dritte Reich unterstützte. Al-Husseini hoffte, dass die Deutschen den Krieg gewinnen würden und Hitler damit der Führer des Nahen Osten wäre. Aber nachdem die Nazis den Krieg verloren, vergab der Westen al-Husseini nicht, was das palästinensische Anliegen für über zwei Jahrzehnte massiv beeinträchtigte.

Yassir Arafat, der Anführer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), irrte sich in 1990, als er die irakische Invasion von Kuwait unterstützte. Die öffentliche Unterstützung der Palästinenser für die Invasion brachte grosses Leiden über Hundertausende Palästinensern, die damals in Kuwait und dem Persischen Golf lebten, und die den Preis für Arafats Unterstützung des tyrannischen Saddam Hussein bezahlten.

Heutzutage setzt der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas hinsichtlich des Kriegs in Syrien auf Ambivalenz. Er gibt sich grosse Mühe, das Regime von Präsident Bashar Assad weder zu verurteilen, noch zu unterstützen. Es scheint als hätte Abbas aus der Vergangenheit gelernt. Allerdings kämpfen offenbar Zehntausende Palästinenser im Namen des syrischen Diktators und opfern sogar ihr Leben für ihn. Diese Palästinenser, welche seit den letzten Jahrzehnten in Syrien leben, unterstützen das Massaker an dem syrischen Volk, das für seine Freiheit kämpft. Der Gast ist zum Mörder geworden.

Die eifrigsten Assad-Unterstützer unter den Palästinensern gehören zur Volksfront zur Befreiung Palästinas – Generalkommando (PFLP-GC), welche von Ahmad Jibril angeführt wird. Die Organisation hat ihr Hauptquartier in Damaskus und besteht aus Tausenden von Kämpfern. Jibrils Loyalität gegenüber dem Assad-Regime hat nie nachgelassen. Seine Kämpfer beteiligen sich an den Kriegsanstrengungen, zum Teil sogar gegen ihr eigenes Volk, ihr eigenes Fleisch und Blut. Als etwa die Armee Assads das palästinensische Flüchtlingslager in Yarmouk belagerte, versorgten Jibrils Kämpfer das Regime mit militärischer Aufklärung und Bodenunterstützung.

Liwa al-Quds („die Jerusalem-Brigade“) wurde 2013 gegründet und ist im Aleppo-Sektor aktiv. Sie besteht aus drei Bataillonen: den „Löwen von Al-Quds“, „Abschreckung“, sowie den „Löwen von Al-Shahba“, benannt nach einer Gegend in Aleppo. Die Brigade wurde von einem Palästinenser namens Muhammad al-Sa’eed, der unter dem Spitznahmen „Der Ingenieur“ (benannt nach seinem Beruf) bekannt ist. Seit 2013 hat die sie in jeder Kampagne in Aleppo teilgenommen, hauptsächlich mit russischer Koordinierung und Unterstützung. Einige ihrer Kämpfer haben sogar ehrenvolle Erwähnungen der russischen Armee für ihre erfolgreichen Aktionen in Aleppo erhalten, darunter seine kürzlich erfolgte Befreiung. Die Brigade erhält ihre Anweisungen von Assads Armee und kämpft sogar an der Seite von Hisbollah und iranischen Kräften gegen andere Rebellengruppen und den Islamischen Staat. Obwohl die genaue Anzahl ihrer Kämpfer unklar ist, gehen Schätzung von mehreren Tausend aus. Assads Armee beordert die Brigade an die Front, weshalb sie schwere Verluste erlitt. Seit 2013 wurden ungefähr 300 ihrer Kämpfer getötet und über 600 verwundet.

Eine russische Dokumentation über den Tod eines Anführers der Liwa al-Quds („Jerusalem-Brigade“). 

Eine weitere palästinensische Fraktion, die für Assad kämpft, ist die Galiläa-Einheit oder Galiläa-Brigade. Dabei handelt es sich um den militärischen Flügel der Palästinensischen Jugend für die Rückkehr-Bewegung, die von Fadi al-Mallah aka Abu al-Fidaa angeführt wird. Sie wurde im Mai 2011, gleichzeitig mit dem Beginn des syrischen Aufstandes, im Flüchtlingslager Khan Danon in Süd-Damaskus gegründet. Das Ziel der Organisation ist der Kampf für Assad, dessen finanzielle Unterstützung es al-Mallah erlaubte, hunderte von palästinensischen Kämpfern zu rekrutieren.

Momentan kämpfen tausende Palästinenser in Syrien für Assad. Viele palästinensische Anführer standen auf der falschen Seite der Geschichte und der falschen Seite der Moral, insbesondere jene, die einen Krieg gegen das belagerte Volk von Syrien kämpfen. Diese Palästinenser wurden von den Syrern aufgenommen und ausgebildet, die ihnen finanzielle Unterstützung, ein Dach über dem Kopf und Schutz gaben. Heutzutage schlachten die Gäste sie ab.

Die internationale Gemeinschaft, welche nur Verzweiflung kennt, wenn sie die „armen Palästinenser in Israel“ diskutiert, ignoriert diese Tatsache genauso wie sie den Genozid in Syrien ignoriert, wenige Kilometer von der israelischen Grenze entfernt, welcher mithilfe der Palästinenser begangen wird.

Dr. Edy Cohen ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bar-Ilan Universität in Tel Aviv. Auf englisch zuerst erschienen bei Israel Hayom.

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  • Lustenberger Uri

    Frage an Freiheit: Was hat der syrische Bürgerkrieg mit dem israelischen Siedlungsbau zu tun…? Immer dieselben konstruierten unhaltbaren Vergleiche, um vom eigentlichen Inhalt dieses Artikels abzulenken. Wer hat hier wohl eine einseitige Sichtweise !!

  • Freiheit

    Es ist nicht verwunderlich, dass ein israelischer Kolumnist einseitige Sichtweisen darlegt, wenn Palästinenser Gegenstand eines Themas sind. Vielleicht sollte Herr Dr. Cohen demnächst über den illegalen Siedlungsbau Israels berichten.

    • JK

      Freiheit, welchen „illegalen Siedlungsbau“ ? Ich bin eigentlich gut belesen, jedoch von einem unrechtmässigen Siedlungsbau habe ich nichts vernommen. Natürlich, dass es Behauptungen der UN sind, davon habe ich gehört. Dass die UN eine Unrechtsorganisation ist, davon bin ich überzeugt.